„Schon komisch, wie das Leben so spielt", meinte Ruben, als sie am Strand lagen und die Sterne anstarrten.
„Ist doch egal."
„Was ist egal?" Verwirrt drehte Ruben seinen Kopf.
„Alles. Ich meine, am Ende sterben wir doch sowieso alle."
„Ja, aber bis dahin ist es nicht egal. Und sowieso ...", murmelte der Jüngere.
„Was sowieso?", harkte Linus nach.
„Es ist so oder so nicht egal. Irgendwer wird sich erinnern. Irgendwer wir davon inspiriert sein."
„Das glaube ich nicht." Linus lachte sarkastisch.
„Aber wieso ist es dann nicht egal, dass du auf Jungs stehst? Wenn dein ganzes Leben eh vergessen wird, dann ist es auch egal, was du währenddessen so treibst. Oder mit wem."
Leicht lachte Linus, während er seinen Freund mit einem undefinierbaren Blick musterte. „Du wirst das nie verstehen. Es ist, als hätte ich ... naja, keine Ahnung. Wie soll ich das sagen? Es ist, als wäre ich distanziert zu mir selbst – mein ganzes Leben lang." Dann grinste er und drehte sich auf die Seite. Er fuhr seinem Freund unter das Shirt. „Außerdem ist es ja schon viel besser geworden."
Ruben grinste, dann blickte er wieder in den Sternenhimmel. Linus zog seine Hand zurück und ließ sich ebenfalls wieder auf den Rücken fallen. Nach einiger Zeit seufzte er.
„Ich bin einfach anders als du, okay? Eigentlich passen wir gar nicht zusammen."
„Wie kommst du denn dadrauf?", fragte der Grünäugige mit gerunzelter Stirn.
„Du bist ein Kämpfer. Ein Träumer. Immer positiv, glücklich. Ich bin nichts von dem", sagte Linus. „Ich gebe auf, ertränke alle meine Probleme in Alkohol und ich denke nie positiv. Wenn ich an meine Zukunft denke, bekomme ich eine Panikattacke. Ich bin einfach nicht fürs Leben gemacht."
„Aber doch nur, weil du dir die Zukunft falsch zusammenpuzzelst! Mit den falschen Menschen, mit dem falschen Job, am falschen Ort." Nun drehte Ruben sich zu seinem Freund und rutschte näher zu ihm.
„Ich werde sowieso nichts von dem erreichen, was ich will. Ich bin nicht perfekt. So wie du." Linus kam seinem Freund ebenfalls etwas näher und genoss dessen Wärme.
Ruben schüttelte heftig mit dem Kopf. „Ich bin nicht perfekt!" Er lachte.
„Doch", flüsterte Linus nur und starrte auf die Sterne. Die Vodka Flasche war fast leer und ihm war schlecht. Die Sonne schon lange weg, die Sterne und der Vollmond leuchteten. Die Umgebung wurde in ein magisches Licht getaucht.
„Mein Leben ist nicht so wie du denkst. Ich bin nicht so wie du denkst."
Linus blickte wieder zu Ruben, welcher ihn mit glasigen Augen anstarrte.
„Hör zu", sagte er, seine Stimme zitterte und er wich Linus' Blick aus, als er begann erneut zu sprechen. „Mein... Mein Bruder ist ja vor drei Jahren bei einem Motorradunfall gestorben. Ich habe immernoch manchmal Albträume oder Panikattacken. Meine Eltern stürzen sich seitdem in ihre Arbeit, ich bin oft alleine daheim. Deshalb habe ich auch vor kurzem einen Hund bekommen. Nachdem ich zusammengebrochen bin, weil niemand für mich da war. Weil alles zu viel wurde. Mal wieder." Linus wusste nicht, was er sagen sollte. Also schlang er seine Arme um den Jüngeren und drückte ihn fest an sich.
„Ich meine, schau nur mal meinen Arm an", flüsterte Ruben mit bitterer Stimme.
„Ich verurteile dich nicht für den Weg, den du gewählt hast, um deine Probleme aushalten zu können", sagte Linus daraufhin ruhig. Rubens Blick fiel auf die Flasche neben Linus. Dieser griff nach ihr und hob sie für einen Moment an.
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UPSIDE DOWN :(:
Fiksi RemajaWird überarbeitet ~ And suddenly life flips you upside down, and you find out that this is the right way ~ Linus ist dabei, die zwölfte Klasse zum zweiten Mal zu versauen und somit sein Abitur zu verspielen. Dass seine besten Freunde den Abschluss...
