Kapitel 67

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„Flammenstern! Geht es dir gut?“, miaute Wasserpfote erschrocken, als sie ihre Mutter erblickte. Die Wunde über ihrem Auge musste schlimmer aussehen, als sie gedacht hatte. Wasserpfote sprang auf Flammenstern zu und begrüßte sie Nase an Nase. Die flammenfarbene Anführerin schnurrte. „Ja mir geht es gut. Sind nur ein paar Kratzer.“ Von Düstersturm, den sie mit dem Schweif führte konnte man das nicht behaupten. Als der Blick der getigerten Kätzin auf den Krieger fiel, holte die junge Schülerin überrascht Luft. „Düstersturm? Was ist denn passiert?“

Der schwarze Kater seufzte. „Wasserpfote? Bist du das?“ Flammenstern tat es schrecklich leid, dass der Kater nun fragen musste, wer mit ihm sprach. Hätte sie ihn nur vorher gewarnt wer auf sie zukam! „J…ja“, stotterte Wasserpfote und warf ihrer Mutter einen fassungslosen Blick zu. „Ich habe gegen einen Hund gekämpft“, miaute Düstersturm und schauderte bei der Erinnerung. „Ich hatte ihn besiegt und wollte mich gerade zu meinem nächsten Gegner umdrehen als einer mich in die Seite rammte und ich stürzte. Mitten in die zerstörten Brombeersträucher hinein. Auf einmal durchzuckte ein brennender Schmerz meine Augen und dann folgte nur noch Dunkelheit.“ Flammenstern war gar nicht aufgefallen, dass sie den schwarzen Krieger noch gar nicht nach dem Vorfall gefragt hatte.

Gelbpfote und Blaupfote kamen bei ihnen an und blieben stehen. „Kommt, weiter. Wir sind gleich da.“ Als die weiß-graue Schülerin Wasserpfote bemerkte nickte sie ihr zu. „Bist du der Wachposten? Wie geht es Rennpelz?“ Wasserpfote nickte. „Ja. Rennpelz geht es den Umständen entsprechend. Ob er je wieder laufen kann ist fraglich.“ Bei den letzten Worten seufzte sie. Flammenstern konnte es nicht glauben. Drei Neuzugänge für den Ältestenbau? Das konnte doch einfach nicht wahr sein! „Können wir weitergehen? Ich würde mich gern von Rotpfote untersuchen lassen und dann in Selbstmitleid baden wenn’s recht ist“, brummte Düstersturm ungeduldig. Die flammenfarbene Anführerin wandte sich an ihre Schülerin: „Blaupfote, kannst du mit Wasserpfote hier warten und dafür sorgen, dass Staubwolke sofort zu Rotpfote geht wenn er hier ankommt?“ Eifrig nickte Blaupfote und gesellte sich zu der weiß-silbern getigerten Schülerin.

Flammenstern legte ihren Schweif, der immer noch ziemlich schmerzte, über Düstersturms Schulter und führte ihn in den Spalt in der Mauer, in dem die Katzen sich versteckt hielten. Der Kiesboden unter ihren Pfoten war nass, da aus dem Spalt ein Rinnsal floss, das in den Fluss der sich hinter ihnen befand mündete. Es war schon fast Abend, die Sonne würde bald hinter den Zweibeinernestern untergehen. Es würde wohl schon dunkel sein, bis Regenpelz und Polarlicht, die Kämpferherz trugen, Rabensturm und Staubwolke bei ihnen ankommen würden.

„Wir betreten jetzt einen Spalt zwischen einer Zweibeinermauer. Dort drinnen sind die Katzen des FeuerClans“, erklärte sie Düstersturm, damit dieser sich einigermaßen zurecht fand. Sie quetschten sich durch den Spalt, wobei Flammenstern ihren Kopf einziehen musste. Andere Kätzinnen hätten aufrecht hindurchgehen können, doch die junge Anführerin war wohl mal wieder zu groß. Im inneren war es ziemlich dunkel und Flammensterns Augen mussten sich erst an das Dämmerlicht gewöhnen. Sie stand mit ihren Pfoten mitten in dem Rinnsal und die Kälte breitete sich von ihren Krallen bis in ihre nicht mehr vorhandene Schwanzspitze aus. Die Höhle in der sie sich nun befand war nicht sonderlich groß. Sie bot gerade genügend Platz, damit die Katzen ihres Clans sich ausruhen konnten. Flammenstern war von vielen Pelzen umgeben. Einige Katzen dösten vor sich hin, andere unterhielten sich leise. Wo das Rinnsal entsprang konnte sie nicht feststellen. Von weiter hinten konnte sie ein Stöhnen hören. Das musste Rennpelz sein.

Langsam bahnte sie sich ihren Weg auf das Geräusch zu, Düstersturm befand sich direkt hinter ihr.

Unabsichtlich trat sie auf einen Schweif, woraufhin eine junge Stimme wütend fauchte: „Pass doch auf wo du hintrittst!“ Verwundert drehte Flammenstern sich zu ihrem Sohn um. Als Glutpfote sie bemerkte riss er überrascht die Augen auf. „Flammenstern! Tut mir leid, ich dachte…“ Sie zuckte amüsiert mit den Schnurrhaaren. „Du solltest auf deine Umgangsformen achten, kleiner Kater“, erschallte es hinter ihr, gerade als sie Glutpfote zurechtweisen wollte. Der feuerfarbene Kater zog die Stirn kraus, als er Düstersturm betrachtete. Da Flammenstern keine Lust hatte, noch einmal die Erklärung anzuhören, trottete sie einfach weiter auf den hinteren Teil der Höhle zu.

Warrior Cats - Die Tochter des FeuersGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt