65 - Kinoprobleme
Irgendetwas vibrierte unter meiner Bettdecke. Ich runzelte meine Stirn und blickte misstrauisch von meinem Schreibtisch hinüber zum Bett. Mit einer schnellen Bewegung legte ich meine Füllfeder hin und hob die Decke hoch, um herauszufinden, was mich bei meiner Hausaufgabe unterbrochen hatte. Mein Handy. War ja klar. Ich checkte meine Nachrichten und entdeckte, dass mir Luca geschrieben hatte.
>>Hoiiiiii ^^ Kommt es nur mir so vor oder verstehen sich Clara und Thomas ein wenig zu gut?<<
Ein Grinsen huschte über mein Gesicht.
>>Ebenfalls bemerkt. Und das bedeutet: VERKUPPLUNGSPROGRAMM START! WUWUWUEUEUE! Sergeant Luca, machen sie sich bereit!<<
>> *salutiert* (-.-)7 Einsatzbereit! Kapitän, irgendwelche Vorschläge?<<
>> Na überlegen sie doch mal, Sergeant. Was hat die beste romantische Atmosphäre?"<<
>>Ab ins Kino mit ihnen. Freitag.<<
>>Genau. Wir sollten sie allerdings überwachen. Am besten gehen wir einfach zu viert.<<
>>Wir dürfen sie aber auf keinen Fall stören.<<
>>Nein nein, natürlich nicht. Welche Filme laufen denn gerade?<<
>>Wenn es ein Psychohorrorfilm ist, bringe ich jemanden um.<<
>> *hust* du klingst selber wie ein Psycho *hust* Keine Sorge, wir reden uns einfach raus, dass ich dann alles vollkotze oder so. <<
>>ICH BIN KEIN PSYCHO DU UNWÜRDIGER! STIRB! Und awwww, wie süß.<<
>>Ich gehe dann mal Thomas bescheid sagen. Du kannst ja versuchen, es Clara zu sagen, aber da Thomas seit einer halben Stunde auf Whatsapp online ist, schreibt er vermutlich gerade mit ihr und wird dir zuvorkommen.<<
Er hatte recht. Keine zwei Minuten später schrieb mich Clara panisch an.
>>CAROOOOOO! WAS SOLL ICH NUR ANZIEHEN!?<<
Eine längere Diskussion folgte, die mich komplett verzweifeln ließ. Schlussendlich konnten wir aber doch ein Outfit für Clara finden und uns beide auf Freitag freuen. Meine Freude schwand, als ich um halb zehn Uhr abends bemerkte, dass ich die Hausaufgaben immer noch nicht erledigt hatte.
~~~*ein nicer Zeitsprung*~~~
"Oiiii! Luca! Hier!", schrie ich durch die Halle, während ein älteres Pärchen mich verängstigt anstarrte. Wobei ich mich fragte, was die überhaupt im Kino taten. Lucas Blick fand meinen, während er auf uns zuging, Thomas im Schlepptau. "Na endlich. Was habt ihr so lange gebraucht?", motzte ich in Richtung Luca, der abwehrend die Hände hob. "Der Bus hatte Verspätung!" "Du gefährdest unseren glorreichen Plan!", zischte ich, sodass es nur er hören konnte. "Entschuldigung. Hast du dafür gesorgt, dass sie nebeneinander sitzen?", murmelte er zurück. "Natürlich. Wofür hältst du mich? Und jetzt geht Popcorn kaufen. Ich muss Clara noch mental vorbereiten." Ich packte Clara am Arm und zog sie in Richtung der eher ungepflegt wirkenden Toiletten, die meine empfindliche Nase unangenehm berührten. "Was ist denn, Caro?", meckerte Clara. "Wir müssen uns doch wohl noch frisch machen?", schnauzte ich sie beinahe an. Sie begann zu grinsen, während ich die Tür aufstieß und sie vor den Spiegel schubste. "So so. Natürlich musst du dich für deinen kleinen Schmausebärchen fein machen." Ich schnaubte. "Du etwa nicht?" Sie begann noch stärker zu Grinsen. "Im Kino ist es komplett dunkel, falls es dir noch nicht aufgefallen ist? Ich glaube ich muss nicht wirklich superhammer aussehen." "Davon spreche ich auch nicht."
Mit einer kurzen Bewegung hatte ich ihren Schädel gepackt, ihren Mund geöffnet und zweimal mit Munderfrischungsspray hineingesprüht. Sie begann zu spucken und zu motzen. "Ihhhhh! Sag mal spinnst du? Was ist das?" "Sei leise und ertrag es.", meinte ich hart und setzte einen Spritzer Parfum nach. Dann zupfte ich ihre Kleidung zurecht und überlegte: "Ich denke, so wird es gehen. Los, raus mit dir." "Hey! Was ist los mit dir?" "Gar nichts, was denn?", verteidigte ich mich, während ich sie aus der Tür schob. Sie stutzte. "Bitte sag mir nicht, das ist wieder einer deiner hirnlosen Verkupplungspläne?" "Eventuell. Und sie sind nicht sinnlos." "Hmm. Normalerweise schon. Aber irgendwie bin ich dir dieses Mal dankbar, dass du das alles hier aufgestellt hast." Zwei Sekunden später standen wir wieder bei Luca und Thomas, und ich konnte sie nicht mehr fragen, was sie damit gemeint hatte.
"Da seit ihr ja endlich. Los, der Film fängt gleich an!" Wir wurden beide praktisch in den Saal geschliffen und suchten unsere Plätze. Ich kontrollierte, ob Clara und Thomas es auch bequem hatten. Schon bald gingen die Lichter aus und der Film begann. Es war glücklicherweise kein Horrorfilm. Ich warf immer wieder Blicke zu den beiden hinüber, doch irgendwann fand ich den Film so spannend, dass ich mich nicht mehr auf sie konzentrieren konnte.
Kurz vor Ende des Films stupste mich Luca an, und deutete zu den zwei Sitzen neben uns. Mir fiel wieder ein warum wir überhaupt hier waren und mir fiel die Kinnlade herunter. Clara und Thomas hatten die Hände übereinander gelegt und fütterten sich gegenseitig mit Popcorn. "Das ging ja schnell.", raunte ich Luca zu, der bestätigend nickte. Normalerweise war Clara nicht wirklich so. Ich hatte erwartet, wir müssten die beiden zu fünfhundert verschiedenen romantischen Orten bringen und unser ganzes Erspartes für teure Restaurantreservierungen hergeben, um überhaupt einen Anfang zu machen. Noch verwunderter war ich, als die beiden immer noch händchenhaltend den Saal verließen. Vor dem Kino verabschiedeten wir uns. "Na dann. Es war nett heute." "Mit nett untertreibst du.", meinte Clara und ließ Thomas Hand widerwillig los. "Nett ist der Cousin von Scheiße. Oder wie ging das noch?" "Ich fand es auch total cool. Besser so?" Mit einem Ellbogen stieß ich meine Freundin zweideutig an, wobei sie mich am liebsten niedergeboxt hätte. "Sollen wir euch noch nach Hause bringen?", fragte Thomas, ganz der Gentleman. "Ich wohne ziemlich weit außerhalb, das wäre zu weit. Aber Clara hier braucht unbedingt einen Transport, Verschiffung, Versendung und Eskortierung. Sie muss immer an diesen gruseligen Gassen vorb...", ich konnte meinen Satz nicht vollenden, da Thomas sie bereits am Arm gefasst hatte. "Ich bringe dich nach Hause. Luca, kommst du alleine klar?" Dieser grinste und nickte. "Natürlich. Geht ruhig." "Na dann. Wiedersehen?" Die beiden liefen gemeinsam den Gehsteig entlang und wir blickten ihnen nach. "Das lief ja mal gut.", meinte ich zu Luca. "Mhm." Irgendwas schien ihn zu beschäftigen und ich war kurz davor zu fragen, was los war, als er wie aus dem nichts grinste und fragte: "Sicher dass ich die kleine Caroline nicht noch nach Hause begleiten soll?" Ich lachte und schlug ihm leicht gegen die Schulter. "Vergiss es. Du weißt dass ich mich sehr wohl gegen die dunklen Gassen wehren kann." "Na dann.", grinste er und umarmte mich zum Abschied.
Auf dem Nachhauseweg dachte ich nach. Die Verkupplung war ein ziemlicher Erfolg gewesen. Zwischen den beiden schien die Chemie einfach zu stimmen.
Wobei nur zu hoffen blieb, dass das ganze nicht in einer Explosion endete.
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Wolf fact: ein Wolfspärchen bleibt meistens ein leben lang zusammen.
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Ich hab da so ne doofe Augenentzündung und mit tu blinzeln weh ( ._.) Außerdem habe ich einen Ohrwurm von einem Anime-Opening und morgen ist Montag. Ist nicht wirklich mein Tag. *läuft in Ecke und weint*
(Scherz - keine Sorge, ich bin nicht selbstmordgefährdet oder so x
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Allein unter Menschen!
WerewolfNormal sein ist relativ. Jedenfalls für Caroline. Während andere bei dem Gedanken, ein Werwolf zu sein, vermutlich panisch geworden wären, hatte sie samt ihren drei Geschwistern bereits seit ihrer Kindheit Zeit, sich damit abzufinden. Werwolf von Ge...
