Logan Theodore
By MusicalGirl200
Und wieder zog ich alle Blicke auf mich, als ich den Speisesaal betrat. Wie sollte es auch anders sein. In ihren Augen war ich ein Verräter, nachdem was meine Eltern und mein älterer Bruder Hudson getan hatten. Nach dem Tod meiner kleinen Schwester hatten sie so viel Wut und Trauer überrannt, dass sie die Seiten gewechselt hatten.
Meine Eltern und mein älterer Bruder waren nun Teil der Krieger der Finsternis. Doch ich hatte mich dagegen entschieden. Das ist nicht das, was meine kleine Schwester Melody gewollt hätte. Aber einfach hatte ich es seit dem auf der Akademie nicht und meine Fähigkeiten machten es mir dabei nicht leicht.
Das lag jetzt alles schon über zwei Jahre zurück und seit dem hatte ich mich auch sehr zurückgezogen und war allgemein auch sehr einsam. Nur durch eine Berührung konnte ich die Gefühle des anderen fühlen. Ich konnte es nicht abstellen und meistens endete das in einer sehr unangenehmen Situation.
Immerhin waren diese Gefühle auch etwas privates und gingen mich nichts an. Meine Gabe jemanden Schmerzen im Kopf zu verursachen, nutze ich nie, auch mein Bruder hatte diese Gabe. Außerdem besaßen wir beide auch weiße Flügel. Das hingegen war wirklich praktisch. Wenn es mir zu viel wurde, konnte ich damit auch fliehen.
Wieder einmal ging ein Tuscheln durch den Saal, als ich mir an der Ausgabe mein Essen holte. Selbst die Blicke, der offensichtlich zwei neuen Mädchen ruhten einen Moment auf mir. Wahrscheinlich wäre es besser, ich würde die Akademie verlassen. Aber es war das einzige zu Hause dass ich noch hatte. Ich wüsste nicht, wo ich sonst hin sollte.
Mit gesenkten Kopf suchte ich mir einen Tisch im Eck und begann etwas zu essen. „Sie sollten ihn rauswerfen. Er ist ein Verräter, genau wie seine restliche Familie", hörte ich die Studenten tuscheln. Ich starrte auf mein Essen und schloss einen Moment meine Augen, um den Schmerz, den die Worte in mir auslösten, runter zu schlucken.
Doch plötzlich setzte sich jemand an meinen Tisch und als ich die Augen wieder öffnete, erkannte ich meinen Zimmergenossen Cadric. Der Einzige, der sich freiwillig zu mir setzte und mit mir sprach.
Seit Cadric auf die Akademie gekommen war, teilte er mit mir ein Zimmer, was uns irgendwie zu so etwas wie beste Freunde machte. Er war die ganze Zeit immer an meiner Seite gewesen, als das mit meiner Schwester und meiner restlichen Familie geschehen war und war immer für mich da gewesen.
Auch wenn ich mich ständig wegen meiner Gabe vor allen zurück zog, verurteilte er mich nicht und das wusste ich auch. Cadric scheute sich auch nicht den anderen Studenten seine Meinung offen zu zeigen, wenn die anderen so unfair zu mir waren.
Cadric saß nun mit seinem Essen neben mir und grinste mir zu. „Hey Kumpel. Du warst heute morgen aber schon früh wach. Wo warst du denn?", fragte er mich neugierig und nahm einen kräftigen Bissen von seinem Schinkenbrötchen.
Ich war Cadric mehr als alles dankbar, dass er wenigstens auf meiner Seite stand. Die anderen würden das niemals mehr tun. Ich würde immer der Verräter bleiben, wegen meiner Familie. Ich stocherte etwas nachdenklich in meinem Essen rum.
„Hey, ich war etwas im Garten und bin geflogen. Ich wollte den Kopf frei bekommen", antwortete ich ihm ehrlich. Dann merkte ich seinen Blick, der zu dem Tisch mit den beiden neuen Mädchen glitt, wo auch Jace und Mikel saßen. „Das sind die beiden Neuzugänge", erklärte ich ihm und aß etwas Speck.
Cadric zog fragend eine Braue nach oben. Er hatte das scheinbar gar nicht gewusst. Sie schienen ihm auch zu gefallen, vor allem die Blonde.
"Die sind niedlich", kommentiere er und grinste dabei leicht, wo ich nur etwas mit meinen Augen rollte. Ich hatte keinen Kopf für Mädchen und meine Fähigkeit machten es mir schwer eine Bindungen einzugehen.
Die beiden waren schon hübsch. Aber eine Beziehung war für mich gerade etwas, was nicht auf meiner Liste stand. Ich wollte meine Kräfte lieber wieder unter Kontrolle bringen, sonst könnte ich nie mehr jemanden zu nahe kommen. Ich fand das schrecklich.
„Dann sprich sie doch nachher einfach an? Ist doch egal, ob Jace und Mikel bei ihnen sind. Du bist doch ein cooler Typ Cadric", machte ich meinem einzigen Freund Mut. Er war doch sonst nicht so zurückhaltend.
"Das mach ich vielleicht später. Die beiden sollen doch erstmal ankommen und ich will nicht bei ihnen den Eindruck erwecken, dass ich sofort alles anbaggere. So ein Kerl bin ich nicht, das weißt du", erklärte Cadric mir und ich nickte etwas.
Doch dann hörten wir, wie sich jemand wieder über mich das Maul zeriss und Cadric wurde richtig sauer. „Haltet doch gefälligst mal eure idiotische Klappe sonst werden die Krieger der Finsternis eure kleinsten Probleme sein", schrie mein Freund die kleine Gruppe an, welche plötzlich schluckte. Ja, er konnte gefährlich werden und reizen sollten sie ihn wirklich nicht.
Ich sah Cadric dankend an und legte kurz meine Hand auf seine Schulter, damit er sich beruhigte. Doch als ich all seine Wut spürte, zog ich sie schnell wieder zurück. „Danke Cadric, aber lass sie einfach. Sie sind es nicht wert. Sie werden nie damit aufhören und ich bin es gewöhnt", versuchte ich ihn zu beruhigen.
Jetzt sahen auch die Neulinge wieder neugierig zu uns. Also stand ich von meinem Tisch auf. „Wollen wir vielleicht etwas an die Luft gehen?", fragte ich meinen einzigen Freund und hob mein Tablett hoch.
Ich wusste Cadric war in diesem Punkt nicht ganz meiner Meinung. Er wollte ihnen eine Lektion erteilen und dann würden sie mich in Ruhe lassen, aber ich fand das nicht richtig. Doch für mich nickte er und wir trugen beide unsere Tabletts weg und gingen hinaus in den gigantischen Garten der Akademie.
Einige Studenten waren hier bereits versammelt, entweder um ein wenig zu trainieren, zu lernen oder einfach die Zeit mit ihren Freunden zu genießen. Auch einige Pärchen konnte ich sehen. Aber Cadric und ich gingen weiter und suchten uns weit weg von den anderen einen Platz, wo wir völlig ungestört waren.
Ich war Cadric dankbar, dass er mir zu liebe nachgegeben hatte. Als wir im Garten zusammen saßen, glitt mein Blick kurz zu der Stelle, wo ein kleiner Gedenkstein meiner Schwester war. Auch dort war ich heute Morgen gewesen.
Ich seufzte etwas und beobachtete die anderen ein wenig. Ich beneidete sie alle. Ich wünschte mein Leben könnte wenigstens einen Tag auch wieder so unbeschwert sein, aber davon konnte ich lange träumen.
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Light & Dark - Warriors and Love
FantasyLicht und Dunkelheit. Zwei Gegensätze, die ohne dem anderen nicht exestieren können. In jedem schlummern beide Seiten, doch für welche entscheidet man sich? In diesem Buch gibt es Menschen, welche besondere Fähigkeiten in sich tragen. Übernatürlich...
