Mit aller Macht

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Ein Stück Papier. Mehr war nicht nötig, um all das zu bestätigen, was Betty befürchtet hatte. Dass sie einen gefährlichen Fremden in ihr Haus gelassen hatte. Zwischen Veronica und Archie kriselte es langsam, was vor allem daran lag, dass er das Gefühl hatte, sie würde ihn manipulieren. Vielleicht war das auch so. Niemand von uns wusste, was los war. "Dein Propaganda Artikel in der Zeitung war wirklich vom Feinsten, Oliva Pope.", meinte Jughead und reichte mir die Zeitung.
"Bitte nicht, Jughead.", entgegnete Veronica ihm und rümpfte die Nase.
"Wusstest du von der Schließung der Southside High oder dem Gefängnis?"
"Natürlich nicht. Das war alles Sache ihrer Eltern, richtig V?", warf Betty ein und sah ihre Freundin an. Veronica sah unschlüssig zu Archie. Ich vermutete, dass das Mädchen mehr wusste als sie zugab.
"Sie wusste es nicht, Jughead, Ok? Also lass sie in Ruhe.", mischte sich Archie ein. Überrascht schaute ich den Rotschopf an. Erst kam er zu uns, damit wir mit Pop redeten und nun verteidigte er Veronica.
"Alles klar. Ich muss eh meine Energie einteilen. Ich werd in einen Hungerstreik treten. Als Protest gegen die Schließung der Southside High. Damit sie wieder aufmacht.", verkündete Jughead. Ungläubig faltete ich die Zeitung zusammen und sah ihn an. Archie lachte leise auf, während er in sein Brot biss. "Was?", fragte Jughead ihn.
"Sorry, man. Es ist nur, du isst andauern. Also viel Glück dabei.", meinte Archie belustigt. Lachend schüttelte ich den Kopf und widmete mich meinem Essen.
"Hey, Jughead hat das Recht friedlich zu protestieren. Also unterstützen wir ihn dabei, okay?", warf Betty streng ein. Veronica und ich nickten. Bevor ich etwas sagen konnte, begab sich Ethel an unseren Tisch. In ihrer Hand hatte sie einen Becher von Pop's.
"Veronica?", fragte sie und sah die Schwarzhaarige erwartungsvoll an.
"Oh hey, Ethel.", begrüßte Veronica sie.
"Für deine Verbrechen gegen Riverdale, für das, was du und deine Familie getan haben und noch immer tun, erklären wir dich für schuldig. Und das ist deine Strafe.", meinte Ethel gehässig und kippte ihr die rosa Flüssigkeit aus dem Becher prompt in ihr Gesicht. Geschockt öffnete ich den Mund. Das nannte man dann wohl Vergeltung.

"Freunde, ich habe eine aufregende Ankündigung zu machen. Ich kandidiere als neue Schülersprecherin. Ich trete gegen Reggie, den Frauenhasser, Mental an.", verkündete Veronica fröhlich im Aufenthaltsraum. Die Miene meines Bleistifes brach ab, während sie das sagte. Das war doch nicht ihr ernst?
"Das soll wohl ein dummer Witz sein.", sagte ich und legte meinen Block zur Seite.
"Wenn die gestrigen dramatischen Dinge mir eins gezeigt haben, dann dass ich auf keinen Fall ein Opfer bin. Und ich erlaube mir auch nicht ein Opfer zu sein.", meinte Veronica locker. Die Ereignisse, von denen sie sprach waren das Getränk von Ethel und die Tatsache, dass sie Reggie eine reingehauen hatte, als er sie provozierte. Letzteres hatte ich mit einem Schmunzeln kommentiert.
"Deine Eltern übernehmen Riverdale und jetzt willst du auch noch unsere Schule übernehmen? Ist das ein Teil von Mummy's und Daddys teuflischen Anweisungen?", warf Jughead ein.
"Jug, ich versteh deine schlechte Laune. Hast ja auch lange nichts mehr gefuttert.", meinte Archie.
"Im Gegenteil, meine Eltern finden, ich sollte das Rampenlicht meiden.", sprach Veronica.
"Echt?", fragte ich und zog eine Augenbrauen nach oben.
"Ich wurde geboren, um gewählt zu werden."
"V, wenn du Schülersprecherin werden willst, hast du unsere Stimmen.", sagte Betty lächelnd. Jughead und ich tauschten ein paar Blicke. Meine würde sie wenn dann nur bekommen, weil Reggie nicht fähig war die Schüler zu vertreten. Dafür war sein Ego viel zu groß.
"Ja, Team Ronnie, voll und ganz.", stimmte Archie lächelnd zu. Wieso überraschte mich das nicht?
"B? Als die Thelma zu meiner Louise, kann ich es mir mit niemand anderem vorstellen. Wirst du meine Stellvertreterin?", fragte Veronica aufgeregt. Jughead nahm einen Schluck aus seinem Wasserglas und sah Betty mit einem undefinierbaren Blick an. "Selbstverständlich, V. Es wäre mir eine Ehre.", grinste Betty und stand auf, um sie zu umarmen.
"Unglaublich. B und V. Ein Team, an das man glauben kann.", meinte Veronica stolz. Doch ich war eher weniger begeistert.

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