Kapitel 38

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Es kam wie es kommen musste.
Sergej's Laune wurde unerträglich eine Woche vor seiner Abreise.
Er ging uns auf die Nerven und ich verzog mich die ganze Zeit in die Bibliothek mit meinen Büchern. Lazar blieb in meiner Nähe und las auch viel.
Er war wahnsinnig schlau, begriff sehr schnell und hatte Freude an den Medizinischen Büchern.
Genau am 3.November kam der Bescheid vom Gericht.
Lazar war jetzt offiziell mein Vater, ich trug seinen Nachnamen und das wollte er feiern.
Sergej würde Übermorgen abreisen und erst am Ende des Monats oder noch später zurück kommen.
Ich verstand seine schlechte Laune und wollte ihn aufheitern aber Lazar machte mir einen Strich durch die Rechnung.
"Du bist was?"
"Ja, offiziell bin ich jetzt ihr Vater!" prahlte Lazar vor Sergej.
"Lazar... du hast es ihm noch nicht erzählt?"
Meine Stimme klang ganz dünn und ich sah die Beiden unsicher an.
Lazar biss nur in seinen Apfel und grinste.
"Ich wollte auf die richtige Gelegenheit warten" meinte Lazar grinsend.
"Und genau jetzt ist die richtige Gelegenheit?" Der verarschte mich doch!
"Nein, das ist seine Strafe für seine schlechte Laune."
Ach so. Naja, irgendwie verständlich.
Sergej brüllte dann los und ich hielt mir die Ohren zu.
"Du hast sie adoptiert? Sie trägt jetzt deinen Nachnamen? Nina! Was soll der Scheiss?"
Der Mann konnte echt brüllen, war wohl kein Wunder, bei der Grösse. Mir bluteten fast die Ohren.
"Ich habe die Anträge ausgefüllt..." weiter kam ich nicht.
"DU hast die Anträge WAS?"
"Was ist denn so schlimm daran Sergej? Jetzt werde ich offiziell dein Schwiegervater."
Mann, Lazar! Er provozierte einfach weiter. Leider fand ich es irgendwie witzig.
"Du trägst seinen Nachnamen? Er soll mein Schwiegervater werden?"
Sergej konnte echt rot anlaufen!
Lazar lachte sich schlapp doch ich wurde langsam ungeduldig und war auch verletzt.
"Weisst du was Sergej, brüll bitte deine Angestellten an. Du könntest auch fragen weshalb ich das wollte aber du brüllst hier lieber." Ich blieb sachlich und ruhig.
"Den einzigen Nachnamen den du tragen solltest, ist MEINER verdammt!"
Lazar blieb sein Lachen im Hals stecken und er sah dann sauer zu Sergej.
"Das ist doch nicht dein Ernst Sergej? Darauf bist du eifersüchtig?" Ich konnte nicht glauben was ich hörte.
"Sergej, das hatte doch ganz andere Gründe" fing Lazar an doch ich unterbrach ihn.
"Lass es Lazo, das bringt nichts. Ausserdem Sergej,habe ich noch keinen Heiratsantrag von dir bekommen. Du hast mich nie gefragt, du nimmst es dir einfach heraus! Und meinen Vater hast du auch nicht gefragt, so wie man das bei uns macht. Meinen leiblichen Vater kannst du auch nicht mehr fragen, er ist tot aber du hast Lazar, frag doch ihn. Allerdings kann ich dir nicht versichern, dass ICH dann ja sage!"
Ich konnte auch schreien und für meine 1.63 sehr laut! Ich bemerkte wie Lazar sich vor mich stellte.
"Mein Herz..."
"Oh nein! Das kannst du dir in den Arsch stecken! Ich lasse mich nicht anbrüllen für eine vernünftige Entscheidung Sergej, nicht von dir. Egal wie schlecht ich bin, egal wie dämlich ich mich anscheinend aufführe, von dir so angebrüllt zu werden habe ich nicht verdient!"
Lazar fuhr zu mir herum.
"Du schlecht?" flüsterte er mit ungläubigem Blick.
Ich drehte mich in Richtung Bibliothek und hörte nur noch wie Lazar sagte "das hast du versaut Sergej!"
Ich hörte allerdings nicht richtig zu, ich war verletzt und sperrte die Tür hinter mir zu.
Sollte er sie doch eintreten, mir egal.
Es blieb aber verdächtig ruhig und ich las einfach weiter in meinen Büchern, machte mir Notizen zur Narbenbildung.
Vielleicht hätte ich ihn von Anfang an einweihen sollen aber er hätte wohl immer so unvernünftig reagiert.
"Kleines? Machst du bitte auf?"
Ich öffnete Lazar und sah in seinen zerknirschten Blick.
"Es tut mir leid Kleines, ich hätte es ihm sofort sagen müssen und ihn nicht ärgern dürfen" sagte er ernst und gab mir einen Kuss auf den Scheitel.
"Ist schon gut, er hätte ja auch mal vernünftig reagieren können" murmelte ich vor mich hin.
"Du kannst wieder raus kommen, er musste in den Club. Ein Notfall."
Ich nickte nur und ging nach Oben.
Ich hatte keine Lust mehr zum Reden aber Lazar folgte mir und legte sich neben mich.
"Bist du böse auf mich?" fragte er leise.
"Nein. Sag ihm das nicht, aber ich fands irgendwie witzig" flüsterte ich kichernd.
"Lazo ich kann gar nicht böse auf dich sein, das geht nicht. Du bist wie der Sonnenschein, du heiterst mich immer auf."
Was zum Teufel sagte ich da nur?
Lazar lächelte und schloss seufzend die Augen.
"Wie kommst du nur darauf, du wärst schlecht?" flüsterte er mit geschlossenen Augen.
"Das ist für mich offensichtlich mein Pit Bull. Wieso sonst hätte meine Kindheit so sein sollen, oder der Tod meines Vaters? Für irgendetwas werde ich bestraft und wahrscheinlich verdiene ich es" flüsterte ich  zurück.
"Nichts davon verdienst du Nina" sagte er fest und zog mich auf sich, umarmte mich fest und küsste meinen Scheitel.
Doch, ich verdiente es.
Ich war schlecht, anders konnte ich mir das sonst nicht erklären.
Ich legte mein Gesicht in seine Halskuhle, spürte wie Lazar uns zudeckte und schlief seelig ein.




My Destiny Mein Schicksal  (Teil 1, Teil 2 heisst HOFFNUNG, HOPE, NADA)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt