Ruben hielt sich schwankend an Linus fest. Sie waren auf dem Weg zurück vom Farbfestival. Der Bahnhof war zu weit von Linus' Haus entfernt, um zu laufen, vor allem, da keiner der vier mehr ganz nüchtern war.
„Willst du heute bei mir schlafen?", murmelte Linus gegen Rubens Ohr, welcher sich noch immer an ihm festhielt. Sie warteten etwas abseits der Gleise auf Melissa, welche sie gleich abholen würde. Es war bereits spät abends. Das Dämmerlicht erhellte nur noch wenige Ecken des Bahnhofs, welcher von vielen Bäumen und Büschen umgeben war.
„Okay", erwiderte Ruben lächelnd und ließ von Linus ab.
„Alter!", jammerte Ruben dann auf einmal und griff sich an den Schritt. „Ich muss schon wieder pissen!"
„Warst du nicht gerade eben im Zug?", schmunzelte Leo.
„Ja eben", stöhnte Ruben und schaute sich um.
„Piss einfach hier her. Ich muss auch." Linus öffnete seinen Hosenstall. Leo stellte sich mit ein wenig Abstand neben ihn.
„Oh yeah, Gruppenpissen!", rief Timo und öffnete energisch Knöpfe und Reißverschluss seiner Hose.
Während die vier nebeneinander ihre Blasen entleerten kicherte Ruben.
„Ich habe so etwas noch nie gemacht."
„Ich auch nicht", brummte Linus schmunzelnd. Ein Zug fuhr ein und es wurde hell.
„Scheiße, der hält hier!", murmelte Leo angeregt und schloss schnell seine Hose. Dann drehte er sich um und entfernte sich. Als auch die anderen fertig waren folgten sie ihrem Kumpel, welcher inzwischen mit einer Zigarette in der Hand dastand.
Ein wenig abseits war eine Weide mit Kühen, welche er beobachtete und so Rubens Aufmerksamkeit darauf lenkte.
„Kühe sind so cool", schwärmte Ruben plötzlich.
„Finde ich auch", stimmte Timo überschwänglich zu.
Linus lief los, drehte sich jedoch nach wenigen Metern schon wieder um.
„Komm!", rief er Ruben zu.
„Was hast du vor?", lachte Ruben und rannte auf den Älteren zu.
„Wir gehen jetzt zu den Kühen", grinste Linus. Ruben war fast bei dem Braunhaarigen angekommen, als er über einen Stein stolperte. Linus fing ihn lachend auf.
„Du hast noch nicht so oft Alkohol getrunken, oder?"
„Ist mein zweites Mal", gab Ruben leise zu und schaute weg, um seine roten Wangen zu verstecken.
„Süß", kommentierte Linus, ließ seine Hand von Rubens Handgelenk hinunter gleiten und verschränkte seine Finger mit Rubens. Nach einigen Metern entzog der Jüngere dem Älteren seine Hand.
Dann wischte er sie sich an der Hose ab und überreichte sie wieder.
„Ich habe schwitzige Hände, sorry", nuschelte er nervös.
„Was?", fragte Linus nach. „Ach so. Kein Ding." Er lächelte. Der Braunhaarige war schon lange nicht mehr so zufrieden gewesen.
Als sie bei den Kühen ankamen streckte Ruben sofort seine Hand über den Zaun. Die meisten der Tiere blickten sie überrascht an und hielten mehr als genug Abstand. Nur eine der Kühe kam vorsichtig auf sie zu. Die Neugier war ihr in den Augen anzusehen.
„Muhhh!", machte Ruben. Die Kuh schien ihn nicht zu verstehen, denn sie blieb stehen und blickte ihn mit großen Augen an.
„Muuhh!!!", machte er noch lauter, als wolle er ihr befehlen endlich herzukommen.
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UPSIDE DOWN :(:
Fiksi RemajaWird überarbeitet ~ And suddenly life flips you upside down, and you find out that this is the right way ~ Linus ist dabei, die zwölfte Klasse zum zweiten Mal zu versauen und somit sein Abitur zu verspielen. Dass seine besten Freunde den Abschluss...
