Das Klingeln an der Tür riss Jim aus dem Schlaf. Am Rande seines Bewusstseins nahm er war, dass die linke Betthälfte noch genauso verlassen war, wie als er sich schlafen gelegt hatte. Er zog sich eines von Sebastians T-Shirts über und torkelte in Richtung Tür. Als es das zweite Mal klingelte, machte er auf.
Vor ihm standen zwei Polizisten. Sein erster Instinkt war es die Fluch zu ergreifen, doch dazu war er einfach zu müde.
,,Sind Sie James Moriarty?", fragte der Ältere von beiden. Ein Mann dessen graues Haar allmählich an Dichte verlor und dessen Falten durch das grelle Licht im Flur zu Schluchten wurden.
Jim nickte unfähig einen richtigen Gedanken zu fassen.
,,Dürfen wir reinkommen?", der Polizist deutete an Jim vorbei in die Wohnung. Jim trat zur Seite und die beiden betraten seine Wohnung. Er führte sie ins Wohnzimmer, wo er mit verschränkten Armen vor der Couch stehen blieb.
,,Setzen Sie sich doch", sprach der Jüngere und trat neben ihn. Jim fiel der besorgte Blick auf, der sich wie ein Schleier über die braunen Augen des Mannes gelegt hatte.
,,Ich glaube ich stehe lieber", er unterdrückte ein Gähnen und fragte sich, warum die Polizisten ihn noch nicht festgenommen hatten.
,,Wie Sie wollen", die Stimme des Älteren klang sanft, als spräche er mit einem Kind und nicht mit dem gefährlichsten Mann Londons. Er atmete tief aus und wirkte dabei so unglaublich müde, dass er Jim beinahe leidtat. Dann tauschten die Polizisten einen kurzen Blick aus und der Jüngere nickte leicht.
,,Mr. Moriarty", begann er und zog die beiden Worte unerträglich in die Länge, fast als mache das, was folgen würde, ihm Angst. ,,Sind Sie der Lebensgefährte von einem gewissen Sebastian Moran?"
Jim nickte. Ja, das war er wohl, trotz des Streits in dem sie sich gestern Abend getrennt hatten. Sein Gehirn nahm seine übliche Geschwindigkeit auf und offenbarte ihm hunderte von Gründen für den Besuch der Polizisten. Hatte Moran mal wieder zu fiel getrunken und steckte nun in einer der Ausnüchterungszellen? Hatte er sich geprügelt oder war es möglich, dass Sebastian ihn bei der Polizei verpfiffen hatte? War es Sebastian wirklich zuzutrauen, dass er Jim einfach so verriet?
Das Seufzen des jungen Polizisten unterbrach seinen Gedankengang. Er blickte noch einmal zu seinem Kollegen, dann schaute er Jim aus braunen Augen an.
,,Es tut mir sehr leid Ihnen mitteilen zu müssen, dass man Ihren Partner tot aufgefunden hat", leise und doch unendlich laut hallte die Worte durch den Raum. Sie verschlangen jeden voherigen Gedanken und ersetzten jedes Geräusch. Sebastian, tot. Zwei Worte, die in seinem Gehirn laut aufschrien. Immer und immer wieder. Jim spürte nicht, dass seine Knie nachgaben. Bemerkte nicht, dass der jüngere Polizist ihn sanft aufs Sofa geleitet hatte. Sein Atem beschleunigte sich und er fragte sich warum. Der Tod war seine Arbeit, er war mit ihm vertraut wie kein anderer und dennoch hatte er ihn überrascht.
,,Wissen Sie.... ich meine warum?", Jims Stimme zitterte und er fragte sich, ob die Polizisten ihn verstanden hatten.
,,Genaues können wir zum jetzigen Zeitpunkt natürlich noch nicht sagen", begann der Jüngere Polizist, während er Jim in einer beruhigenden Geste die Hand auf die Schulter legte. ,,Allerdings sind wir sicher, dass Mr. Moran ermordet wurde. Es gibt Hinweise auf einen gewaltsamen Tod."
,,Nein", flüsterte Jim, dann begann er zu schreien, ,,Nein, Nein, Nein!"
Tränen füllten seine Augen; warum kamen sie erst jetzt? Er begann zu schluchzen, doch noch ein anderes Geräusch bahnte sich den Weg aus seiner Kehle. Ein irres Lachen, welches immer wieder in Schluchzern ertränkt wurde.
Das war es also, was geschah wenn man sich auf das Spiel mit dem Tod einließ. Er nahm einem das einzige, was man zu besitzen geglaubt hatte, auf die höhnischste aller Arten.
Weitere Lacher drängten sich aus seiner Kehle. Hell und klar und hohl. Er wusste nicht, ob er über die Ironie des Schicksals lachte oder einfach weil lachen gerade am einfachsten war. Er lachte einfach und schluchzte.
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Sherlock One Shots
FanfictionOneshots zur Sherlock Serie. Überwiegend Mormor und ein bisschen Johnlock. Keiner der Charaktere gehört mir! Sie gehören der BBC bzw. Athur Conan Doyle.
