-54-

77 3 7
                                        

Mittwoch, 04. Juli

„Long time no see", nuschelte Linus, als er Ruben in den Arm nahm. Linus sog gierig den Geruch des Jungen ein, den er nun fast zwei Wochen nicht mehr gesehen hatte.

„Und du bist dir ganz sicher, dass deine Eltern erst spät nach Hause kommen? Und keine Kameras aufgestellt haben?" Er grinste aufgeregt.

„Ja", murmelte Ruben gegen die Brust des Anderen.

„Ich habe dich so vermisst, Ru."

„Ich dich auch. Willst du einen Film schauen?" Linus nickte lächelnd. Sie entschieden sich für Call me by your name, legten sich ins Bett und kuschelten sich eng an eng nebeneinander. Letzten Endes hatte Linus eine und Ruben zwei Wochen Hausarrest bekommen. Rubens Vater war nicht gewalttätig geworden, dafür gab es in beiden Familien einen riesigen Streit. Rubens Eltern wollten den Beiden den Kontakt verbieten, was Melissa letztendlich jedoch verhindert hatte. Von dem Film bekamen die zwei Jungs nicht besonders viel mit, da sie die ganze Zeit redeten. Sie hatten zwar jeden Tag stundenlang telefoniert oder geschrieben, aber es war nicht das Selbe. Außerdem war Ruben jeden Tag mit dem Hund, um den er sich trotz des Hausarrests kümmern musste, an Linus' Haus vorbei gelaufen. Dann hatten sich die Beiden sich zugewunken und – wenn Melissa nicht daheim gewesen war – auch kurz miteinander geredet. Nur noch eine halbe Woche hatte Ruben Hausarrest, dann war es endlich vorbei. Gegen Mitte des Films knutschten die Zwei rum und kurze Zeit später lagen ihre Oberteile bereits auf dem Boden.

„Hast du Lust?", fragte Ruben leise und strich über Linus' Schritt. Seine Mundwinkel verzogen sich zu einem vielsagendem Grinsen.

„Bei den Szenen im Film kann man ja nur hart werden", entgegnete Linus mit leicht geröteten Wangen.

„Vielleicht halte ich ja heute länger durch", scherzte Ruben, während er Linus' Gürtel öffnete. „Oder willst du mal...?"

Unsicher schüttelte Linus den Kopf, nachdem er nachgedacht hatte.

„Vielleicht ein ander Mal, wenn es okay ist."

„Klar." Dann lächelten sie sich an. Die nächsten Minuten vergingen ohne Worte. Bis Linus die Stille durch ein Stöhnen brach. Er krallte seine Hand in Rubens weiches Haar.

„Ich habe dich so vermisst", keuchte er und versuchte leiser zu sein.

Eine halbe Stunde später rüttelte Ruben Linus' Arm.

„Hey, nicht einschlafen, Baby", nuschelte er und küsste seinen Freund auf die Stirn.

„Du wirst immer besser", flüsterte dieser und strich seinem Freund durch die Haare.

„Und es wird immer anstrengender." Ruben grinste.

„Aber länger."

Ruben brummte zustimmend und legte seinen Kopf wieder auf Linus' nacktem Oberkörper ab. Entspannt schloss er die Augen.

„Hey, nicht einschlafen", neckte Linus ihn nun.

Ruben hob den Kopf, streckte seinem Freund die Zunge raus und wollte seinen Kopf wieder ablegen, als Linus sich einen Kuss vom Grünäugigen erstahl. Glücklich seufzten die Beiden und es kehrte wieder Stille ein. Bis es an der Tür klingelte.

„Ich gehe schon", stöhnte Ruben unwillig und zog sich Unterhose und Jeans an. So ging er hinunter und öffnete die Tür, nur um einen blonden Jungen vor sich stehen zu sehen.

„Ruben, es-"

Der Angesprochene knallte die Tür zu – zumindest versuchte er es. Doch der junge Mann streckte seinen Fuß zwischen Tür und Angel, drückte die Tür wieder auf und quetschte sich ins Haus.

UPSIDE DOWN :(:Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt