Chapter 69

22 1 0
                                    


„Marc.. du bist nicht der Einzige, der sich über unsere Zukunft sorgen gemacht hat. Ich wollte dir von meiner Entscheidung nichts erzählen, weil ich es nicht für wichtig hielt. Ich wollte dich nie auf irgendeiner Weise beeinflussen, für mich zu entscheiden, aber anscheinend hattest du es bereits getan." Marc schaute immer noch mit denselben sorgvollen Blick, denn er das ganze Gespräch lang schon hatte. Trotzdem hatte er die Kraft ihren Blickkontakt standzuhalten. „Mir wurde nach Weihnachten bewusst, wie wichtig mir meine Familie hier war. Meine Oma hatte mich die letzten Jahre vermisst und was wäre ich für eine Enkelin, wenn ich wieder ans andere Ende der Welt ziehe und sie im nächsten Augenblick verlasse. Trotzdem war es nicht der einzige Grund gewesen, der mich dazu gebracht hatte hierbleiben zu wollen. Schließlich wäre ich eine genauso schlechte Freundin, meine Freunde und meinen Freund zurückzulassen."
Ich hörte, wie viele erleichtert Ausatmen. „Du bleibst?" Marc hatte bereits mit dem Schlimmsten gerechnet, weshalb er Miyus Worte wahrscheinlich noch nicht verstand. „Ich hatte nie wirklich vor zugehen. Welche Gründe hätte ich, um meine Freunde und dich zu verlassen? Meine Freunde in Japan hatten mich sicherlich nicht mal vermisst.", murmelte Miyu, die sich an der Fensterscheibe festhielt, weil sie wohl nicht damit gerechnet hatte, in so einer Situation zu sein. „Ich dachte wirklich..." „Ich hätte auch alles getan, um bei dir zu bleiben Marc. Wärst du weggezogen fürs College hätte ich mir das nächst möglichst Nahe College genommen, um in deiner Nähe zu bleiben."

„Wir hatten wohl beide gleich gedacht." Marcs Körper entspannte sich auf Knopfdruck und er sackte in die Kissen hinein. „Irgendwie..?" Ich wusste nicht, ob es den beiden bewusst wurde, dass sie beiden alles füreinander getan hätten und getan hatten, um beieinander zubleiben, denn keiner von ihm wollte sich von Fleck bewegen. „Leute, ich unterbreche euch ja echt ungern, aber ihr habt kein Grund mehr, aufeinander sauer zu sein. Ihr könnt also wieder übereinander fallen und euch knutschen, damit wir endlich essen können. Alex war nicht umsonst die Pizza höchstpersönlich holen, damit wir nicht Stunden für die Lieferung warten müssen.", unterbrach Cassie die Stille.
„Du hast recht Cass." Im nächsten Moment stürmte Miyu auf Marcs und ich war noch nie so froh gewesen, so viele Kissen aufeinandergestapelt zu haben, denn es hätte sichtlich schiefgehen können. Liam, der wohl bemerkt hatte, das was neben uns geschah, langsam in die falsche Richtung geriet, kam zum Einsatz. Er zog mich aus den Kissen raus, um so schnell wie möglich zu verschwinden. „Und ich dachte, der Höhepunkt des heutigen Abends kommt, noch." Liams Worte verwirrten mich, stellte am besten keine Fragen, denn dieser Abend war schon mit genug Problemen bedeckt worden. Wir liefen in die Küche, wo sich der Rest von uns versammelte. „Noch einer, der eine Beziehungskrise hat und unbedingt jetzt klären will?", fragte Claire, die nun uns jeden ein Blick schenkte.

„Wieso guckst du mich so an?", bemerkte Cassie, die dabei war alles Nötige für das Essen raus zulegen. Claire schaute auch nun zu Henry. „Wir? Claire, du denkst da völlig falsch." Cassie schüttelte mit ihren Kopf und Henry tat es ebenfalls. „Wie wirklich?" Ich dachte, die beiden hätten nach der Weihnachtsfeier alles geklärt. „Wir sind nur Freunde.", antworten beide gleichzeitig. Nur Freunde. Das war immer der Anfang einer spannenden Geschichte. Dafür hatten wir aber an einen anderen Tag noch Zeit gehabt. Nachdem ich in die Runde blickte, war von Ezra und Lucas keine Spur zu erkennen. Alex war auf dem weg hierher und müsste demnächst klingeln.
„Wo sind Ez und Lucas?" Es war merkwürdig genug, dass die beiden seit langer Zeit sich nicht mehr gemeldet hatten. „Wir sind fertig." Die Stimmen kamen aus den Flur gefolgt von deren Gestalten. Ich erkannte zwei Jungs, die verschwitzt und mit wirren Haaren vor uns standen. „Was ist denn mit euch los?", fragte Claire. Sie strich durch Ezras Haare, aber das half ihnen nicht viel. Die beiden sahen ein wenig ausgepowert aus. „Henry danke für das Zimmer." Sie zwinkerten in seine Richtung, während Henry nur lachend mit dem Kopf schüttelte. „Oh nein, ihr habt nicht.", puzzelte ich mir alles zusammen. „Schatz nicht daran denken." „Zu spät." Claire schaute noch etwas verwirrt in die Runde. Ich bezweifle, dass sie es nicht kapieren wird, denn ihr Kopf arbeitete wahrscheinlich gerade sehr konzentriert, um das Rätsel zu lösen.„Oh mein Gott.", schrie sie auf. Sie schaute geschockt zwischen den beiden und wieder zu uns, als würde sie eine Bestätigung suchen.

Lend me your heartWo Geschichten leben. Entdecke jetzt