Durch eine laute Stimme wurde ich geweckt aber ich liess meine Augen geschlossen.
Ich wollte einfach schlafen und Sergej's wütendes Gesicht vergessen.
"Was sollten diese Andeutungen über ein Gespräch? Wovon zum Teufel redest du?"
Sergej war wieder da und immer noch sauer. Er brüllte so laut, dass meine Ohren klingelten.
"Du könntest aufhören zu schreien, sie ist auf dem Sofa eingeschlafen" erwiderte Lazar ruhig.
"Sie ist hier eingeschlafen? Wieso?" Sergej's Stimme klang müde.
"Was soll sie denn tun? Im Bett auf dich warten bis dein Schwanz Zeit hat? Oder soll sie die Bücher zwei Mal lesen? Oder noch öfter das verdammte Haus putzen? Oder soll sie sich alle DVD's drei Mal ansehen? Oder noch mehr Kuchen für mich backen?" provozierte Lazar ihn.
Hört doch auf! schrie es in meinem Kopf.
"Lazar, was zum Teufel ist los? Was war das für ein Gespräch?"
Lazar schwieg zuerst und fing dann an zu erzählen. Alles.
"Sie hat was gesagt?" Sergej klang fassungslos.
"Sie hat es nicht nur gesagt, sie meint es auch so! Sie hat sich damit abgefunden eines Tages durch meine Hand zu sterben während dein verschissener Onkel das Kommando gibt! Sie stellt keine Fragen um dich so zu schützen du Idiot! Sie hat längst begriffen, wieso du sie einsperrst und nie mit ihr weg gehst. Sie ist 17 Sergej, verdammt 17 und intelligenter als die Hälfte deiner Männer! Sie geht nie vor die Tür, sitzt draussen am Pool oder liest. Wenn sie nervös wird dann putzt oder kocht sie und wartet auf dich, während du unausstehlich geworden bist und kaum hier bist.
Sie ist 17 Sergej, sie muss ein normales Leben haben oder sie wird irgendwann zerbrechen." Die letzten Worte sagte Lazar leise und seufzte tief.
Er machte sich zu viele Sorgen, der Arme!
"Ich hatte keine Ahnung von dem was sie denkt Lazar."
"Natürlich nicht, sie will dich nur glücklich machen. So ist sie! Sie wollte eigentlich heute nur mit dir reden, dann erbleichte sie als die Nutte ihre Titten in dein Gesicht presste und weisst du was? Sie war nicht mal sauer oder eifersüchtig! Sie dachte, sie wäre zu jung und unerfahren und dass so eine Bitch dir mehr bieten könnte! Sie wollte auch gleich gehen, damit ich nicht Ärger mit dir bekomme. Sie ist rein Sergej, rein, unschuldig, selbstlos dass es fast schmerzt und sie liebt dich. Sie liebt dich mehr als ihr Leben verdammt!"
"Sie mir nicht genügen? Sie ist das Beste.." Sergej's Stimme brach.
"Das ist sie also mach sie glüklich! Dieses Treffen im Club mit den Brüdern hätte nicht sein müssen. Sie hätten sich auch mit deinem Onkel treffen können, aber jetzt ist es zu spät. Der bösartige Mistkerl macht das mit Absicht. Er weiss von Nina, er weiss was sie dir bedeutet. Zum Glück weiss Nina das nicht, denn sonst würde sie sich auch dafür die Schuld geben" zischte Lazar.
"Ja er weiss es, Miloš hat ihm von Nina erzählt. Das ist auch der Grund, weshalb ich den ganzen Dreck mache Lazar. Er soll nicht auf die Idee kommen, dass mich Nina ablenkt" seufzte nun Sergej.
So war das also, der Onkel wusste alles.
"Wie lange wird dieser Mistkerl noch leben? Was hat dir Miloš heute Abend erzählt?"
Was? Wovon sprach Lazar?
"Die Ärzte sagen noch etwa 3 Monate, der Tumor lässt sich nicht entfernen."
Milan war also krank.
"Und dann? Wie geht es dann weiter? Du bist sein Erbe Sergej, das weisst du. Willst du das dein ganzes Leben tun?"
"Das muss ich, zu viele Leben hängen von mir ab und Miloš kann nicht übernehmen."
Mein armer Sergej!
"Du sitzt in der Scheisse mein Freund, ganz tief! Was wirst du ab September machen? Wenn sie wieder zur Schule muss?"
Lazar sprach leiser.
"Sie beschützen natürlich! Ich werde alles tun, damit sie sicher ist."
Lazar lachte nur abfällig.
"Mach ihr Leben lebenswert Sergej, geh mit ihr ins Kino oder kauf ihr einen Buchladen oder sonst was! Egal was, nur sieh zu dass sie nicht eingeht. So kann es nicht weiter gehen, sie braucht auch andere Menschen um sich und sie braucht dich. Dich Sergej, nicht den Erben eines Clans, sie braucht dich."
"Ich weiss Lazar, ich weiss!"
"Dann mach sie glücklich" wiederholte Lazar " oder ich werde es tun Sergej! Mir ist dein Onkel scheissegal, ich habe eine legale Firma und würde jeden töten, der ihr auch nur ein Haar krümmen will. Du weisst wer ich bin Sergej, ich mache keine leeren Versprechen."
Was? Was hatte mein Lazar gesagt?
"Du liebst sie?" fragte Sergej offen, ohne Ärger in der Stimme.
"Nicht auf diese Art mein Freund. Aber es braucht nicht viel, um sich in so ein Mädchen zu verlieben und wenn du sie nicht glücklich machst, dann werde ich alles in meiner Macht stehende dafür tun. Sie hat Glück verdient nach allem was sie mit ihrer Mutter erlebt hat."
"Auf welche Art liebst du sie Lazar?" fragte Sergej neugierig.
Mir wurde gerade klar, wie viel Respekt er vor Lazar hatte.
"So wie ich meine kleine Schwester geliebt habe Sergej. Sie erinnert mich sehr an meine kleine Schwester, sie hätten sich sehr gut verstanden. Und deshalb will ich nicht auch an Nina's Grab Tränen vergiessen, verstehst du?" Seine Stimme klang traurig. Armer Lazar, er hatte seine Schwester verloren.
"Danke mein Freund, danke dass du sie so lieb hast und dich sorgst" das war das letzte was Sergej sagte.
Die Männer schwiegen lange, tranken wohl etwas und ich drehte mich absichtlich auf die andere Seite.
"Lass uns ins Büro gehen. Ich will sie nicht wecken, muss mit dir aber über dieses Arschloch reden" sagte Sergej und sie verschwanden.
Redeten sie über Ahmed? Oder doch über Sergej's Onkel?
Ich musste zuerst Lazar's Worte verdauen. Der Mann hatte so viel erlebt und verloren und doch dachte er an mein Glück und an meine Zukunft. Er würde sich sogar mit Sergej und seinem Onkel anlegen. Ich erinnerte ihn an seine Schwester, seine tote Schwester und deshalb passte er so auf mich auf. Deshalb mochte er mich auch so sehr, er hatte so viel verloren aber seine Menschlichkeit behalten.
Ein guter Mensch und ein stolzer Mann, so war Lazar. Ein Traum. Und mein Sergej? Mein Sergej trug eine zu grosse Last auf seinen Schultern. Es war ungerecht! Er verdiente auch Glück, ein normales Leben... doch das würde wohl nie passieren.
Der Erbe, er war der Erbe und ich der Störfaktor, immer war ich das, immer.
Vielleicht sollte Milan mich einfach töten, dann hätte Sergej Ruhe, dachte ich traurig und weinte. So schlief ich auch ein.
Mal wieder.
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My Destiny Mein Schicksal (Teil 1, Teil 2 heisst HOFFNUNG, HOPE, NADA)
Romantik!!!Achtung!!! In dieser Geschichte gibt es detaillierte Gewalt und sehr detaillierte Sexszenen. Wen das stört, soll es nicht lesen. Erwachseneninhalt! Manchmal sollte man seinen Gefühlen nicht folgen. Manchmal sollte man, auch wenn man erst 17 ist...
