64 - Hormonelle Gehirnaufweichung
Die warme Luft des Einkaufszentrums tat gut, nach der stechenden Kälte draußen.
Clara erwartete mich bereits und gemeinsam gingen die Geschäfte durch. Ich kaufte mir mehrere dicke Pullis, ein Flies, dass ich unter die Jacke anziehen konnte, puschelige Hausschuhe, dicke Winterstiefel, Creme für trockene Lippen und eine bequeme und warme Hose. Vielleicht hatte ich unter Umständen zu viel ausgegeben?
Clara und ich standen gerade bei einem dieser Drehdinger wo Handschuhe drauf waren, als plötzlich jemand unsere Namen rief. "Caroline, Clara! Hey!" Es war Luca! Er stand mit noch einem Typen bei den Schisachen und winkte. Wir gingen hinüber. Ich bemerkte, dass Clara Luca's Kumpel mit einem seltsamen Blick anstarrte. "Caroline, Clara, das ist mein Freund Thomas! Thomas, das sind Caroline und Clara."
Ich drehte mich zu Clara und wir begannen zu flüstern. "Hat er gesagt mein Freund? Aber das...?" "Wie meint er das?" "Oh mein Gott!" "Er wird doch nicht etwa..?" Luca runzelte die Stirn und stöhnte dann genervt auf. "Ich darf doch wohl 'mein Freund' sagen, ohne dass da irgendwas dahinter steckt. Was soll ich denn sonst sagen?"
Ich antwortete: "Kumpel zum Beispiel. Muss ich jetzt auch ständig sagen wenn ich von Christiane rede."
Clara unterbrach: "Christiane? Wer ist das?" "Na meine Kumpel-Freundin Christiane!" "Aber ich dachte ich bin deine Kumpel-Freundin! Du hast mir nie was erzählt von einer Christiane! Wer ist Christiane?", meinte sie weinerlich.
Ich rollte die Augen und meinte an Luca gerichtet: "Siehst du was ich meine?"
Einen Moment später brachen wir drei in schallendes Gelächter aus, während Thomas daneben stand und guckte wie ein Ufo. Er schien nichts zu kapieren. Nachdem sich Luca wieder von seinem Lachanfall beruhigt hatte, meinte er naiv: "Wir suchen uns gerade Wintermützen aus, können uns aber nicht entscheiden. Wir könnten Hilfe gebrauchen." Wir grinsten. Clara meinte: "Damit hast du gerade euer Todesurteil unterschrieben. Denn wenn wir euch helfen sollen, müsst ihr uns auch beraten, und bei Mädchen kann das lange dauern." Wir lachten. Doch den Jungs verging das Lachen dann noch, denn Clara behielt recht.
Obwohl die Wirkung unseres Einkaufs dadurch abgeschwächt wurde, dass wir beinahe alles beisammen hatten, was wir brauchten, mussten die Jungs einen letzten Kraftakt überwinden. Clara und ich besetzen für 20 Minuten die einzigen beiden Umkleidekabinen, die der Laden besaß und konnten uns bei nichts entscheiden. Luca und Thomas standen verzweifelt und genervt davor und versuchten die Menschen zu beruhigen, die schon Schlange standen. Schlussendlich fand ich dann doch endlich ein Teil, das mir gefiel, und kurz darauf war auch meine Freundin fertig und trat aus der Kabine. Die Jungs atmeten auf und zur Versöhnung spendierten wir ihnen ein heißes Getränk im nächstgelegenen Café. Während wir gemütlich ein Kaffeekränzchen veranstalteten - auch wenn ich eigentlich Kakao trank, Koffein machte mich immer hyperaktiv - fiel mir auf, dass Clara und Thomas sich anscheinend ziemlich gut verstanden, wenn ihr wisst was ich meine. Sie stießen immer wieder wie durch Zufall mit den Ellbogen aneinander und lachten beide etwas zu laut und zu nervös. Ich warf Luca einen bedeutenden Blick zu, und er nickte mit einem Grinsen, ihm war es anscheinend auch aufgefallen. Doch die nette Stimmung wurde jäh gestört, als ich an Lucas Schulter vorbei nach draußen blickte und jemanden sah, den ich nicht sehen wollte. Und leider hatte sie mich auch gesehen. "Oh je. Ärger im Anmarsch.", seufzte ich und alle verstummten. Luca folgte meinem Blick und brummte missbilligend. "Super. Hört mal, ich will jetzt nicht lästern, aber Angie ist echt nervig. In letzter Zeit scheint sie mich zu verfolgen und rennt mir ständig hinterher, dabei will ich Garnichts von ihr. Aber ich werde sie nicht los! Allerdings will ich sie auch nicht verletzen.", murmelte er betrübt. Die Türglocke ertönte und da kam die lebende Klette auch schon herein. Bei ihrem Anblick musste ich das Verlangen unterdrücken, ihr an die Kehle zu springen.
"Ohhh, halloooo!", quietschte sie gespielt fröhlich und wuchtete ihre zahlreichen Taschen auf unseren Tisch, wobei sie ignorierte, dass sie gerade meine Tasse umgeworfen hatte und der Rest Kakao darin sich jetzt über den Tisch verteilte. "Luca, wie gut, dass ich dich hier treffe. Es tut mir leid, dass ich dich jetzt so beanspruche, aber ich kann diese ganzen Taschen einfach nicht alleine nach Hause tragen. Du wirst mir doch helfen, oder?", schleimte sie. Ich verdrehte die Augen und schnaubte leise, woraufhin mich ein vernichtender Blick traf. Luca schien ihn nicht zu bemerkten und stand seufzend auf. "Wiedersehen Leute, wir sehen uns." Er drehte sich um und wurde von Angie schon beinahe aus dem Laden geschliffen. Wir starrten ihm zu dritt hinterher, bis Thomas plötzlich zusammenzuckte und realisierte, dass er immer noch hier saß. "Ich ähmm... Ich helfe ihm mal besser, dieses Mädchen ist echt eine Furie. Wiedersehen!" Er erhob sich und ich sah genau, wie er Clara einen Serviertenfetzen zuschob, auch wenn er vermutlich beabsichtigt hatte, es vor mir geheim zu halten. Ich starrte ihm misstrauisch hinterher, bevor ich mich fast quietschend zu meiner Freundin umdrehte, die angestrengt versuchte, eine neutrale Miene zu machen.
"UUUUUUUND?", hyperventilierte ich. "Ich weiß nicht, was du meinst.", schnaufte Clara. Ihr Kopf lief gerade rot an. "Stell dich nicht doof! Ich hab genau gesehen, dass er dir einen Zettel gegeben hat!" "Clara starrte auf den Fetzen in ihrer Hand und ich quietschte los. "Reg dich nicht so auf, es ist nur seine Handynummer! Die hätte ich auch über Luca kriegen können.", murmelte sie und zog den Kopf ein, da alle Gäste uns mittlerweile anstarrten. Ich jedoch quiekte weiter wie ein Schwein das gerade an Kehlkopfentzündung starb. "Ich weiß! Aber er hat sie dir gegeben! Das ist die traditionelle Art! Wie romantisch! Und es bedeutet EINDEUTIG, dass er dich wiedersehen will! Oh, ich kann es kaum erwarten! Wie wirst du euer Kind nennen? Vielleicht eine Kombination aus euren Namen? Cloras? Ach Herrje, ich spinne." Ich hielt endlich den Mund und klatschte mir mit der Hand ins Gesicht, während Clara sich hochrot halb unter die Bank verdrückte. "Spinnst du eigentlich? Mich so zu blamieren! Jetzt weiß das ganze Café davon und vermutlich steht es morgen in der Zeitung." "Sorry, tut mir leid. Aber ich freue mich so für dich." Plötzlich begann Clara zu grinsen. "Ich kann mich doch hoffentlich auch für dich freuen." "Hä?" "Na dein kleiner Schatz hat doch gerade eindeutig bestätigt, dass er nichts von Angie will. Freie Bahn für dich!" Ich verschluckte mich fast an meiner eigenen Zunge. "Wie bitte? Mein kleiner Schatz? Wie kommst du darauf?" "Du redest im Schlaf." "WAAAAS?!" "Scherz. Aber bitte, jeder könnte bemerken, dass du in seiner Nähe total rot wirst." Ich wurde prompt schon wieder rot. "Awww. Da siehst du's.", neckte Clara mich. Wir nervten uns den ganzen restlichen Tag gegenseitig damit und gegen Abend kam es mir sogar vor, als würden wir beide an hormoneller Gehirnaufweichung leiden. Na toll.
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Wolf fact: Der Leitwolf eines Rudels muss nicht der Größte und Stärkste sein. Er zeichnet sich durch seine Erfahrung, Ruhe und eine gewisse Überlegenheit aus.
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Jahaha, sorry für die Passage mit dem Kumpelfreund :D aber ich bin übermüdet und suchte gerade hp und schon wieder irgendwas xD
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Allein unter Menschen!
LobisomemNormal sein ist relativ. Jedenfalls für Caroline. Während andere bei dem Gedanken, ein Werwolf zu sein, vermutlich panisch geworden wären, hatte sie samt ihren drei Geschwistern bereits seit ihrer Kindheit Zeit, sich damit abzufinden. Werwolf von Ge...
