„Also, dann gehe ich mal Heim", meinte Linus und küsste seinen Freund, welcher bereits schlafbereit im Bett lag, ein letztes Mal für diesen Tag.
„Ich begleite dich noch", fing Ruben an und wollte aufstehen.
„Nein!", beharrte Linus sofort. „Nein, du kannst schlafen. Meine Mum holt mich sowieso hier in der Nähe ab. Sie musste noch etwas erledigen."
„Sicher?"
„Ja." Linus drückte dem Jüngeren abermals seine Lippen auf. Dann lief er zur Tür.
„Linus?", fragte Ruben traurig. Angesprochener blieb stehen und drehte sich um. „Ist alles okay? ... zwischen uns?" Linus kam einige Schritte zurück. Das schlechte Gewissen plagte ihn jetzt schon.
„Ja, natürlich."
„Du bist auf einmal so komisch." Ruben zuckte betrübt mit den Schultern.
„Alles gut, wirklich."
Ruben nickte, Linus war drauf und dran, das Zimmer zu verlassen, als sein Freund ihn abermals aufhielt.
„Kannst du mir nicht einfach sagen, was ich falsch gemacht habe?" Er klang so verdammt enttäuscht, es schmerzte.
Linus seufzte gedehnt. „Ich erkläre es dir, okay? Aber nicht jetzt. Es hat nichts mit dir zutun." Dann lächelte er charmant. „Gute Nacht. Schlaf gut, mein Süßer." Er schaltete das Licht auf und blieb noch einen Moment stehen, um seinen Freund zu beobachten. Wie gerne würde er einfach in diesem Bett liegen bleiben...
Er lief die Treppen hinunter und zögerlich in die Küche, um mit Rubens Eltern zu sprechen. Er klopfte an die geöffnete Tür.
„Ja- Linus, hallo" Fragend blickte Rubens Mutter ihn an.
„Ähm, hallo ... Ich wollte Sie etwas fragen." Der junge Mann blickte hinter sich in den Gang, um sicherzugehen, dass sein Freund ihm nicht gefolgt war.
„Ich- Ähm ... Also, könnte ich vielleicht mit Ruben zusammen in den Urlaub fahren? Er muss ja die nächste Woche auch nicht arbeiten, deshalb dachte ich- Wir würden auch gar nicht weit weg fahren", erklärte Linus. „Ich will ihn überraschen."
Rubens Mutter schien zu überlegen. An ihrem Gesichtsausdruck konnte er nur abschätzen, dass sie es erlauben würde. Doch dann meldete sich der Vater zu Wort.
„Nein", sagte er streng.
„Oh, okay...", murmelte Linus traurig, senkte den Kopf und war im Begriff zu gehen, als er stockte. Ich kann nicht so leicht aufgeben! Versuch es doch wenistens, man!, dachte er.
„Wieso nicht?", fragte er dann und verschränkte die Arme vor der Brust, in der Hoffnung, selbstbewusst auszusehen.
„Weil er noch keine achtzehn ist. Außerdem fühle ich mich nicht wohl bei dem Gedanken, dass mein Sohn mit jemandem irgendwo hinfährt, den ich kaum kenne. Er könnte dort ja sonst was treiben!", argumentierte die Mutter.
„Sex zum Beispiel?"
Kurz sahen die Erwachsenen überrascht aus, dann etwas peinlich berührt und schließlich nur noch verärgert.
„Ja!"
„Ich denke, dass er alt genug ist, Entscheidungen zu treffen. Aber wenn es Ihnen dann besser geht: Ich verspreche Ihnen hoch und heilig, dass ich ihn nicht anrühren werde." Linus kreuzte die Finger, doch die zwei Anderen konnten es nicht sehen.
„Und das soll ich dir glauben?", fragte Rubens Vater sarkastisch und lachte bitter auf.
Wir könnten auch hier Sex haben! Ihr könnt nicht für immer auf ihn aufpassen, dachte Linus genervt, doch das wäre kontra produktiv, deshalb hielt er seine Klappe. Er versuchte es weiterhin mit Einschleimen.
„Aber er hat mir erzählt, dass er unbedingt ein Mal ans Meer möchte, weil er da noch nie war", versuchte es Linus.
„Er war schon Mal am Meer, was erzählt er dir denn überhau-"
„Da war er vier!", unterbrach Linus. Er war stolz auf sich, dass er das wusste.
„Ich denke, eine Pause würde ihm guttun. Und er hat sein Abi geschafft, dafür kann er doch jetzt auch mal eine Belohnung bekommen, oder nicht?"
„Er kann machen, was er will, wenn er achtzehn ist."
„Gut, dann fahre ich eben nächste Woche mit ihm." Linus konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen, als er den Blick der Alten sah. Sie hatten wohl gedacht, dass Linus nicht wusste, wann sein Freund Geburtstag hatte.
„Solange er unter meinem Dach wohnt, macht er das, was ich ihm sage", meinte dann plötzlich Rubens Vater. Linus musste ein Augenrollen unterdrücken.
Dann zieht er halt bei mir ein, dachte er genervt.
Er merkte, dass er die Erwachsenen nicht überzeugen konnte, also war ihm jetzt auch schon egal, was sie von ihm dachten. Erst tun sie auf nette Leute und wenn man sich mit ihnen unterhält, dann merkt man erst, wie sie wirklich sind.
„Seien Sie mal ehrlich; Wenn ich ein Mädchen wäre, dann würden Sie es sofort erlauben, oder?"
Er brauchte keine Antwort, denn die Blicke sagten mehr als tausend Worte. Verachtend schnaubte Linus, verdrückte sich einen letzten Kommentar – schließlich durfte er es auch nicht zu weit treiben – und verließ dann mit knallender Tür das Haus.
HAST DU LUST, DIE GANZE WOCHE MIT MIR ZU VERBRINGEN?
schrieb er seinem Freund auf dem Heimweg. Die Antwort brachte ihn zum Grinsen. Die zwei Jungs schrieben noch eine Weile, bis Ruben ihm schrieb, dass er nun wirklich ins Bett ging. Kurzerhand rief Linus seinen Freund an.
„Hey, ich habe doch geschrieben, dass ich jetzt ins Bett gehe", meinte Ruben und gähnte ausgiebig.
„Ich weiß, ich wollte dir nur gute Nacht sagen", lächelte Linus in sein Handy.
Am anderen Ende der Leitung saß ein breit lächelnder Ruben.
„Gute Nacht, Schatzi", murmelte er und gähnte erneut, was Linus ebenfalls zum Gähnen brachte.
„Schlaf gut und träum was Schönes, Süßer", erwiderte Linus.
„Also von dir?"
„Zum Beispiel", grinste der Ältere. Sie verabschiedeten sich. Linus wollte ebenfalls ins Bett gehen, doch er konnte nicht schlafen. Erneut holten ihn seine Gedanken ein.
:(:
Tja, scheiße gelaufen, Lutzi :p
Dieses Kapitel ist nicht so lang, aber dafür das nächste. Ich musste heute 5 Stunden heuwenden fahren, deshalb hatte ich nicht so viel Zeit zum Schreiben...
908 Wörter
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UPSIDE DOWN :(:
Teen FictionWird überarbeitet ~ And suddenly life flips you upside down, and you find out that this is the right way ~ Linus ist dabei, die zwölfte Klasse zum zweiten Mal zu versauen und somit sein Abitur zu verspielen. Dass seine besten Freunde den Abschluss...
