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Wherever you will go

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So lately, been wondering
Who will be there to take my place
When I'm gone, you'll need love
To light the shadows on your face

Jim schmierte sich Marmelade auf sein Brot, Sebastian legte eine Scheibe Käse auf seins. Jim musste lächeln, sie saßen am Frühstückstisch wie jeden Morgen. Der Tee dampfte aus ihren Tassen, in der Küche roch es nach Aufbackbrötchen und aus dem Radio klimperten die leisen Klänge einer Klaviersonate.

Es war ein Morgen wie jeder andere. Ein Morgen, wie sie in hunderte Male erlebt hatten und wie sie ihn weitere hundert Male erleben würden, wäre dies nicht sein letzter Tag auf Erden gewesen.

Jim schluckte den Kloß in seine Hals herunter, welcher sich bei dem Gedanken bildete.

Er blickte Sebastian an, sah die blauen Augen, die sonnengebräunte Haut und das helle Haar, dass im Licht der aufgehende Sonne rötlich schimmerte.

Eine leise Stimme in seinem Kopf fragte, ob eines Tages ein anderer Mann Sebastian gegenüber sitzen und mit ihm Aufbackbrötchen essen würde. Vielleicht nicht sofort nach Jims Tod, aber irgendwann. Er konnte nicht sagen, ob ihm der Gedanke gefiel oder nicht.

Natürlich hatte Sebastian alles Glück der Welt verdient, aber bis zur letzten Woche war Jim davon ausgegangen, dass er dieses Glück sein würde.

If a great wave shall fall
It'd fall upon us allAnd between the sand and stone
Could you make it on your own?

Und dann hatte die Ärztin die Diagnose verkündet. Er hatte geahnt, dass es sich nicht nur um einen eingeklemmten Nerv handeln würde. Natürlich hatte er das.

Die Symptome hatten vor einigen Monaten begonnen. Erst war es das Gefühl eines immer währenden Muskelkaters gewesen, welcher ihn in den Gliedern steckte. Als das Muskelkater- Gefühl nach einer Woche nicht verschwunden war, war er zum Arzt gegangen. Sein Vater dessen Darmkrebs viel zu spät entdeckt worden war, war ihm ein mahnendes Beispiel geworden.

Er wurde von einem Facharzt zum nächsten geschickt. Währenddessen nahmen die Symptome zu. Zum Muskelkater kam eine Schwäche der rechten Hand, dann Schwierigkeiten den linken Fuß zu heben. Er war zweimal gestolpert, bevor er angefangen hatte, bedachter zu gehen.

Ein ganzes halbes Jahr hatte es gedauert, bis die Neurologin des Barth Hospital ihm die Diagnose verkündete. Die Verdachtsdiagnose hatte bereits zwei Monate zuvor in einem Bericht gestanden und ihm Sorgen und Kopfzerbrechen bereitet.

Zur Ablenkung hatte damals angefangen sich mit Sherlock Holmes zum beschäftigen. Es hielt seinen kopf beschäftigt und es war so viel leichter abends im Bett über den nächsten Schachzug im Spiel nachzudenken, als über die mögliche Diagnose.

Und dann kam der Tag, an dem er die Diagnose nicht mehr verdrängen konnte. Der Tag, an dem es nicht half das Gefühl des Muskelkaters zu ignorieren, seine rechte Hand weniger zu nutzen und vorsichtiger zu gehen.

Der 12.06. war ein warmer Mittwoch gewesen. Die Sonne hatte vom blauen Himmel gestrahlt und für den Abend hatten Sebastian und er sich zum Picknick im Park verabredet.

Um 11.20 Uhr hatte er im Wartezimmer des Krankenhauses gesessen und gebetet, während er auf die Neurologin wartete.

Er glaubte nicht an Gott, den Teufel oder die Hölle, jegliches wäre in seinem Job fatal. Dennoch saß er auf dem harten Stuhl und wisperte ein Stoßgebet gen Himmel.
Wenn es dich gib Gott, dann... was dann?

Er hatte geschluckt und war zu Erkenntnis gekommen, dass er sich einen operablen Hirntumor wünschte, der die Symptome erklärte. Irgendwas, nur nicht die Bestätigung der Verdachtsdiagnose. Irgendwas, was nicht ganz so hoffnungslos war.

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⏰ Letzte Aktualisierung: Jul 22 ⏰

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