Endlich waren sie am Fuß der Berge angelangt. Es hatte länger gedauert, als Flammenblüte gedacht hatte und die kleine Gruppe war seit ihrem Traum schon vier Tagesreisen unterwegs. Sie hatten immer wieder anhalten müssen, weil die flammenfarbene Kätzin durch ihre Jungen sehr schnell erschöpft war. Sie hatten die Zweibeinerhäuser in großem Abstand umrundet, denn die Clankatzen hatten nach ihrer Entführung erst einmal genug von den Aufrechtgehern, wie Charly sie nannte, gehabt. Nur sehr langsam waren sie den Bergen näher gekommen.
Jetzt kam wohl einer der schwierigsten Teile der Reise: Die Berge. Es wurde immer kälter und der Schnee würde nicht mehr lange auf sich warten lassen, dass konnte Flammenblüte in der Luft spüren. Sie mussten den Stamm des eilenden Wassers unbedingt vor dem ersten Schnee erreichen. Die Reise über das Gebirge, würde auch ohne die Schneeglätte gefährlich genug sein. Flammenblüte konnte sich, auch wenn sie damals erst Schülerin war, noch gut an die Große Reise erinnern. Nicht wenige Katzen waren damals bei der Überquerung der Berge erfroren oder zu Tode gestürtz, weil Schnee lag.
Sie betraten die ersten Steine und die Kätzin sah das Gebirge hoch über sich aufragen. So groß, sahen sie von weitem gar nicht aus, staunte sie. "Lasst uns noch einmal schnell anhalten und etwas fressen. Dort oben wird es schwer werden etwas zu finden", miaute Staubwolke. Flammenblüte konnte seinen Angstgeruch riechen. Für ihn würde es von allen am schlimmsten werden, da er schreckliche Angst vor den Bergen hatte. "Gut. Ich brauche dringend noch eine Pause", eigentlich hatte die Kätzin das nur gesagt, damit ihr Wurfgefährte sich auf den bevorstehenden Anstieg vorbereiten konnte, aber sie bemerkte, dass sie wirklich schon wieder müde war. Was würde sie nur machen, wenn ihre Jungen kamen, bevor sie den Stamm erreicht hatten? Dort oben war es schon für ausgewachsene Krieger schwer zu überleben, doch für Junge war es so gut wie unmöglich. Es wimmelte überall nur so von Raubvögeln, die es auf die Jungkatzen abgesehen hatten. Nicht daran denken, sagte Flammenblüte sich.
Sie legte sich hin und schon nach kurzer Zeit wehte ihr der kalte Wind des Blattfalls einen starken Geruch nach Kaninchen herüber. Die Flammenfarbene wollte aufstehen und das Kaninchen jagen, doch Regenpelz miaute: "Ruhe du dich aus. Ich werde es fangen." Sie wollte widersprechen, schließlich war sie sehr wohl dazu in der Lage ein Kaninchen zu fangen, lies es dann aber doch lieber bleiben. Ihr Gefährte hatte ja recht. Sie musste sich schonen. Für die Jungen. Der Kater wandte sich um und sprang den kleinen Abhang hinunter direkt auf ein paar Haselbüsche zu.
Charly und Flammenblüte streckten sich genüsslich in der Sonne aus. Auch Staubwolke war jagen gegangen. Der Alte krächzte: "Eichhornpfote... nein... Feuerstern, ähm, Feuerblüte. Mäusedreck, ich hab deinen Namen vergessen." Oh SternenClan, warum mussten sie diesen alten Flohball mitnehmen, der sich noch nicht einmal ihren Namen merken konnte? Er war, so gemein es auch klang, nur Balast. "Flammenblüte", miaute sie bemüht ruhig, auch wenn sich der genervte Unterton nicht ganz unterdrücken lies. "Ja natürlich. Flammenblüte, wie konnte ich das nur vergessen?" Mehr sagte der gestreifte Kater nicht. Hatte er vorher nicht einen Satz begonnen und wollte mit ihr sprechen? Flammenblüte sollte sich wohl freuen, dass ihr die verwirrte Feststellung, die der Einzelläufer sicherlich von sich gegeben hätte ersparrt blieb. Trotzdem wüsste sie gerne, was er zu sagen hatte. Wenn es wichtig gewesen wäre, hätte er es bestimmt nicht vergessen. Hoffte sie zumindest. Also war es sicherlich nur dummes Geschwätz, dachte sie. "Flammenblüte", setzte er wieder an, "du siehst deinem Vater und deiner Schwester wirklich ähnlich" Sie hatte richtig gelegen. Es war nur sinnloses Geschwätz. Es war allgemein bekannt, dass sie das Ebenbild von Feuerstern war. Und auch Eichhonrschweif sah ihnen sehr ähnlich, auch wenn ihr Fell etwas dunkler war und sie eine weiße Pfote hatte. Blattsee und Staubwolke dagegen waren ihrer Mutter Sandsturm ähnlicher. Blattsee... oh SternenClan. Blattsees Junge mussten in ein paar Sonnenaufgängen geboren werden, so wie ihre eigenen auch. Was sollte die Heilerin den jetzt ohne sie machen? Ihr Plan war hinfällig, denn Flammenblüte war weit von ihrer Schwester entfernt. Der DonnerClan würde, wenn das mit den Jungen rauskam, bestimmt nicht zulassen, dass sie länger Heilerin war! Flammenblüte konnte nur hoffen, dass Eichhonrschweif und Blattsee eine Lösung finden würden.
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Warrior Cats - Die Tochter des Feuers
Fanfiction"Der See wird sterben. Zu dritt werdet ihr zu den Wolken gehen und Feuer sein. Nur so kannst du die Clans retten." Eine Prophezeiung kann das Leben einer Katze für immer verändern. Das hatte Flammenblüte schon als Junges von ihrem Vater Feuerstern g...
