Wir schweigen.
Wir schweigen schon sehr lange.
Um genau zu sein tun wir das, seitdem mein Vater mich in unser Zimmer gebracht hat und meiner Mutter alles erzählt hat.
Es ist so still, ich kann den Sekundenzeiger der Uhr hören.
Meine Eltern schauen sich an. Ihr Blick ist ausdruckslos. Sie wissen nicht was sie davon halten sollen, genau so wenig wie ich.
Aber im Ernst, was soll ich von der ganzen Sache mit Alessandro halten?
Er ist der erste Junge, der mich wirklich wahrnimmt. Der erste, mit dem ich mich je ausgetauscht habe.
Und zu all dem sieht er nicht schlecht aus.
Plötzlich unterbricht meine Mutter die Stille.
"Valentina" seufzt sie. "Du...du bist in einem schweren Alter.
Ich meine, wie lange kennst du ihn überhaupt?
Er könnte, wer weiß wie, sein! Außerdem ist er ungefähr zwei Jahre älter als du.
Ich finde es schön, dass du ihn magst. Ehrlich.
Was dein Vater gemacht hat, war etwas übertrieben. Er hätte sich nicht einmischen dürfen, sondern später mit dir darüber reden sollen!"
"Wie bitte?" Mein Vater ist entsetzt.
Ja! Weiter so Mama!
"So hätte ich es gemacht, aber ihr Männer müsst ja alles sofort regeln!" Meine Mutter macht eine Pause. "Deshalb möchte ich, dass du noch jetzt zu ihm fährst und dich entschuldigst. Am besten nimmst du Tina mit!"
Jetzt bin ich echt überrascht. Ich dachte immer meine Mutter wäre noch strenger als mein Vater was Jungs betrifft!
Sie hat mir gerade das Gegenteil bewiesen.
"Ich? Entschuldigen?" Fragt mein Vater entgeistert.
Der Blick meiner Mutter durchbohrt ihn.
"Naja, vermutlich hast du Recht!" Fügt er jetzt schnell hinzu und verlässt das Zimmer.
Ich folge ihm sofort.
Wir nehmen das Auto und fahren geradewegs zur Pizzaria.
Nach wenigen Minuten erreichen wir die Stadt und gehen zu Fuß weiter.
Von weitem sieht man schon die Lichter und riecht die Pizza.
Es sieht wundervoll aus.
Nur es sind kaum Leute dort.
Ein Kellner, zu meinem Bedauern nicht Alessandro, fragt uns was wir wollen.
Wir bitten ihn Alessandros Vater, den Chef, zu holen, der kurz darauf auch kommt.
"Entschuldigen sie bitte" sagt mein Vater. "Können sie uns sagen wo ihr Sohn ist?"
"Ah sie sind es!" Antwortet der Chef im italienischen Akzent und lächelt. "Er ist in seine Zimmer. Sie können ruhig dort hin gehen!"
"Vielen Dank" bedanken wir uns und machen uns auf den Weg zur Treppe.
Ich kenne den Weg schließlich schon und gehe voran.
Meine Füße nehmen immer zwei Stufen auf einmal.
Dann kommen wir zu seiner Tür. Erst zögere ich, doch dann klopft meine Hand von alleine gegen die Tür.
Ich höre Schritte von drinnen.
Mein Herz schlägt schneller und ich sehe wie die Tür aufgemacht wird.
Vor mir steht ein großer Italiener, dessen braune Augen positiv überrascht zu mir hinunter blicken, Alessandro.
Ich schmelze wieder dahin.
Diese schönen Augen!
"Was tust du denn hier?" Will er wissen und strahlt.
Dann aber wandert sein Blick hinter mich, wo mein Vater steht.
Er schaut schnell zurück zu mir und dann zu Boden.
Mein Vater räuspert sich. "Können wir mal mit dir reden?"
Alessandros Augen werden groß und er bringt nur ein Nicken hervor. Dann tritt er bei Seite, damit wir in sein Zimmer treten können.
Ich schließe die Tür hinter mir und schaue abwechselnd zu meinem Vater und Alessandro.
"Ich.... ich wollte mich bei dir entschuldigen. Ich hätte dich nicht wegschicken dürfen"
Mein Vater beginnt zu reden und entschuldigt sich in jedem zweiten Satz.
Alessandro schweigt die ganze Zeit über bis der Vortrag zu ende ist.
"Nimmst du also meine Entschuldigung an?"
Er schaut zu mir und zu meinem Vater.
"Ja" meint er dann.
Ein Lächeln breitet sich auf dem Gesicht meines Vaters aus.
Er hatte sich mit seinem Entschuldigungs Vortrag wirklich angestrengt.
Auch ich atme erleichtert aus.
"Na schön. Es ist schon spät und Tina und ich müssen langsam wieder zum Apartment" meint mein Vater.
Oh nein, jetzt schon?
"Tina?" Fragt Alessandro verwirrt.
Oh nein! Jetzt kennt er auch noch meinen Spitznamen.
"So nennen wir sie immer, weil uns Valentina zu lang ist!" Erklärt mein Vater und bewegt sich in Richtung Tür.
Ich folge ihm.
Doch da fasst mich Alessandro noch mal am Handgelenk.
"Valentina" beginnt er leise. "Ich wollte dir nur sagen, dass ich es schön finde, dass du genau so denkst, wegen dem was eben passiert ist. Weil für mich war dieser Kuss so schön, als wäre es mein erster gewesen." Er lächelt.
Sofort werde ich rot.
"Ich hätte mir keinen schöneren ersten Kuss vorstellen können" gebe ich zu und sein Lächeln wird breiter.
Dann streckt er seine Arme aus und zieht mich in eine lange Umarmung.
"Soll ich dich jetzt auch Tina nennen?" Flüstert er schmunzelnd in mein Ohr.
"Bitte nicht Tina! Du kannst mir gerne einen Spitznamen geben, aber nicht diesen."
Er lässt mich los und schmunzelt. "Da fällt mir schon etwas passendes ein.
Also treffen wir uns morgen wieder hier?"
Ich nicke und gehe langsam zu meinem Vater.
Er winkt und ich winke zurück.
Dann gehen wir aus dem Haus und lassen die Pizzaria hinter uns.
So hier ist das neue Kapitel
Ich hoffe es hat euch gefallen:)
Wenn ja könnt ihr mir gerne eine Rückmeldung in die Kommentare schreiben;)
Bis bald Mallillo ♡
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Italian Love
RomanceHallo, mein Name ist Valentina. Ich wohne in Deutschland in einer Stadt namens Saarbrücken! Ich hatte weder einen Freund noch den ersten Kuss. Das ist frustrierend, wenn fast jeder in meinem Umfeld genau das schon hatte oder gerade hat. Aber noch...
