Tja, da war er. Der Moment, auf den wir alle gewartet haben. Ein Feuer im Wald. Drei Freunde in Unterwäsche, mit Blut befleckt. Und Jugheads Kultbeanie in den Flammen. Auf der Rückfahrt nach Riverdale sprachen wir kein Wort miteinander. Das hätten wir aber tun sollen. Um unsere Geschichten miteinander abzustimmen. "Das bist du ja, ich hab mir Sorgen gemacht." Mein Vater stürmte zur Tür, nachdem ich sie geöffnet hatte. Er verstummte, als er mich halbnackt stehen sah und runzelte verwirrt die Stirn. "Was zum... Sierra, was ist passiert? Wo sind deine Sachen?"
"Ich ähm...", begann ich zu stammeln. "Ich war auf einer Stonewall Party und irgendwie kam Veronica auf die Idee baden zu gehen, im See. Und irgendwie waren sie danach verschwunden."
"Das ergibt keinen Sinn.", bemerkte mein Vater, ließ mich jedoch vorerst damit durchkommen. "Na los, ab ins Bett mit dir."
Wortlos tapste ich an ihm vorbei nach oben in mein Zimmer. Meine Mutter hätte tausend Fragen gestellt. Zu meinem Glück war mein Vater eher der stillere Typ. Oben angekommen schloss ich die Zimmertür hinter mir und lehnte mich dagegen. Mein Atem war unregelmäßig und mein Puls viel zu hoch. Die Anzeichen einer Panikattacke. Tja, das ist die Sache mit einem Mord: Man muss damit umgehen können. Vor allem, wenn alles darauf hinweist, dass deine beste Freundin ihn begangen hat.
"Eine Toga-Party, Strip-Poker und Nacktbaden. Das sind drei völlig verschiedene Erklärungen. Wenn unsere Eltern miteinander reden, dann stecken wir in ziemlichen großen Schwierigkeiten.", erklärte Betty am nächsten Morgen im Pop's.
"Ich hatte Panik. Ich hab das erste gesagt, was mir einfiel.", entgegnete Archie nervös.
"Ich auch.", sagte Veronica leise.
"Geht mir genauso.", fügte ich seufzend hinzu. Immerhin waren sich Archies und meine Geschichte ähnlich.
"Genau wie ich.", meinte Betty. "Aber solche Fehler können wir uns nicht erlauben. Charles hat das mehr als deutlich klar gemacht."
Es war nun schon das zweite Mal, dass ich einen Mord vertuschte. Das war mindestens genauso schlimm wie selbst einen zu begehen.
"Ich denke immer noch, wir hätten jemand anderen als Charles anrufen sollen.", begann Archie.
"Nein." Betty antwortete so schnell, dass ich aufschaute. "Charles war die richtige Wahl. Er hat Erfahrung im Umgang mit.."
"Körpern.", beendete ich den Satz. "Toten Körpern."
"Genau genommen, ja. Er ist ein Experte. Ohne ihn würden wir im Gefängnis sitzen."
"Wofür, wir haben doch nichts getan, oder?", warf Veronica entgeistert ein. "Oder was, Betty? Als wir dich bei Jughead fanden..."
"Da hatte ich ihn auch gerade gefunden.", verteidigte Betty sich.
"Du hattest den Stein in der Hand."
"Ja, ich hab den Stein aufgehoben. Das war echt ein dummer Fehler. Ich bin voll in die Falle getappt. Diese Psycho-Preppies wollen uns einen Mord in die Schuhe schieben."
"Wieso? Ich meine, uns kennen die doch kaum!", warf ich ein und fuhr mir frustriert durch die Haare.
"Ich meine mich. Hier geht es nur um mich! Die wollen mir den Mord anhängen. Das war ihr Plan! Sie wollten, dass ich auf frischer Tat ertappt werde. Wie ich über Jugheads Leiche stehe, mit meiner DNA auf allen Sachen. Ganz klar. Das ist das Einzige, das Sinn ergibt." Veronica und Archie blickten wortlos weg. Auch ich schwieg, denn meiner Meinung nach hatten wir schon viel zu viel gesagt. Was wenn uns jemand hörte? "Okay. Wir müssen clever sein und überlegen. Wir müssen sie zum Fall bringen. Mit dem, was sie getan haben, dürfen sie nicht durchkommen."
"Und warum wollten sie Jughead umbringen?", fragte ich, denn es ergab einfach keinen Sinn für mich.
"Vielleicht war er näher an der Wahrheit über Chippings Tod dran als sie wollten. Oder vielleicht..."
"Oder was?", hakte Archie nach.
"Vielleicht ist das für sie nur ein krankes Spiel. Naja, ein Spiel oder ein Experiment für den perfekten Mord."
"Wenn es ein Spiel ist, dann ein sehr krankes.", murmelte ich und lehnte mich mit verschränkten Armen zurück.
"Hey, Leute. Was geht?", begrüßte Kevin uns, was mich zusammenzucken ließ. Wie lange war er schon im Pop's? "Kann ich mich setzen?"
"Hey, Kev. Wir bereden was wichtiges. Ist grad ungünstig.", antwortete Archie ihm.
"Oh, klar. Verstehe." Irritiert von Archies Verhalten drehte Kevin sich um und ging.
"Archie, das war genau das Falsche. Hast du verstanden? Wir müssen uns ganz normal verhalten. Alles ist normal." Betty fuhr herum, um Kevin zurückzuholen. "Kevin! Komm her, Archie hat nur Spaß gemacht. Nicht wahr, Archie?"
"Ja, sorry Kev. Mein Fehler."
Betty rückte ein Stück in meine Richtung, damit Kevin neben ihr Platz mehmen konnte. "Okay. Und worüber habt ihr geredet? Es wirkte... intensiv."
Das war es auch. Abwechselnd schaute ich zwischen meinen Freunden hin und her, ehe ich das Wort ergriff.
"Wie läuft es denn mit dem Musical? Hast du dich schon entschieden?"
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Riverdale
FanfictionRiverdale scheint auf den ersten Blick ein ruhiges, friedliches Städtchen zu sein, doch der Schein trügt. Seit dem tragischen Tod von Jason Blossom ist nichts mehr wie es mal war. Ein Mörder weilt unter den Menschen in Riverdale. Außerdem mischt die...
