Kyra Philipps
By MusicalGirl200
„Ich bin was?", platzte es völlig geschockt aus mir heraus. Ich versuchte immer noch zu begreifen, was mir meine Eltern da gerade erzählt hatten. Das konnte doch nicht wahr sein! Sie hatten mir gerade ernsthaft erzählt, dass sie gar nicht meine wahren Eltern waren und das ich besondere Fähigkeiten hatte? Diese hatte ich wiederum von meinen wahren Eltern geerbt?
Ich konnte es nicht glauben. Hatten sie mich wirklich all die Jahre belogen? „Kyra Schätzchen, es tut uns so leid. Wir waren mit deinen wahren Eltern gut befreundet gewesen und als sie mit dir noch als Baby zu uns kamen und uns baten, dich aufzuziehen, konnten wir nicht nein sagen. Wir lieben dich wie unsere eigene Tochter Kyra, das darfst du nicht vergessen", redet Mum oder eher diese Frau, die nicht meine wahre Mum war auf mich ein.
Verzweifelt ließ ich mich auf dem Sessel nieder und schlug meine Hände vors Gesicht. „Wieso habt ihr mir nie was davon erzählt und auch nie von den Kräften? Könnt ihr euch vorstellen, wie beängstigend das ist?", stellte ich die beiden zur Rede und versuchte ruhig zu bleiben. Nicht, dass ich wieder die Kontrolle verlor.
„Deine Mutter und ich wollten dich doch nur beschützen. Deine Eltern haben dich nicht ohne Grund hierher zu uns gebracht. Du solltest in Sicherheit aufwachsen. Es war nicht einmal sicher, dass du überhaupt solche Fähigkeiten bekommst. Du solltest ein normales, menschliches Leben führen", erklärte mir Dad, oder eher nicht mein wahrer Dad, und ich lachte auf.
„Ihr seid nicht meine Eltern! Das habt ihr mir gerade genauestens erklärt. Und vor was sollen sie mich bitte beschützen und ich bin wohl seit meiner Geburt alles andere als normal. Ich will jetzt die ganze Wahrheit wissen. Wer sind meine Eltern und wo sind sie? Das seid ihr mir schuldig", forderte ich sie auf weiter Klartext zu sprechen.
Mum wischte sich einige Tränen weg, aber das brachte nicht viel. Sie schien dieses Gespräch hier genauso zu treffen wie mich und Dad ging es nicht anders. Ich konnte einfach nicht anders als die beiden weiter Mum und Dad zu nennen. 17 Jahre lange waren sie es ja auch gewesen, bis jetzt...
„Wir haben seit diesem Tag nicht mehr Kontakt zu deinen Eltern. Wir wissen nicht wo sie stecken. Aber sie haben uns gesagt, solltest du eines Tages Fähigkeiten entwickeln, sollst du auf die Akademie des Lichts gehen. Dort sind Leute genau wie du und du sollst lernen wie du die Kontrolle über deine Kräfte erlernst.
Es tut uns vom Herzen leid, dass du es so erfahren hast. Wir wollten es dir schon lange sagen, aber wir wussten nicht wie. Aber du solltest auf diese Akademie gehen Schätzchen. Dort lernst du Kontrolle", erklärte mir meine Mum. Ich raufte mir mein dunkelblondes Haar. Ihre Worte konnten also auch bedeuten, dass meine Eltern vielleicht längst tot waren.
„Wie heißen sie?", fragte ich mit heiserer Stimme weiter. Ich wollte wissen, wer ich war und woher ich kam. Ich musste es einfach wissen. Ich hatte das Gefühl, als würde ich mich selbst nicht mehr kennen. „Jasmine und Peter", antwortete Dad. Aber warum verriet er mir nicht den Nachnamen der beiden?
Mir war das gerade alles zu viel. Aber eines stand fest. Ich würde auf die Akademie gehen müssen. Ich könnte es nicht ertragen, wenn meine Fähigkeiten erneut verrückt spielen würden und ich dann jemanden verletzen würde. „Ich brauche jetzt unbedingt Zeit für mich, um das zu verarbeiten. Aber ich werde noch morgen zu dieser Akademie aufbrechen.
Ich will niemanden wegen meiner Fähigkeiten Schmerzen zufügen. Das könnte ich mir nicht verzeihen. Ich wünschte, ihr hättet es mir früher gesagt", sagte ich bitter und stand auf, um hoch in mein Zimmer zu laufen. Dort zog ich mich schnell um und kuschelte ich in mein Bett. Alles was passiert war, prasselte erneut auf mich ein und schließlich weinte ich mich in den Schlaf.
Am nächsten Tag war ich schon früh wach, denn ich wollte keine Zeit verlieren. Meine Eltern baten mich, dass sie mich wenigstens zu der Akademie fahren durften und ich gab mich geschlagen. Allerdings sprach ich nicht viel mit ihnen. Ich war verletzt und enttäuscht.
Zwei Stunden später saß ich auch schon im Auto meiner Eltern und wir bogen auf einen Waldweg. Wir fuhren einen Teil im Wald und plötzlich sah man sie, die Akademie, die einem riesigen Schloss glich. Sie sah wirklich überwältigend aus. Dad hielt sein Auto vor dem Eingang an und holte meinen Koffer aus dem Kofferraum, während Mum mit Tränen in den Augen auf mich zu ging.
„Ich habe mit der Leiterin Samara Franco heute Morgen noch telefoniert. Sie weiß, dass du kommst. Ich hoffe, du findest hier wonach du suchst. Aber vergiss niemals, dass wir dich lieben. Du wirst immer unsere Tochter bleiben, komme was wolle", erklärte mir meine Mutter und umarmte mich. Ich konnte nicht anders und erwiderte die Umarmung.
Ich liebte sie beide doch auch und sie waren auch tolle Eltern gewesen, aber es würde dauern, bis ich ihnen verzeihen konnte, dass sie mich 17 Jahre belogen hatten. Dann umarmten Dad und ich uns auch noch, ehe sie wieder nach Hause fuhren und ich alleine vor der Akademie stand.
Hier würde ich also nun vorerst wohnen. Ich holte tief Luft und nahm meinen Koffer und ging ins Innere. Dort sah ich mich mit großen Augen um. Die Akademie war innen genauso imposant wie von außen. Die Decken schienen ewig hoch zu sein und es wirkte so als gäbe es hier endlos viele Zimmer.
Dann kam eine Frau etwa in dem Alter meiner Mutter auf mich zu. Ein freundliches Lächeln zierte ihr Gesicht und sie hatte schwarz gewellte Haare. War das die Leiterin, von der Mum gesprochen hatte?
"Hallo Kyra. Mein Name ist Samara. Es freut mich, dass du zu uns gefunden hast. Ich hoffe du hattest eine angenehme Anreise?", begrüßte sie mich freundlich und reichte mir ihre Hand.
Ich schüttelte freundlich Samaras Hand und nickte etwas. Irgendwie war es seltsam die Leiterin mit Vornamen anzusprechen, aber wenn es hier brauch war, dann würde ich es machen. „Äh ja, es war schon ok", entgegnete ich etwas schüchtern.
Ob sie von meinen Kräften wusste, oder von meinen wahren Eltern? Hatte sie auch Kräfte? Ich fühlte mich hier völlig fremd.
"Wenn du soweit bist, dann bringe ich dich jetzt erstmal auf dein Zimmer. Deine Zimmergenossin ist auch erst seit gestern hier und ihr habt ein wenig etwas gemeinsam. Bestimmt werdet ihr euch gut verstehen. Maxwell Flint, der Leiter dieser Akademie, hat ihr eine Führung zugesagt, dieser kannst du dich dann gerne anschließen", erklärte Samara mir und wir gingen zusammen die Treppen nach oben. Aber als wir dort ankamen, war das Zimmer leer. Scheinbar war meine Zimmergenossin schon unterwegs.
Ich nickte lediglich und sah mich in dem Zimmer um. „Dankeschön", bedankte ich mich und stellte meinen Koffer an dem noch freien Bett ab. „Ich würde das Angebot der Führung dann gerne annehmen", fügte ich hinzu.
Hier war ich also nun. In meinem neuen zu Hause für wer weiß wie lange. Hoffentlich lernte ich hier Kontrolle und erfuhr etwas über meine wahren Eltern. Denn genau deshalb war ich schließlich hier.
DU LIEST GERADE
Light & Dark - Warriors and Love
FantasyLicht und Dunkelheit. Zwei Gegensätze, die ohne dem anderen nicht exestieren können. In jedem schlummern beide Seiten, doch für welche entscheidet man sich? In diesem Buch gibt es Menschen, welche besondere Fähigkeiten in sich tragen. Übernatürlich...
