Montag, 09. Juli
Es war sechs Uhr morgens, doch Ruben war schon lange auf den Beinen. Er war bereits mit Jack draußen gewesen und nun war er auf dem Weg zum Skatepark, damit er später genug Zeit für Linus hatte. Endlich war sein Hausarrest vorbei. Der Grünäugige starrte während dem Laufen auf die Unterseite seines Boardes und erinnerte sich lächelnd zurück.
"Ich wollte immer, dass alle meine Freunde auf meinem Skateboard unterschreiben", sagte Ruben, während Timo über die zerkratzte Unterseite des Boardes strich.
"Wieso sind dann da keine Unterschriften?", wollte der Andere verdutzt wissen. Ruben zuckte traurig mit den Schultern.
"Ich hab keine Freunde."
Timo sah für einen Moment traurig aus, doch dann lächelte er warm. "Gib mal dein Board her. Hast du einen Edding?"
Ruben konnte das Lächeln, welches sich auf seine Lippen schlich, nicht verkneifen.
Izwischen waren schon einige Unterschriften mehr darauf. Marcels hatte er eigentlich durchstreichen wollen, doch nie hatte er es übers Herz gebracht. Bis Linus es letzte Woche getan hatte. Ruben war seinem Freund dankbar dafür. Ruben wollte gerade sein Board auf den Boden lassen und losfahren, als er plötzlich hörte, wie jemand seinen Namen rief. Der Grünäugige erstarrte zu Eis, während in seinem Herzen ein Feuer loderte.
„Kemp!", rief John erneut, als er bei ihm ankam. Er sah ziemlich sauer aus.
„Ich brauche jetzt unbedingt jemanden, an dem ich meine Wut auslassen kann."
Mit diesen Worten versetzte er Ruben den ersten Schlag in die Magengrube. Ruben wehrte sich nicht, das einzige, was er in diesem Moment wollte, war es, in sich zusammensacken zu dürfen. Doch Sekunden später wurde er links und rechts gepackt - mal wieder. Nico und Basti grinsten ihn böse an, während Devin vor Ruben stand. Die Handykamera war direkt auf ihn gerichtet. Genau das brachte Ruben zurück in die grausame Realität. Er musste an Marcel denken. Und ihm brannte eine Sicherung durch. Er starrte John emotionslos in die Augen, holte aus und rammte ihm sein Knie so fest er konnte in den Schritt. Schmerzerfüllt schreite John auf und sackte in sich zusammen. Ruben nutzte seine Chance und riss sich von den Jungs los, die ihm in diesem Moment keine Aufmerksamkeit schenkten. Ruben schnappte sich sein Skateboard. Er rannte los, lächelnd. Auf einmal fühlte er sich so unglaublich erleichtert, so frei. Er hörte Basti schreien und drehte sich während dem Laufen kurz um. Sein Peiniger wollte ihm hinterher. Es war nur eine klitzekleine Kleinigkeit und doch war er Devin unglaublich dankbar dafür. Es zeigte, dass der Gleichaltrige doch kein schlechter Mensch zu sein schien. Denn in diesem Moment stellte Devin seinem Bruder ein Bein, steckte sich sein Handy in die Hosentasche und rannte in die entgegengesetzte Richtung, in die Ruben rannte. Vielleicht hatte er es sich nur eingebildet, aber er dachte gesehen zu haben, wie Devin ihm kurz zugenickt hatte. Das Adrenalin gab Ruben einen Kick. Er ließ sein Skateboard auf den Boden fallen und sprang darauf. Bereits kurze Zeit später hatte er seine Peiniger abgehängt und er fuhr sofort zu Linus' Haus. Er klingelte Sturm, weil er wusste, dass um diese Uhrzeit - sieben Uhr morgens - nur noch sein Freund zu Hause war. Außerdem hatte Ruben ihm gefühlt tausend Mal MACH AUF! geschrieben, weshalb Linus nun panisch die Tür öffnete. Ängstlich untersuchte er seinen Freund nach Verletzungen und zog ihn ins Haus. Ruben hielt sich seinen noch immer schmerzenden Magen, doch dann fiel er Linus lachend in die Arme.
„Die werden mich umbringen, die werden mich sowas von umbringen!" Er konnte nicht aufhören zu lachen. „Aber ich habs geschafft, ich habs ihnen gezeigt!" Ruben war derartig stolz auf sich, dass er Linus am Liebsten alles erzählen wollte.
„Was ist denn überhaupt passiert?", fragte der Ältere sichtlich verwirrt.
„Der Typ, der mich immer gemobbt hat ... ich habs ihm gezeigt", grinste Ruben. „Und jetzt wird er mich vermutlich umbringen."
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UPSIDE DOWN :(:
Teen FictionWird überarbeitet ~ And suddenly life flips you upside down, and you find out that this is the right way ~ Linus ist dabei, die zwölfte Klasse zum zweiten Mal zu versauen und somit sein Abitur zu verspielen. Dass seine besten Freunde den Abschluss...
