Freitag, 10. Mai
Ruben war sich nicht ganz sicher warum Timo und Leo bisher fast jeden Tag in der Schule aufgetaucht waren. Noch weniger wusste er, warum sie die Pause immer mit ihm verbracht hatten, aber er freute sich. Einerseits konnte er sich etwas mehr entspannen, weil er halbwegs sicher vor John war, andererseits machte es ihn um so nervöser, weil er unter keinen Umständen wollte, dass die anderen von seinem Peiniger erfuhren. Außerdem lenkten sie ihn von Marcel ab, welcher Ruben meist nur kurz zulächelte, wenn sie sich im Schulflur begegneten, sich jedoch nie die Zeit nahm sich mit ihm länger als einige Sätze zu unterhalten. Heute waren die Jungs nicht da gewesen und Ruben war alleine im Flur. Einer der Lehrer hatte ihn auf seinen Verband angesprochen, den er noch immer trug, weshalb er nun einer der letzten war, die die Schule verließen. Er erschrak, als er plötzlich Devins Stimme hinter sich hörte. Er zuckte zusammen und fuhr herum.
„Die anderen kommen gleich", sagte Devin relativ leise und blickte leicht hinter sich. Man konnte die Panik in Rubens Augen wohl sehen, als er John und seine Anhängsel von der Ferne lachen hörte. Als die drei um die Ecke bogen bemerkte er Devins emotionslosen Blick auf ihm.
„Ey Schwuchtel!", rief Nico gespielt glücklich.
Ruben erstarrte. Kurz überlegte er, wegzurennen, doch er entschied sich dagegen.
„Halt ihn fest!", rief Bastian seinem Bruder zu. Rubens Blick glitt zu Devin.
„Auf was wartest du?!", brüllte Basti verärgert. Ruben rührte sich noch immer nicht, starrte Devin nur an, bis dieser sich zögerlich in Bewegung setzte und ihn verhältnismäßig sanft am Arm packte.
Die Jungs redeten angeregt weiter, während sie näherkamen.
Devin starrte an Ruben vorbei an die Wand, als er ihn vorsichtig dagegen drängte und dort hielt. Er hatte seine Hände an Rubens Brust. Der Grünäugige war sich sicher, dass Devin seinen rasenden Herzschlag spüren konnte.
„Hau doch ab", zischte Devin leise. Ruben starrte ihn weiter an, doch Devin erwiderte den Blick nicht.
„Kempilein!" John lächelte ihn zuckersüß an. Dann stand er auch schon vor Ruben. Links und rechts von ihm Nico und Bastian, welcher seinen Bruder misstrauisch beobachtete.
„Was hast du denn mit deinem Arm gemacht?", fragte John gespielt besorgt. „Das hast du jetzt doch schon seit ein paar Wochen, oder nicht?"
Als John Ruben von oben bis unten angewidert musterte und dann ausholte kniff der Grünäugige die Augen zu hoffte darauf, dass gleich ein Lehrer um die Ecke kommen würde.
„Hey, heute bin ich mal wieder dran!", hielt Nico den Anführer aufgeregt auf. John stöhnte genervt und hielt inne.
„Ich würde sagen, heute ist mal Devin dran." Ruben öffnete die Augen und sah Bastian dabei zu, wie er seinen Bruder leicht schubste.
„Los, du machst nie irgendwas. Stehst immer nur rum."
„Was soll ich denn machen?", fragte Devin kalt, schaffte es noch immer nicht, das Opfer anzusehen.
„Lass dir was einfallen." Devin stand einige Sekunden einfach nur da, dann ließ er stumm seinen Rucksack von den Schultern gleiten und suchte scheinbar etwas darin. Schlussendlich hatte er einen Edding in der Hand. Basti schnaubte verächtlich, als Devin nach Rubens verbundenem Arm griff. Devin ignorierte die anderen, blickte Ruben dann kurz in die Augen, doch hielt dem Blickkontakt nur einen kleinen Moment stand. Er überlegte, dann begann er auf Rubens Verband rumzukritzeln. Ruben musste sich ein verbittertes Lachen unterdrücken. Devin hielt seinen Arm nur sanft fest und drückte nur leicht auf, als wolle er alles daran setzen, Ruben nicht wehzutun.
DU LIEST GERADE
UPSIDE DOWN :(:
Ficțiune adolescențiWird überarbeitet ~ And suddenly life flips you upside down, and you find out that this is the right way ~ Linus ist dabei, die zwölfte Klasse zum zweiten Mal zu versauen und somit sein Abitur zu verspielen. Dass seine besten Freunde den Abschluss...
