Corys Sicht:Samstag (Sabrinas Geburtstag)
Es ging so viel drunter und drüber wie schon lange nicht mehr. Da hat man ein Problem endlich abgeschlossen und schon tauchte ein neues im nächsten Augenblick wieder auf. Es war schon unglaublich. Alle hatten ihre Probleme und Sorgen, die ich versuchte zu lösen. Ob mir auch mal jemand helfen wird bei meinen Problemen? Wer weiß das schon.
Jetzt saß ich hier auf irgendeiner Couch, in irgendeinem Haus, auf irgendeiner belanglosen Party. Mit einem Drink in der Hand versteht sich. Wie hätte ich es auch sonst überleben sollen? Überall waren verschwitzte Körper, die sich aneinander rieben, in jeder Ecke ein knutschendes Paar. Es war wahrlich die Hölle.
Wenn ich nicht schon angetrunken wäre, hätte ich es nicht eine Sekunde lang ausgehalten. Nicht das Beste, was man machen konnte, um alles für wenigstens einen Moment zu vergessen, aber es war der beste Weg für mich. Oder besser gesagt der Einzige. Keine Freunde um mich herum, die sich um mich sorgen mussten, oder ich mich um sie. Ein Moment, in dem ich mich nur auf mich konzentrieren und gratis Alkohol trinken konnte, besser ging es doch nicht.
Welche Probleme hätte ich wohl haben können, die mich in so einer Lage bringen? Hach, wenn es doch nur einfach für mich sein würde, es zu erklären. Es war nichts Kompliziertes und trotzdem so schwer für mich. Vielen Menschen ging es genau gleich auf den Punkt genau und dennoch fühlte ich mich allein damit. Die Welt würde nicht deswegen stehenbleiben, es drehte sich immer weiter und weiter. Das ohne Ende in Sicht.
Ich tanzte eigentlich wirklich gerne, egal mit wem. Heute war mir einfach nicht der Sinn danach. Ich wollte einfach nur ungestört nachdenken, bis der dröhnende Bass um mich herum für mich verschwunden wahr. Ich nahm auch immer wieder ein paar Schlucke aus meinem Drink, den ich vielleicht etwas zu stark gemixt hatte. Es machte mir nichts aus. Es half mir die Menschen um mich herum zu verdrängen. Auch wenn er schon fast leer war, fühlte er sich schwer in meiner Hand an.
Ich wollte nicht wissen, wie ich auf die anderen Menschen hier wirken musste, jedenfalls auf die, welche ihre Umgebung noch wahrnehmen konnten. Ganz allein an einem Ende einer Couch. Ich ließ mich von dem Paar auf der anderen Seite, die in der Zwischenzeit an getorkelt waren, nicht stören. Auch wenn es schon etwas ekelhaft war, wie sie sich gegenseitig auffraßen.
Ich fühlte mich in letzter Zeit immer so allein. Da halfen diese ganzen pseudo Dates, die ich hatte, leider nichts. Als ob ich an einem von diesen Speichelleckern interessiert gewesen wäre. Ich hatte wenigstens die Hoffnung, dass ich jemanden finden würde, den ich an Bella weiterreichen könnte. Ohne Erfolg natürlich, was sonst.
Für mich war nichts dabei gewesen, wie hätte es auch sein können. Ihnen fehlte dieses gewisse Etwas. Wie nannte ich dies nur am besten? Es waren...
Ja, es war das Weibliche, das ihnen fehlten. Und ja, ich stand auf Frauen und nicht auf Männer. Ich war so lesbisch, wie es nur möglich war. Ich spürte kein Feuerwerk, wenn ich einen Jungen küsste. Es war immer so langweilig und lustlos. Ohne flavour.
Wenn ich aber eine Frau küsste, war es so unbeschreiblich. Es fühlte sich immer so richtig an. Ich hörte halt eher Girl in Red, anstatt Country, wer konnte es mir verübeln?
Andere weibliche Wesen konnte ich natürlich nur küssen, wenn ich alleine unterwegs war, die anderen wussten davon nichts. Weder das ich gay war noch, dass ich manchmal allein feiern ging, um auch wirklich mal Spaß zu haben. Es macht mir wie gesagt nichts aus mit Männern zu tanzen, mit Frauen machte es nur viel, viel mehr Spaß. Verständlich.
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Lend me your heart
Fiksi RemajaJemanden zu lieben, der einem nicht zurückliebt, ist wahrscheinlich der größte Schmerz, den man je erfahren kann. Wahrscheinlich tut es mehr weh, wenn diese Person dich nicht mal kannte. Sie verliert ihr Herz an jemand, der sie nicht kennt. Ihre An...