Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wie lange ich schlief, aber als mich jemand wachrüttelte, war es draußen schon dunkel. „Bells. Steh auf. Es gibt Stress.", hörte ich Cory sagen. Ich öffnete erneut meine Augen. „Wie spät ist es?" „21 Uhr. Aber wir müssen los. Emma und die anderen kriegen Sally nicht weg." Cory bewegte sich hektisch im Raum um und ich versuchte, mich aufzurappeln. „Wieso um diese Uhrzeit?" Ich stand auf und zog mir ein Pullover über. Zeit in den Spiegel zu gucken hatte ich nicht, denn Cory drängte mich schon Richtung Tür. „Kannst du mich auf den Stand bringen? Ich bin verwirrt.", fragte ich nach.
„Anscheinend hatte Sally getrunken. Sie hat es natürlich nicht vertragen. Du kennst sie ja. Sie trinkt nicht oft. Jetzt sind Sie in irgendein Raum in diesem Hotel und machen Stress. Wir müssen sie daraus holen, bevor die Lehrer auftauchen." „Was meinst du mit Sie?" „Christine und Sally!" Als wir eine Treppe höher stiegen, hörte man schon lautstarkes Geschrei. Es war schon ein Wunder, dass noch kein Lehrer da war. Wir rannten Richtung der Lautstärke. Ein hellbeleuchteter Raum kam uns entgegen. Ich musste meine Augen zusammenkneifen, weil mir das grelle Licht entgegen schien. Nachdem sich meine Augen daran gewöhnten, erkannte ein Treffraum mit Sitzgelegenheiten. So würde ich es zumindest beschreiben. Es waren mehr von den Mitschülern da gewesen, als ich erwartet hatte.
Auch manche bekannte Gesichter erkannte ich. Ezras und Liam waren welche davon. „Du Schlampe. Wie konntest du meine Beziehung so ruinieren? Wer hatte dir das Recht gegeben?", schrie Sally in Christines Richtung, die mit ihren Mitläufern da stand. Sie schaute Sally belustigt an und hatte ihre Arme verschränkt. Emma hielt Sally zurück, damit sie nicht gleich auf Christine losging. „Also bitte. Dein Freund wollte was von mir. Wenn er kein Spaß mehr im Bett hatte, musst er sich ja Ersatz holen. Wahrscheinlich bin ich nicht die Einzige.", erwiderte Christine und sah ihre Nägeln an. Cory und ich liefen rüber zu Sally. „DU MISTSTÜCK. Du hast alles zerstört." Sally liefen ein paar Tränen in ihrem Gesicht runter.„Sally. Hör mir zu. Es ist es nicht wert. Sie ist es nicht Wert und er genau so wenig. Bitte beruhig dich. Lass uns zurück ins Zimmer.", versuchte ich sie zu entspannen. Ihre Augen sahen so aus, als würden sie den nächsten Ansturm von Tränen rauslassen. Man sah ihre Trauer an, die sie anscheinend die letzten Tage versuchte runterzuschlucken. Sie sagte nichts mehr. Ihre Kraft schien komplett verschwunden zu sein. Miyu und Cory stützten sie, weil ihr der Alkohol mehr zu schaffen macht, als sie wahrscheinlich dachte. „Ich erwarte eine Entschuldigung.", rief Christine, als Sally bereits aus den Raum war. Ich hielt meinen Blick noch ein wenig auf den Ausgang, um sicherzugehen, dass keine wütende Sally wieder zurückkam. „So eine Aufmerksamkeit Süchtige.", ertönte die Stimme von keiner anderen als Michelle, die andere Evert.
Ich drehte mich um und sah sie an. „Was hast du gesagt?" „Aufmerksamkeit-Süchtige. Macht ein Drama wegen nichts.", antwortete sie und wollte gehen. „Nichts? Du meinst, dass deine Schwester nichts getan hatte, als sie mit ein Typen geschlafen hatte, der Vergeben war? Das ist nichts?", zischte ich. Ich war auf hundertachtzig. „Ja, ich bin der Meinung, dass meine Schwester nichts dafür kann, wenn sie so schlecht im Bett ist. Hast du was dagegen?" Ich konnte sie nicht mehr ernst nehmen. Wer konnte es schon. Sie labberte Schwachsinn. Schlimmer als manche, die ich kannte.
„Jeder sollte seine Meinung haben. Manche nimmt man ernst und manche sollte man eher nicht. Und manche seltene Fälle sollten überhaupt nicht hinhören, weil nur Dummes rauskommt. In diesen Fall bist du ein seltener Fall." Ihr Gesicht änderte sich von selbstsicher zu sichtlich verärgert. „Was?" Sie schien es nicht zu kapieren. Ich atmete einmal tief ein. „Du hast recht. Deine Schwester kann nichts dafür, wenn sie, mit deinen Worten gesagt, schlecht im Bett ist. Wie ich genauso wenig dafür kann, dass aus dir nur Dummes rauskommt, aber man hätte es verhindern können, was deine Schwester wortwörtlich getrieben hatte. Dasselbe auch für die dummen Sachen, die aus deinen Mund rauskommen, wenn du nur mal darüber nachdenken würdest, bevor du dich zu was äußern willst."Ich wollte diesen Raum nur noch verlassen und nach Sally sehen. „Ach eins noch. Christine, du willst deine Entschuldigung? Ich entschuldige mich für meine Freundin, dass sie ihren Freund an so einer Person wie dich verloren hatte. Er hätte sich wenigstens Anständigeres aussuchen können." Zufrieden lief ich weiter. „Du mieses..." „Christine. Lass es sein.", mischte sich Liam ein. Im nächsten Moment wurde ich mitgezogen. Liam hielt mein Armgelenk und zog mich die Treppe runter. Dann hielt er plötzlich an und ließ mich los, als wir in unserer Etage waren. „Touché. Ich mag dein Einsatz." Er sah mich an und strich mir die Strähnen vor meinem Gesicht nach hinten.
Ich hatte völlig vergessen, dass ich meine Haare nicht ordentlich gemacht hatte. Ich hoffe, ich sah nicht allzu albern aus da oben. „Du siehst ja so aus, als wärst du erst aufgestanden." Jetzt hat er meine Sorge sogar bemerkt. „Da ist sogar ein Abdruck." „Was wo? Oh Gott wie peinlich.", sagte ich beschämt und versteckte mein Gesicht hinter meinen Händen. Mein Mut war wie aus dem nichts verschwunden, als wäre er gar nicht da gewesen. „Es war nur ein Spaß. Die kurze Hose ist süß." Er zeigte auf meine Schlafhose, die ich leider nicht gewechselt hatte. Da war Minnie Maus abgebildet und ich könnte im Erdboden versinken. „Cory hatte so ein Drama gemacht. Ich hatte einfach keine Zeit mehr und jaa.." Ich wurde immer leiser und sah auf den Boden, weil er mir plötzlich interessanter vorkam.„Mach dir keine Sorgen. Du sahst tapfer aus. Süß, aber sehr böse. Die Gesichter von ihnen waren ja unbezahlbar. Ich möchte mich nicht mit dir anlegen." Er hatte seine Hände in seine Hosentaschen gehabt, was mich zum Hinschmelzen brachte. Mein Herz spielte verrückt. Ich fragte mich, woran es lag. „Ich nehm es einfach als Kompliment an. Aber wieso wart ihr alle da?" „Deine Freundin hatte Christine dahin bestellt, als sie mit uns unterwegs war. Und so kam es dazu.", erzählte er. In mir fühlte ich ein kleines bisschen der Eifersucht. „Was für ein Drama.", erwiderte ich und lief einfach weiter. „Hey warte." Er holte mich ein und ging neben mir her.
„Was habt ihr so gemacht nach der Rallye?" Ich spürte wie er mich von der Seite beobachtete. „Ich hab den Mädels den Shop gezeigt." „Und? Bist du 10 Mal mit den Karussell gefahren ohne mich?", führte er fort und grinste vor sich, als würde er an was denken. „Nein eher das Gegenteil. Die Mädels wollten nicht. Und alleine wollte ich nicht.", kam es von mir mit einwenig Enttäuschung. „Schade. Dann lasst uns einfach morgen noch mal hin. Dann fahren wir auch, solange du willst." In mir bereitete sich eine Freude auf, als wäre mein sehnlichster Wunsch in Erfüllung gegangen. „Wirklich? Willst du wirklich?", fragte ich und sah ihn in seine Augen, um mich zu versichern. „Sicher. Ich mach es gern... Zeit, mit dir zu verbringen." Ich spürte plötzlich andere Emotionen in mir auf steigen. Es verwirrte mich. Trotzdem umarmte ich ihn überglücklich. Karussell, ich komme.„Du erdrückst mich Bella." Ich ließ ihn schnell wieder los und ging ein Schritt nach hinten. „Sorry. Die Freude war zu groß." Wir führten unseren Weg fort bis zu meiner. Tür. „Na dann Nacht.", sagte er und sah zu mir runter. „Hmm Nacht.", erwiderte ich, jedoch zögerte ich Michelin ihn fortzubewegen. Wir sahen uns noch immer an, ohne uns weiter zu bewegen. Als wir plötzlich Geräusche hörten, löste ich mich von seinen Augen, um schnell auf die Zehenspitzen zu gehen. Keine Sekunde später gab ihn ein Kuss auf die Wange. „Nacht. Schlaf schön.", verabschiedete ich mich erneut und machte schnell die Tür auf. Als die Tür verschlossen war, rutschte ich auf den Boden. Was hatte ich bloß getan.
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Lend me your heart
Teen FictionJemanden zu lieben, der einem nicht zurückliebt, ist wahrscheinlich der größte Schmerz, den man je erfahren kann. Wahrscheinlich tut es mehr weh, wenn diese Person dich nicht mal kannte. Sie verliert ihr Herz an jemand, der sie nicht kennt. Ihre An...