Donnerstag, 15. August
„Alles wird so schnell zur Erinnerung, deshalb musst du im Jetzt leben. Die Gegenwart genießen, verstehst du? Das, was du genau jetzt hast. Hör auf der Vergangenheit nachzutrauern, Linus." Ruben lächelte den Älteren zaghaft an.
„Ich muss ... über das alles nachdenken. Ich weiß nicht, ob ich das kann", murmelte Linus leise.
Ruben schüttelte langsam den Kopf, als er Linus immer näher kam.
„Ich glaube, darüber nachzudenken ist das Letzte, was du tun solltest."
„Was soll ich denn dann machen?", fragte der Braunhaarige verwirrt.
„Du sollst es einfach tun." Ruben lächelte ihn sachte an, dann atmete er laut ein. „Probieren wir es einfach aus."
„Okay ... kuscheln, mehr nicht", forderte der Achtzehnjährige. Ich darf das nicht, ging es dem Älteren dabei stumm durch den Kopf. Ich darf nicht schwul sein.
Ruben kuschelte sich an Linus, küsste ihn kurz darauf. Der Geküsste wich zurück. Sein Kopf siegte über sein Herz.
„Das ist nicht kuscheln. Hör auf, Ruben ... Wieso hast du das gemacht?"
„Weil du schon wieder angefangen hast nachzudenken. Lass es einfach zu", flüsterte der Grünäugige.
Abermals näherte Ruben sich dem Älteren.
„Du willst es, sonst hättest du mich schon lange weggedrückt", nuschelte er.
„Ruben...", flehte Linus verzweifelt. Sein Kopf wurde schwächer, stärker wurde sein Herz.
„Hör endlich auf zu denken! Fang lieber an zu fühlen."
Ruben drückte dem Älteren erneut seine Lippen auf. Endlich erwiderte Linus den Kuss, wenn auch nur zaghaft.
Ruben löste sich kurz, blieb aber ganz nah.
„Wie fühlst du-" Endlich hatte Linus' Herz gewonnen.
„Hör auf zu reden und küss mich wieder", forderte er stürmisch, als würde er sonst ertrinken.
Erneut stießen ihre Lippen aufeinander und bewegten sich in einem angenehmen Rhythmus zueinander. Als Linus seine Augen öffnete, blickte er in tiefschwarze Augen. Erschrocken wich er zurück. Ruben flätschte die Zähne und lachte den Älteren gehässig aus.
„Du bist so eine widerliche Schwuchtel! Man sollte dir den Schwanz abschneiden", zischte Ruben hasserfüllt. Das Lachen wurde immer lauter, immer schriller und immer beängstigender. Plötzlich packte Ruben den Jungen an den Schultern und schüttelte ihn so fest er konnte. Linus sah gerade noch, wie aus Rubens Zähnen messerscharfe Klingen wurden, bevor er seine Augenlider so fest er konnte aufeinander presste und den Kopf schüttelte. Und dann wurde es plötzlich eiskalt.
Es wurde nicht nur kalt, - nein - sondern auch noch nass. Linus schlug die Augen auf und sah seine besten Freunde über ihn gebeut. Timo schüttelte immer noch Linus' Schultern, der Wecker gab immer noch schrille Töne von sich und Leo stand mit einem leeren Wasserglas da. Erst jetzt spürte Linus wieder die Hitze, welche sich in seinem Körper ausbreitete und nach außen drang.
„Endlich bist du wach, man. Du bist pitschnass geschwitzt", erklärte Timo besorgt.
„Habe ich etwas gesagt?", fragte der Braunhaarige nervös. Leo schüttelte den Kopf.
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UPSIDE DOWN :(:
Ficção AdolescenteWird überarbeitet ~ And suddenly life flips you upside down, and you find out that this is the right way ~ Linus ist dabei, die zwölfte Klasse zum zweiten Mal zu versauen und somit sein Abitur zu verspielen. Dass seine besten Freunde den Abschluss...
