26 - Shopping trip
"Guten Morgen Samstag!", murmelte ich mit meiner rauen Morgenstimme, die sich immer anhörte, als hätte ich Fischgräten quer im Hals stecken.
Gott, war ich froh, dass Samstag war. Das Schweigen zuhause war ja anfangs noch angenehm, doch mittlerweile hielt ich es nicht mehr aus und freute mich auf Claras und meinen Shoppingtrip.
Ich gähnte und setzte mich auf. Kalte Luft strich über meine Arme. Ich rieb mir über die Augen und setzte dann meine Füße auf den eiskalten Boden.
Hmpf, schon wieder vergessen die Heizung anzudrehen. Ich bin manchmal einfach nur dämlich.
Ich machte einen Sprung, um auf den Teppich zu gelangen und flog dabei fast hin, da mir kurz schwarz vor Augen wurde. Habt ihr das auch manchmal nach dem aufstehen?
Jedenfalls zog ich mich an und flocht meine Haare zu einem seitlichen Zopf, da es draußen windig war und sie mir sonst nur im Gesicht herumfliegen würden.
Langsam latschte ich die Treppe herunter. Als ich die Küche betrat, verstummten alle Gespräche und ich verdrehte genervt die Augen. Da ich keine Lust auf ein Frühstück in Schweigsamkeit hatte, klaute ich mir einen Joguhrt aus dem Kühlschrank und aß ihn auf meinem Zimmer.
Als ich mein Handy von der Ladestation nahm und anschaltete, hängte sich Whatsapp auf, da Luca mich schon wieder mit Fragen überhäuft hatte. Nachdem ich das Handy genervt neu gestartet hatte, schrieb ich ihm: »Gehe jetzt shoppen :-P bis nachher :)« um sein Fragebombardement zu stoppen.
Unten im Flur schlüpfte ich in meine gefütterten Winterstiefel und trat aus dem Haus, ohne mich zu verabschieden.
Da das Einkaufszentrum nicht weit entfernt war, lief ich als Mensch dorthin.
Die Luft war eiskalt und ich steckte die Hände in die Taschen. Ich blickte auf den Boden vor mir und konzentrierte mich nicht auf die Umgebung, wahrscheinlich bin ich an vier Popstars, einem Schwerverletzten und drei Mördern vorbeigelaufen, ohne es zu merken.
Als ich durch die automatischen Türen des Einkaufszentrums trat, traf mich ein Schwall warmer Luft und erleichtert machte ich mich auf zu dem Cafe, wo Clara wartete. Sie winkte mir fröhlich zu. »Da bist du ja! Ich hab dir einen Kakao bestellt!« Ich lächelte. Sie wusste genau, was ich am liebsten mochte.
Wir unterhielten uns lange, und nicht ein mal erwähnte Clara das Thema, das nicht genannt werden darf. Sie hatte nämlich bemerkt, dass mir das überhaupt nicht gefiel, auch wenn ich kein Wort gesagt hatte.
Als wir unsere Getränke fertig hatten, und uns beiden wieder richtig warm war, beschlossen wir, jetzt endlich auch mal was zu kaufen.
Als erstes gingen wir zum H&M, weil Clara im Schaufenster putzige Babyschuhe entdeckt hatte. Sie wollte sofort hinein, obwohl sie mit den Schuhen ja nichts anfangen konnte.
Ich kaufte einen neuen Pulli, er war flauschig weich und gar nicht so teuer. Clara hatte weniger Glück: Sie fand ihre Traumschuhe, jedoch zu einem satten Preis. Doch nach einem Gespräch mit ihrer Mutter am Telefon und ihrem Gewissen, blätterte sie satte 200€ hin. Damit war ihr Budget für heute erfüllt und sie kaufte nichts mehr, sondern fungierte als meine Modeberaterin.
Ich kaufte noch ein wenig Zeugs ein.
Ok, es war nicht wenig, es war sogar viel, aber als Mädchen darf ich das.
Als es schon langsam dunkel wurde, und sich Claras Mutter zum dritten mal erkundigte, ob sie vielleicht ermordet worden war, beschlossen wir es für heute gut sein zu lassen und zu gehen. Lachend und mit Tüten bepackt (zumindest ich) traten wir hinaus in die Kälte. Ich hatte das Gefühl gerade an den Nordpol teleportiert worden zu sein und begann augenblicklich zu zittern.
Ich verabschiedete mich von Clara an der nächsten Straßenecke. Sie umarmte mich und ging.
Mittlerweile war es dunkel geworden und die Straßenlaternen brannten. Ich wollte noch nicht nach Hause, obwohl mir eiskalt war und ich zitterte. Dämliches Schweigen.
Ich ging extra einen riesigen Umweg. Diese Entscheidung führte mich in eine Gegend, die mir so gar nicht gefiel. Und mit gefiel meine ich nicht, dass ich die Häuser unmodisch fand, sondern, dass überall dunkle Straßen waren, keine Laternen, es lag Müll herum und alles war heruntergekommen und alt. Deswegen gefiel mir die Gegend nicht...
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Allein unter Menschen!
WerewolfNormal sein ist relativ. Jedenfalls für Caroline. Während andere bei dem Gedanken, ein Werwolf zu sein, vermutlich panisch geworden wären, hatte sie samt ihren drei Geschwistern bereits seit ihrer Kindheit Zeit, sich damit abzufinden. Werwolf von Ge...
