Liams Sicht:Mit dröhnenden Kopfschmerzen musste ich den Folgen meiner Dummheit am nächsten Tag entgegentreten. Alkohol war nie mein bester Freund gewesen. Außerdem war mein Trinkverhalten nie so extrem geendet, weshalb ich den Alkohol noch mehr hasste. Ich versuchte, mich aufzusetzen und daran zu erinnern, wie ich überhaupt nach Hause kam. Meine Sachen, die ich gestern an hatte, lagen neben mein Bett auf den Boden und ich schmeckte immer noch den ekelhaften Nachgeschmack von Bier in meinen Mund. So auf zu wachen konnte ja nur noch besser werden. Das Nächste, was ich sah, war mein Autoschlüssel, der sich auf meinen Nachtisch befand. Wer hatte mich gestern gefahren?
Die Frage wurde nebensächlich, nachdem ich neben mein Bett eine Wasserflasche und Kopfschmerztablette erblickte. Ich betete dafür, dass es nicht meine Mutter war, die mich so erleben musste. Wenn sie den Grund wüsste, würde sie sicherlich enttäuscht von mir sein.Ich nahm aber trotzdem dankend die Tablette und trank die Hälfte des Inhaltes aus der Flasche. Mein Wecker zeigte mir eine frühe Zeit an, jedoch war ich nicht mehr in meinen Zeitplan gewesen. Ich konnte mich nicht lange von meinen Kopfschmerzen erholen, sondern musste sofort aus dem Bett. Schwankend stand ich auf, um in der nächsten Sekunde auf etwas Spitzes zu treten. „Was zur.." Es tat sogar doller weh als ein Legostein, auf den ich vielleicht Mal vor Jahren, als Ella noch klein war und damit spielte, drauf trat. Es war die Hölle.
Es stellte sich heraus, dass es ein Mond-Ohrring war, der mir nur allzu bekannt vorkam. War es nicht Bellas? Hatte sie mich etwa gefahren? Was war gestern los gewesen? Oh Gott, wie dicht war ich bitte gewesen. Ich hob es hoch und legte es auf mein Handy, um es nicht zu vergessen. Anschließend machte mich schnell fertig und zog mir was über. Ich musste mit Bella reden. Vielleicht konnte sie mir mehr verraten, als ich momentan wusste.Zwanzig Minuten vor Unterrichtsbeginn war ich bereits an der Schule angekommen. Meine Augen suchten nach der kleinen Braunhaarigen, die ich wahrscheinlich immer entdecken könnte, egal wie klein sie war. Wer konnte so einem Mädchen schon übersehen. Sie würde mit ihrer Anwesenheit überall erkennbar sein. Zumindest war sie das für mich. Jedoch konnte ich sie nirgendwo entdecken. Vielleicht kam sie heute bisschen später oder erst gar nicht, weil dann hatte ich ein großes Problem, meine Erinnerungslücke zu beseitigen.
Bevor es Zeit war, in den Unterricht zu gehen, erkannte ich sie bei ihren Freundinnen. Meine einzige Hoffnung, die Lücken von letzter Nacht aufzufrischen, war da gewesen. Aber erst mal war Physik in an marsch. Wer startete seinen Freitag schon gerne mit dem schlimmsten Fach auf diesen Planeten? Ich gehörte eindeutig zu denen, die absolut kein Bock hatten, erst recht nicht, wenn man mit einen Kater wach wurde.Meine Konzentration in den Unterrichtsstunden waren natürlich nicht vorhanden. Ich hatte zwar keine dröhnenden Kopfschmerzen mehr gehabt, aber ausgerechnet heute waren die Fächer katastrophal. Das half mir natürlich auch nicht, mich zu konzentrieren, wenn ich die Sekunden bis zur Pause nur noch gezählt hatte. Als mich die Schulklingel von meinen Leiden erlöste, war ich so schnell wie möglich nach draußen geeilt. Ich hatte genau ein Plan, wo ich sie jetzt finden konnte. Woher dieser Instinkt kam, war mir nicht bekannt.
Vielleicht hatte ich einen kurzen Blick auf ihren Stundenplan gehabt, als ich mal Ella abholte und ihr Kalender offen da lag. Mein gutes Gedächtnis hatte sich einiges eingespeichert, bevor es mir selber bewusst wurde. Zu meinem Pech hatten wir kaum Fächer zusammen. Die Pause war schon im vollen Gange, nachdem ich vor dem Fachraum stand. Es kamen viele Schüler raus, also hatte ich gute Chancen, dass sich Bella im Raum befand.Ich lehnte mich an die Wand und schaute jedes Mal hoch, wenn einer den Raum verließ. „Mr. Bowen. Die Wand kann auch ohne Sie stehen!", sagte einer der Lehrer, die vorbeigingen. Erkennen konnte ich leider nicht, wer es war. Ich konnte mit jeder Sicherheit aussagen, dass einer der Lehrer war, die es lustig fanden solche Kommentare von sich zu geben. Ich ging trotzdem die Aufforderung nach und ließ die Wand von alleine stehen. „Mein Gott bin ich müde. Gestern Abend war viel zu lang gewesen." „Keiner hatte von dir verlangt, bei ihm zu bleiben.", kam es von Cory. „Du kennst mich doch.", hörte ich Bellas Stimme. „Denkst du nicht, dass du vielleicht für ihn.." „Cory!", unterbrach Bella ihre Freundin.

DU LIEST GERADE
Lend me your heart
Teen FictionJemanden zu lieben, der einem nicht zurückliebt, ist wahrscheinlich der größte Schmerz, den man je erfahren kann. Wahrscheinlich tut es mehr weh, wenn diese Person dich nicht mal kannte. Sie verliert ihr Herz an jemand, der sie nicht kennt. Ihre An...