Das Kind der Nachbarin

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Dag stand seit mittlerweile gefühlten 10 Minuten vor Vincent seinem Wohnblock und klingelte an der Tür. Ungeduldig wippte er mit seinen Fuß auf und ab.

Endlich hörte er das Türsummen und er betrat den Hausflur.
Schnell sauste er die Treppen im Parcours Style bis in Vincent seine Etage nach oben und blieb vor der verschlossenen Wohnungstür stehen.
Genervt verdrehte er die Augen und klingelte erneut.
„Ich bin ja schon auf den Weg" hörte er nur aus dem inneren der Wohnung rufen.

Und endlich öffnete sich die Tür.
Was Dag jedoch zu Gesicht bekam lies ihn verdutz aufschauen.
Vincent stand vor ihm mit einem Baby auf dem Arm.
Dag spürte ein Stich in seinem Herzen. Enttäuscht sah er Vincent an.

„Willst du mir etwas sagen Brudi?" fragte Dag schockiert.
Vincent sah ihn überfordert an. Schnaufte laut aus und wiegte das kleine Baby in seinem Arm wieder hin und her, da es anfing zu weinen.
„Nicht das ich wüsste. Was machst du den hier?" fragte er müde.
„Dein Ernst? Wir waren verabredet zum Musik machen, falls du das noch nicht vergessen haben solltest" sagte Dag vorwurfsvoll.

„Scheisse. Ach misst, ich meinte Scheibenkleister" korrigierte er sich.
„Ich denke nicht, dass die kleine Maus da in deinen Arm das jetzt schon versteht." meinte Dag lachend.
„Lässt du mich auch rein oder sollen deine Nachbarn die kleine mit bekommen?" fragte er und hielt seinen Kopf leicht schief.
„Klar komm rein" meinte Vincent ging ein Stück zur Seite und lief Dag in seine Wohnung herein.

Nach dem Dag seine Schuhe und Jacke aus gezogen hatte drehte er sich zu Vincent um, der immer noch im Flur stand.
„Magst du mir die kleine Maus vorstellen? Sie hat ja ein ganz schön lautes Organ" meinte Dag und sah Vincent fragend an.

„Das ist Melanie. Von meiner Nachbarin das Kind. Sie musste vorhin schnell ins Krankenhaus, weil da ihr Verlobter eingewiesen wurde und sie wusste nicht wohin mit der kleinen Maus. Da hat sie bei mir geklingelt. Und die kleine förmlich in die Hand gedrückt" erzählte Vincent und schuckelte die Kleine.
„Darf ich mal?" fragte Dag, nahm Melanie Vincent ab und schaukelte die Kleine in seinen Armen.
Er war froh darüber, dass die Kleine das Kind der Nachbarin war und nicht von Vincent. Obwohl ihn so ein kleines Kind sehr gut stand.

„Na du kleine Maus. Ich bin der Onkel Dag. Und ich prophezei dir mit diesen Organ wirst du mal Opernsängerin oder Metall, dass könnte dir bestimmt  gut stehen. Wie alt bist du den? ...Schau mal Vincent sie hat aufgehört zu Weinen." sagte er stolz und drehte sich wieder um als er im Wohnzimmer stand.

„Ich höre es. Wie hast du das den gemacht? Ich kämpfe hier schon sein 1 Stunde. 6 Monate ist Sie" sagte Vincent leicht beleidigt.
„Tja ich komm halt gut bei den Ladys an. Sie lieben mich" sagte er selbstverliebt.

„Wer liebt dich nicht" murmelte Vincent vor sich her.
„Was hast du gesagt?" fragte Dag und sah von Melanie auf.
„Ach nichts. Aber ich glaub das Musik machen werden wir verschieben müssen" sagte Vincent während er sich auf sein Sofa setzte und sich übers Gesicht fuhr.

Dag sah ihn eine Weile an. Vincent sah fertig aus. Müde und ausgelaugt. „Seit wann hast du den Melanie und wann wird sie wieder abgeholt?" fragte er und setzte sich neben Vincent aufs Sofa.

„Seit kurz nach 6. Also seit 4 Stunden. Und abgeholt wird sie von meiner Nachbarin, wenn sie wieder aus dem Krankenhaus heim kommt. Sie meinte zu mir sie meldet sich." sagte er und streichelte Melanie über den Kopf. Diese sah ihn lachend an eh Sie ihr Gesicht verzog und lautstark los brüllte.

„Ich glaub sie mag mich nicht" sagte Vincent traurig.
„Ich mag dich. Und ich glaub sie hat einfach nur Hunger oder die Windel ist voll. Wenn du sie jetzt schon seit 4 Stunden hast." stellte Dag fest und sah Vincent in die Augen.

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