Nachteulen

539 13 0
                                        

Tja, das ist Pop's Chock'lit Shoppe. Seit Jahrzehnten das Herz von Riverdale. Das jüngste Opfer im dauernden Kampf der Stadt gegen die Finsternis. Entsetzt blickte ich auf die Schrift, die die Wand des Diners zierte. Diner des Todes. Ich öffnete die Tür des Ladens und schaute zu einem niedergeschlagenen Pop Tate. “Pop?“, fragte ich vorsichtig.
“Hast du's gesehen?“, fragte er er traurig, “Was sie an die Wand von meinem Chock'lit Shoppe geschrieben haben?“ Ich hatte es gesehen. Und es machte mich wütend.
In der Schule erzählte ich den anderen davon. “Noch ein Sieg für die bösen Jungs. Niemand war da. Alle Kellner haben gekündigt. Er sagt, das ist nicht sicher, wie lange er noch geöffnet haben kann. Vielleicht nicht mal mehr 'ne Woche.“, sagte ich traurig.
“Ist wegen der Sache mit meinem Dad. Die Menschen flippen aus und ich will ehrlich sein, ich hab grad auch kein Bock dorthin zurück zu gehen.“, entgegnete Archie.
“Entschuldige mal, warte. Akzeptierst du, was da passiert ist?“, fragte ich entsetzt. “Ich lass mir nicht von einem Psycho mit 'ner Waffe diktieren, was aus unserem Treffpunkt wird. Jug, du bist durchgedreht, um das DriveIn zu retten.“
“Ich kann mich nicht noch mehr, um soziale Dinge kümmern. Ich hab viel zu tun.“, erklärte er mir entschuldigend.
“Mit deinem Dad. Ist schon klar. Er hat natürlich deine Priorität. Ich mach den Anfang und helfe Pop Tate.“ Betty nickte zustimmend.
“Ich auch.“, sagte sie lächelnd.
“Ich helf auch, Sierra. Alles, was mich von meinen Eltern fernhält ist mir recht.“, warf Veronica ein.
“Ich muss los. Ich treff mich mit dem gerichtlich bestellten Witz von einem Anwalt, der meinen Dad vertritt im Büro des Sheriffs.“, erzählte Jughead und schnappte sich seinen Rucksack. Archie nahm sich ebenfalls seine Sachen. “Ich komm mit, Jughead. Ich will ein paar Flyer für Sheriff Keller abgeben.“ Er gab Veronica einen kurzen Kuss und verschwand dann. Wir Mädels blieben zurück und schmiedeten Pläne.

Betty, Jughead und ich verabredeten uns im Rathaus, während Veronica sich un Archie kümmerte. Offensichtlich schlief er nicht mehr in seinem Zimmer, was Betty etwas Sorgen bereitete. Deswegen sollte Veronica nachsehen, was los war. Als Bürgermeisterin McCoy ihr Büro verließ, gingen wir sofort auf sie zu. “Womit kann ich euch helfen?“, fragte sie freundlich.
“Naja, der Chock'lit Shoppe steht kurz vor der Pleite und wir wollen, dass Pop Tate weiß, dass die ganze Stadt hinter ihm steht.“, begann ich und folgte der Bürgermeisterin die Treppe hinauf.
“Sierra...“
“Wir haben gedacht, Sie könnten vielleicht das Gebäude unter Denkmalschutz stellen oder ein Pop's Tag ausrufen.“, half Betty mir.
“Was, wenn ich das Pop's unterstütze und nächste Woche wieder jemand dort erschossen wird?“, fragte Bürgermeisterin McCoy. “Meine Priorität als Bürgermeisterin und als Mutter ist es die Stadt sicher zu machen. Wenn wir das Pop's dafür schließen müssen, von mir aus gern.“
“Sind Sie auch dafür, meinen Dad ins Gefängnis zu schicken für einen Mord, den er gar nicht begangen hat?“, meldete sich Jughead zu Wort.
“Ist das hier ein Hinterhalt?“, fragte Mrs McCoy.
“Ich weiß, Sie haben Einfluss auf den Staatsanwalt. Vielleicht rufen Sie ihn an und versuchen, dass mein Dad einen besseren Anwalt bekommt oder so.“
“Dein Vater hat Fehler gemacht. Er bekommt eine faire Verhandlung.“
“Bürgermeisterin McCoy, merken Sie sich den Moment. In diesem Moment haben Sie sich von beiden abgewendet, von Pop Tate und meinem Vater.“, sagte er sauer und ging. Entsetzt sah ich ihm nach. Die Bürgermeisterin würde uns nun wirklich nicht mehr helfen, selbst wenn wir sie überreden wollten. Aber ich hatte schon bald eine neue Idee.

“Der Terror darf nicht gewinnen. Wir veranstalten ein Event im Pop's, welches der Stadt die alten Zeiten in Erinnerung ruft.“, erzählte ich Kevin, Betty und Veronica im Blue-and-Gold-Büro. “Zum Beispiel, wie er damals zum ersten Mal geöffnet hat.“
“Sierra, ich steh auf Milchshakes wie viele Mädchen hier und Pop's stellt Serendipity 3 in den Schatten, aber wozu dieses riesen Theater?“, fragte Veronica mich. Entgeistert sah ich sie an und lachte auf.
“Orange freezes mit meinem Dad, wenn er mal einen freien Tag hatte. Hühnersuppe mit meinem Onkel Calvin nach dem Eislaufen.“, erklärte ich.
“Gegrillte Käsesandwiches am letzten Tag der Sommerferien mit Archie.“, fügte Betty lächelnd hinzu. “Da hab ich dich zum ersten Mal getroffen, Veronica.“
“Und dich ebenfalls, wenn du dich erinnerst, Kevin.“, lachte ich und sah zu ihm.
“Und natürlich Jug.“, machte Betty weiter. “Er verliert vielleicht seinen Dad. Aber vielleicht können wir diesen wunderbaren Ort für ihn retten. Für uns alle.“
“Du sagst es, Betty.“, sagte ich lächelnd. Als es an der Tür klopfte, drehte Veronica sich um. Ein Mann mit einem Blumenstrauß kam herein und sah sie an. “Hey, Veronica. Können wir reden?“ Irritiert sah ich zwischen Veronica und dem Mann hin und her. “Daddy?“, fragte Veronica entsetzt. Mir klappte der Mund auf.
“Daddy?“, sagten Kevin und Betty fragend im Chor. Mr Lodge war offiziell aus dem Gefängnis zurück.

RiverdaleGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt