An der Riverdale High wurde die Spirit Week gefeiert. Und zum ersten Mal seit Jahren hatten die Schüler wirklich was zu feiern. Dank ihres Newcomers Monroe Moore fuhren die lange erfolglosen Bulldogs endlich wieder zu den State Finals, wo sie gegen die unangefochtenen Titanen des Spielfeldes antraten: die Stonewall Stallions. Principal Honey gab bei der Spitzenreporterin Betty Cooper einen Artikel über das Spiel in Auftrag. Für ihn war die Meisterschaft endlich wieder etwas Positives für seine Promotion. Aber für Riverdales Starting Quarterback Archie Andrews war die Spirit Week aus einem anderen Grund etwas ganz Besonderes. Es sollte die letzte seiner Laufbahn werden. Ich saß direkt neben Betty im Blue-and-Gold-Büro, um unsere Footballstars zu interviewen. Mit einem Notizblock und einem Stift bewaffnet, wartete ich nur darauf ein paar Antworten zu kriegen, um sie gemeinsam mit Betty in einen Artikel zu bekommen. "Also, das letzte Spiel der Saison. Wie fühlst du dich Archie?", richtete Betty sich an unseren Quarterback.
"Ehrlich gesagt, als würden wir gewinnen.", antwortete der Rotschopf lächelnd, was mich zum Lachen brachte.
"Monroe, was ist mit dir?", wandte ich mich an Maddog, der in diesem Interview sicher nicht zu kurz kommen sollte.
"Ich freu mich einfach auf die Meisterschaft.", entgegnete dieser scheu und spielte mit seinen Fingern. Reggie stieß einen Jubellaut von sich und lachte.
"Er ist nur bescheiden, Sierra. Ein Scout von Notre Dame will ihn sich ansehen.", teilte Archie uns mit.
"Reggie, wie ist dein Kommentar?", fragte Betty lächelnd.
"Du willst ein Zitat, Betts?"
"Sicher."
"Ich geb dir ein Zitat. Stonewall ist scheiße."
Das war nun wirklich ein eindeutiges Zitat. "Der einzige Grund, warum sie unbesiegt sind ist, dass sie unfair spielen. Viele Spieler, die gegen sie gespielt haben, haben furchtbare Verletzungen erlitten."
"Was meinst du damit?", fragte ich und schrieb mit.
"Das bedeutet, sie spielen nicht, um zu gewinnen. Sie wollen wehtun." Das hörte sich mehr als nur merkwürdig an. Reggie begann zu grinsen und legte Monroe eine Hand auf die Schulter. "Aber sie hatten es noch nicht mit unserem Mann hier zu tun. Monroe." Ein unsicheres Lächeln trat in Monroes Gesicht. Vielleicht war er von Reggies Worten nicht ganz so überzeugt.
Aufgrund dessen, was Reggie uns über die Stonewall Preps erzählt hatte, beschloss Betty der ganzen Sache mal auf den Grund zu gehen. Immerhin waren es schwere Anschuldigungen gegen das Footballteam. Sollte sich das ganze jedoch bewahrheiten, würden wir dafür sorgen, dass jeder davon erfuhr. Diese arroganten Schnösel dachten nämlich sicher, dass sie alles tun dürften und dann auch noch damit davon kamen. Diesmal jedoch nicht. Da war ich mir zu 100 Prozent sicher. Jeder, mit dem wir gesprochen hatten, bestätigte Reggies Behauptungen ohne mit der Wimper zu zucken. Dad Footballteam der Stonewall spielte unfair. Und wie es aussah bezahlten sie sogar die Schiedsrichter, damit sie nicht eingriffen. Und das, was mich am meisten schockierte, war die Tatsache, dass der Coach die Spieler dafür bezahlte, andere zu verletzen. Das war der Punkt, an dem ich merkte, dass sie das alles nicht einfach aus Spaß machten. "Du musst uns einen riesen Gefallen tun, V.", begann Betty, während sie auf dem großen Bett saß und Veronica beim frisieren zusah. "Monroe wurde letzte Nacht vor Archies Laden überfallen."
"Ich weiß.", antwortete Veronica mitfühlend. "Archie hat es mir erzählt. Der arme Monroe."
"Er denkt, Monroe wurde von jemandem von der Stonewall Prep angegriffen. Und wegen der Masken, die sie trugen, glauben wir das auch. Ganz bestimmt war es Brett. Und wir wollen die Story in der Blue & Gold bringen, doch wir brauchen Beweise oder ein Geständnis. Reggie hat gehört, die Stonewall schmeißt heute eine Party, um alle auf das Spiel einzustimmen."
"Rieche ich da einen klassischen B und V Streich, Betty?" Veronica drehte sich grinsend auf ihrem Stuhl herum, um uns anzusehen.
"Nur ein V-Streich, leider. Dummerweise. Ich kann nicht in der Nähe von Brett sein. Er kennt mich. Aber ich dachte, du könntest vielleicht hingehen. Du mit deinem Femme Fatale Charme."
"Mach ich.", stimmte Veronica zu.
"Lässt du dich vielleicht verkabeln?", warf ich fragend ein und bekam ein zustimmendes Nicken.
"Ja. Und ich denke, ich weiß auch schon, wie ich diesen Brett zum Plaudern bringe."
Auch wenn ich nicht der größte Fan von Veronica war, eins musste man ihr lassen. Sie war teuflisch. Und gerade in diesem Moment brauchten wir das ganz dringend.
Unser Plan hatte nicht so geklappt wie wir es uns gewünscht hatten. Jughead war auf der Party gewesen und hatte Veronica natürlich sofort erkannt, was sie auffliegen ließ. Betty war stinksauer, weil ihr Freund ihr nicht erzählt hatte, dass er in Bretts geheimen Club Mitglied war. Dennoch konnten wir wenigstens ein paar Informationen aus dem Schnösel rauskriegen, um den Artikel zu schreiben, auch wenn sie noch nicht viel bewiesen. Mr Honey ließ das Blatt Papier mit unserem Artikel sinken und sah uns mit ausdrucksloser Miene an. "Das ist nicht der Artikel, um den ich Sie gebeten habe."
"Nein. Er ist besser.", antwortete ich selbstsicher und lehnte mich im Stuhl zurück. "Das ist ein Eposé über eine Gewaltkultur, die an der Stonewall Prep geführt wird."
"Wir können keine Geschichte veröffentlichen, basierend auf Hören-Sagen. Ich rate Ihnen den Artikel zu schreiben, den sie eigentlich liefern wollten. Eine Geschichte, die Ihre Mitschüler feiert und Ihre Schule. Oder Sie lassen es. Das hier werden wir auf keinen Fall drucken. "
Genervt schnappte Betty sich den Artikel und erhob sich. Schweigend folgte ich ihr aus dem Büro. Das ging ja mal mächtig in die Hose.
Mit einer Decke bewaffnet setzte ich mich neben Kevin auf die Tribüne und runzelte verwirrt die Stirn, als ich Jughead entdeckte. "Verzeihung, hast du dich verlaufen? Solltest du nicht auf der Stonewallseite sitzen?", fragte ich amüsiert und breitete die Decke auf meinem Schoß aus.
"Ich denke, dass das mit Yale noch was wird. Und ich war schonmal ein Bulldog. Wie lief es mit Honey?"
"Naja, wie du sehen kannst, findet das Spiel statt. Also, wir haben es versucht.", gab ich schulterzuckend zurück und widmete mich dann dem Spiel, bei dem Monroe überraschenderweise dabei war. Obwohl die Stonewalltypen alles versuchten, machten die Bulldogs trotzdem Punkte. Ich war gespannt wie es weiter gehen würde. In der zweiten Hälfte beobachtete ich genau, wie Monroe versuchte durch sie Menge zu laufen und dann von ein paar Spielern angerempelt wurde, bevor er zu Boden fiel. Archie eilte zu ihm, um ihm aufzuhelfen, doch es war sowieso zu spät. Die Stonewall Prep gewann trotz seines starken Einsatzes.
"Freut mich, dass Sie es sich überlegt haben. Es freut mich in der Tat. Das ist ein großartiger Artikel. Gute PR für die Schule. Auch wenn wir verloren haben.", meinte Mr Honey zufrieden, als er die Schülerzeitung las.
"Das Spiel haben wir vielleicht verloren, aber auf keinen Fall den Krieg.", begann Betty. "Ich hab noch weiter recherchiert über die Stonewall Prep. Wussten Sie das, sie haben ein weltklasse Quizteam. Und der Kapitän des Teams ist kein anderer als der scheiß Kerl, Schüler, Sportler Brett Weston Wallace."
"Ja, aber die Meisterschaft ist schon in wenigen Wochen. Und Riverdale hat noch nicht mal ein Team.", entgegnete Mr Honey ihr, doch Betty schaute ihn wissend an. Verwundert schaute ich zwischen den beiden hin und her. "Ms Copper, melden Sie sich freiwillig?" Mr Honey beugte sich mit einem selbtgefälligen Lächeln vor. "Denn ich würde liebend gern noch eine Trophäe in den Händen halten."
"Principal Honey, zu diesem Zeitpunkt gibt es nichts, das ich mehr genießen würde als der Stonewall Prep krätig in den Arsch zu treten."
"Dann haben Sie meinen vollen Support, Kapitän."
Vermutlich würde es noch eine interessante Wendung geben.
DU LIEST GERADE
Riverdale
FanfictionRiverdale scheint auf den ersten Blick ein ruhiges, friedliches Städtchen zu sein, doch der Schein trügt. Seit dem tragischen Tod von Jason Blossom ist nichts mehr wie es mal war. Ein Mörder weilt unter den Menschen in Riverdale. Außerdem mischt die...
