Kevin, Josie und Reggie blickten uns völlig perplex an. Es war vielleicht nicht die beste Idee ihnen zu erzählen, was Mrs Cooper zu dem Spiel gesagt hatte, aber wir mussten es tun. Denn je mehr Leute Griffins & Gargoyles spielten, desto höher war das Risiko, dass jemand verletzt wurde. "Jetzt warte mal. Du willst mir sagen, dass meine Mutter damals eine regelbrechende Aktivistin war gegen Rassentrennung in der Highschool?", fragte Josie ungläubig.
"Und dass sie und mein Vater damals was hatten?", fügte Kevin hinzu. Betty und ich tauschten kurz Blicke. Eigentlich hatten die beiden das gut zusammengefasst. Schulterzuckend nickten wir. "Glaub ich nicht.", warf Reggie eib, was mich die Augen verdrehen ließ. "Niemals hat mein alter Herr sich verkleidet und mit 'ner Gruppe langweiliger Nerds abgegangen." Kevin und Josie warfen dem Jungen einen finsteren Blick zu.
"Es ist wahr, Reggie.", entgegnete Betty ihm.
"Und ihr wollt jetzt, dass wir was genau herausfinden?", fragte Josie.
"Unser Verdacht ist, wer damals der Spielleiter war, der ist es jetzt auch. Deswegen müssen wir ihn stoppen bevor es noch schlimmer wird.", versuchte ich es den anderen zu erklären.
"Warte, was versuchst du uns zu sagen?", unterbrach Kevin mich stirnrunzelnd.
"Dass einer unserer Eltern verantwortlich ist für das, was Dilton und Ben passiert ist?", fragte Josie ungläubig. Betty schaute die beiden an. "Möglich wärs.", sagte sie dann. "Deswegen dürft ihr ihnen nicht sagen, dass ihr über den Mitternachtclub Bescheid wisst. Ihr müsst vorsichtig und subtil vorgehen, wenn ihr sie fragt, was sie wissen."
Ich hatte schon mal einen Fall gelöst. Wenn ich herausfinden konnte, wer Blackhood war, dann würde ich auch herausfinden, wer der Gargoyle King war.
Nachdem die anderen mit ihren Eltern gesprochen hatten, trafen wir uns wieder im Blue-and-Gold-Büro. Da meine Eltern selbst noch Probleme hatten, hatte ich beschlossen sie nicht nach dem Spiel zu fragen. Es fiel uns schon schwer beim Abendessen als eine Familie zusammen zu sitzen. Wenn ich das Spiel ansprechen würde, würde alles nur schlimmer werden. "Sie haben also nichts gesagt? Sie geben gar nichts zu?", fragte Betty ungläubig.
"Sie haben nur gelogen und so getan, als wüssten sie nichts davon.", antwortete Kevin. Fassungslos schüttelte ich den Kopf.
"Komm endlich zur Sache, Kevin.", drängte Josie genervt. "Sie haben auch gesagt, sie wollen heiraten." Belustigt schaute ich die beiden an. Josie und Kevin konnte ich mir nur schwer als Geschwister vorstellen. "Ernsthaft? Wollen die irgendwie ablenken oder so?", warf Betty fragend ein. Josie legte ihr Gesicht in ihre Hände.
"Ich hab keinen Schimmer.", murmelte sie in ihre Hände.
"Und ihr denkt, das wär eine verrückte Reaktion?", kam es plötzlich von Reggie, der bisher kein Wort gesagt hatte. Genervt nahm er seine Sonnenbrille runter und präsentierte uns sein blaues Auge. Ich verzog automatisch das Gesicht. "Das hab ich gekriegt, als ich meinen Dad nach dem scheiß Spiel gefragt hab.", erklärte er uns. Vorsichtig trat ich näher und fuhr mit dem Finger über den Bluterguss. "Das pocht ja sogar.", stellte ich fest. Immerhin wusste ich nun, wieso er die ganze Zeit eine Sonnenbrille getragen hatte, obwohl es längst dunkel war. Genervt schlug er meine Hand weg. "Warum weichen unsere Eltern einer Sache aus, die vor mehr als 25 Jahren passiert ist?", fragte er dann weiter. "Wollt ihr uns das nicht sagen?" Allerdings war das gar nicht so einfach. Mein Blick blieb an Veronica hängen, die den Raum betrat. Für diesen Moment war ich ihr dankbar, dass sie störte. "Leute, worum es hier auch geht, es muss warten.", sagte sie.
"Was ist los, V?", fragte ich sie besorgt.
"Ich war bei Archie. Er steckt in etwas wie einen teuflischen Teenager Fightclub fest. Ich muss ihn aus dem Knast rausholen, bevor er stirbt oder jemanden umbringt. Und ihr alle müsst mir helfen." Um unsere Hilfe brauchte sie uns nicht zwei mal bitten. Denn wenn es um Archie ging, dann würde ich alles stehen und liegen lassen.
"Danke, dass ihr gekommen seid.", meinte Veronica. Wir saßen an einem Tisch in der Flüsterkneipe, um einen Plan zu schmieden, wie wir Archie aus dem Gefängnis bekamen. "Wie ihr alle wisst, sitzt Archie ja im Gefängnis. Sein Leben ist in Gefahr. Bevor wir anfangen, möchte ich euch noch folgendes sagen. Wir verlassen uns hier völlig auf unser Bauchgefühl, aber soweit es möglich ist, müssen wir dem Plan folgen. Die kleinste Abweichung und Archie verliert sein Leben. Wir brauchen eine Ablenkung. Um die Wachen zu verwirren, damit Archie unbemerkt zum Gitter laufen kann. Etwas, das wir leicht ins Gebäude schmuggeln können. Das keinen Verdacht erregt und das wir selbst bauen können. Also, was den Fluchtweg betrifft. Sierra, deine Position ist genau hier." Veronica zeigte mir einen Punkt auf der Karte, die auf dem Tisch lag."Siehst du? So lange du im Wald bleibst, dürften dich ihre Autos nicht verfolgen können."
"Nur für den Fall, kann ich vorschlagen noch eine Vorsichtsmaßnahme einzuplanen?", fragte ich unsicher, denn ich wusste nicht, ob alles so ablaufen würde, wie Veronica es sich ausgedacht hatte. Doch wenn alles gut ging, würden wir Archie bald wieder sehen.
Schnell rannte ich zu Kevin, der im Wald stand und auf mich wartete. "Sierra, Gott sei dank.", sagte er erleichtert, als er mich erblickte.
"Kev, wieso ist das Gitter nicht auf?", fragte ich und bückte mich zu dem Ausgang, aus dem Archie kommen sollte, sobald er die Möglichkeit dazu hatte.
"Da ist ein Schloss. Das wussten wir nicht.", erklärte er mir. Sofort kramte ich in meiner Jackentasche nach einer Haarnadel. Gut, dass ich sowas inmer dabei hatte. "Sierra, Joaquin war grad hier. Ich muss ihm hinterher.", erzählte Kevin mir besorgt.
"Gut, ich schaff das schon, aber du kannst nicht hinter Joaquin her, was ist mit Archie?", fragte ich stirnrunzelt, während ich an dem Schloss fummelte.
"Ich komme zurück, versprochen." Ehe ich antworten konnte, lief Kevin auch schon los. Seufzend versuchte ich das Schloss zu knacken. Wenige Minuten später hörte ich ein Geräusch und dann griff eine blutige Hand nach dem Gitter. "Archie!", sagte ich, als ich ihn erblickte. Seine Arme und sein Gesicht hatten einige Kratzer. Schnell öffnete ich das Gitter und zog Archie aus dem Rohr. Sofort fiel er zu Boden und atmete schwer. Erleichtert blickte er mich an. In diesem Moment war ich einfach nur froh ihn zu sehen. "Warum hat das so lange gedauert?", fragte er mich und lachte leicht, doch stöhnte sofort wieder vor Schmerz auf.
"Ich könnt dich das selbe fragen.", entgegnete ich leicht lachend.
"Sind die Sachen für mich?", fragte der Rotschopf, als er Klamotten neben ihm liegen fand. Doch mein Blick war auf das Blut gerichtet, das aus einer Wunde in Archies Bauch floss. "Oh mein Gott, du blutest ja.", sagte ich. Archie hielt sich die Verletzung mit seiner Hand zu. Doch ich konnte längst erkennen, dass es eine Schnittwunde war. "Los, komm her.", sagte ich und half ihm sich leicht aufzusetzen, um ihm die Jacke anzuziehen. Während ich Archie in den Bunker brachte, würden Betty und Kevin für eine Ablenkung im Wald sorgen. Als wir nach unten gingen, erwartete mich allerdings eine Überraschung. Jughead, Cheryl, Toni, Fangs und Sweetpea saßen dort und spielten Griffins & Gargoyles. Als Jughead jedoch Archie entdeckte, eilte er sofort zu uns.
Toni drückte Archie ein großes Pflaster auf die Wunde, nachdem sie sich um ihn gekümmert hatte. "So, damit bist du versorgt. Mach nur keine plötzlichen Bewegungen.", sagte sie noch dazu.
"Mach ich nicht, danke Toni.", meinte Archie und klang dabei etwas geschwächt. Veronica setzte sich sofort zu Archie. "Wer hat dir das angetan, Archie?", fragte sie leise.
"Es war Joaquin. Er hat mich abgestochen, der Direktor hat ihn gezwungen." Geschockt wechselte ich ein paar Blicke mit den anderen. "Leute, wo zum Teufel bin ich hier?"
"Du bist in Dilton Doileyes Bunker. Die einzigen, die von diesem Bunker wissen sind hier unten. Das ist jetzt der sicherste Ort für dich in Riverdale. Versprochen.", versicherte ich Archie.
"Dilton Doiley hat 'nen Bunker?", fragte Archie ungläubig.
"Wir erzählen dir alles, wenn du dich ausgeruht hast.", meinte Veronica und strich über seine Wunde. "Archie.", sagte sie plötzlich geschockt und zog seine Hose ein Stück nach unten. Zum Vorschein kam ein Brandzeichen. "Was hast du an deiner Hüfte?"
"Ein Geschenk von Direktor Norton. Es sollte mich für immer an meinen ersten Fluchtversuch erinnern.", erklärte Archie.
"Er hat dich gebranntmarkt und Joaquin befohlen dich abzustechen?", fragte Jughead aufgebracht. Was für ein grausamer Mensch tat das.
"Könnt ihr mir mal kurz zuhören?", fragte Veronica. "Weil mein Vater mich gesehen hat, sollte ich zu Hause Schadensbegrenzung betreiben, aber jemand sollte rund um die Uhr bei Archie bleiben."
"Ronnie, ich brauche niemanden.", widersprach Archie.
"Doch, tust du."
"Geh ruhig, V. Ich übernehm die erste Schicht.", warf ich ein und sah Archie besorgt an.
"Danke, das ist nett. Und was noch wichtig ist, jeder hier in diesem Raum schließt mit mir einen Pakt. Von diesem Moment an vergessen wir, wo der Bunker ist. Niemand war beteiligt an diesem Ausbruch. Und niemand weiß, wo Archie geblieben ist. Bis zun Tod. Kapiesch?", meinte Veronica eindringlich. Doch sie brauchte sich nicht sorgen.
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Riverdale
FanfictionRiverdale scheint auf den ersten Blick ein ruhiges, friedliches Städtchen zu sein, doch der Schein trügt. Seit dem tragischen Tod von Jason Blossom ist nichts mehr wie es mal war. Ein Mörder weilt unter den Menschen in Riverdale. Außerdem mischt die...
