Linus atmete tief durch, als es an der Tür klopfte.
„Vergiss nicht, dich zu verabschieden", hatte seine Mutter geflüstert, bevor sie aus der Tür verschwand, um den anderen Jungen herein zu holen.
Das erste, was Linus ins Auge stach, als der Grünäugige das Krankenzimmer betrat, waren Rubens zerzauste Haare. Glänzende, geschwollene Augen und gerötete Wangen waren das nächste, was ihm auffiel. Noch nie in seinem Leben hatte Linus einen solch traurigen Menschen gesehen.
„Das waren die vierzig schlimmsten Sekunden meines Lebens", murmelte der Jüngere kaum hörbar, als er sich auf den Stuhl neben dem Bett setzte.
„Wie... hat es sich gefühlt?", harkte Ruben unsicher nach, als Linus ihm nicht antwortete. Der Ältere schloss seine Augen und atmete abermals tief durch. Dann starrte er nur noch geradeaus gegen die Wand.
„Friedlich", hauchte er leise. Vierzig Sekunden hatte Linus' Herz aufgehört zu schlagen. Er erzählte seinem Freund nichts von dem, was er gesehen und gehört hatte.
„Bereust du es?"
Ein kleines Lächeln schlich sich auf Linus' Lippen. Endlich erwiderte er Rubens Blick.
„Ich bereue, dass ich dir diesen Ort gezeigt habe."
Ruben richtete den Blick auf seine Finger, welche in seinem Schoß miteinander spielten. Leicht nickte er, dann bahnten sich auch schon die nächsten Tränen ihren Weg über seine brennenden Wangen. Schwer schluckte er. Als ein Schluchzer aus seiner Kehle drang stand er schnell auf und wollte den Raum schnellstmöglich verlassen.
„Ich sehe dich dann nächstes Mal", murmelte er.
„Ruben." Der Angesprochene stoppte in seiner Bewegung, die Türklinke hinunter zu drücken. „Es gibt kein nächstes Mal. Das war's."
„Was?" Ruben drehte sich um. Seine Stimme war mehr als eine Oktave nach oben gerutscht.
„Wir hatten schöne Zeiten, aber ich kann das nicht mehr. Ich bin nicht der Typ, in den du dich verliebt hast. Der war ich nie. Alles hat irgendwann ein Ende." Ein trauriges Lächeln zierte Linus' Lippen.
Rubens Kopf war leer und doch so voll. Er wollte eine Millionen Dinge sagen. Seine Hände zitterten kaum merklich. Sein Herz raste. Es fühlte sich an, wie ein Schlag in die Magengrube. Nur tausend Mal schlimmer.
„Pass auf dich auf, Linus", wisperte der Jüngere schlussendlich. Und verließ dann den Raum, ohne noch einmal zurück zu blicken.
Linus atmete zitternd ein und aus, sein Blick klebte an der Infusion in seiner Vene. Ich wünschte, er hätte mich nie kennengelernt. Dann hätte ich jetzt keine Schmerzen mehr, ich wäre einfach frei. Wie ein Geist.
:(:
~That's the way it is. Everything must come to an end :,)
357 Wörter
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UPSIDE DOWN :(:
Teen FictionWird überarbeitet ~ And suddenly life flips you upside down, and you find out that this is the right way ~ Linus ist dabei, die zwölfte Klasse zum zweiten Mal zu versauen und somit sein Abitur zu verspielen. Dass seine besten Freunde den Abschluss...
