Chapter 68

10 1 0
                                    


Zwei Monate später

Bellas Sicht:

Endlich waren die nervigen Prüfungsphasen zu Ende. Die letzten Prüfungen für die Highschool. Ich ließ mich erschöpft auf mein Bett fallen, da ich übermüdet war und die letzten Tage kaum Schlaf bekam. Sogar Liam konnte ich seltener sehen, weil er genauso sehr mit den Prüfungen zu kämpfen hatte. Nebenbei war ich froh darüber, dass es mit seiner Familie super klappte. Er verstand sich immer mehr mit seinem Vater und all den Familienmitgliedern.
Er hatte mir erzählt, dass sein Vater drauf bestand, dass letzte Zimmer in dem ersten Geschoss für Liam herzurichten, damit er nicht immer in einem Gästezimmer übernachten musste, falls er mal mit Ella die Nacht zurückblieb. Das Platzproblem war so oder so kaum vorhanden. Eher war es keine so gute Idee, 4 'Kinder' in eine Etage zu stecken, die von Alter nicht verschiedener sein könnten. Die zusätzlichen Geschichten, die mir Liam erzählte, waren dafür jedes Mal lohnenswert.

Heute wäre mir Schlaf lieber gewesen, aber leider wurde mir dies verweigert. Ich müsste mich genau in diesen Moment fertigmachen, wenn ich noch loswerden wollte. Ich fand aber keine Kraft und Energie dazu, mich aus meinem gemütlichen Bett zu bewegen, damit wir unseren Erfolg der Prüfung feiern konnten. Trotz blieb mir nicht viel Zeit, wenn ich noch Duschen wollte. Genervt rappelte ich mich auf und erledigte alles, was ich tun musste.
Die anderen hatten sich für eine riesige Übernachtung entschieden und irgendwie war unser Kreis plötzlich riesig geworden. Henry hatte netterweise angeboten, es in seinem Haus zu machen, weil seine Eltern nicht da waren. Da sein Haus die Kapazität an Menschen aufnehmen konnte, die wir hatten, war es perfekt. Das Haus war nicht so groß wie das Haus von Liams Vater, aber auf jeden Fall gehörte es zu den Häusern, die in den Viertel, in dem Liams Vater lebte, stehen könnten. Mit Kapazität der Personen meinte ich, Cory und Alex, Miyu und Marc, Emma, Claire, Cassie, sogar Ezra und Lucas und natürlich auch Liam und ich. Lucas und Ezra in unserer Gruppe war zu einem eigenartig, aber nicht ungewohnt. Zumindest nicht mehr, seit wir uns alle gut verstanden.

Es waren also eine Menge Menschen und auch eine Flut an Vorbereitungen nötig. Das müsste das kleinste Problem für uns alle sein. Schließlich hatten Henry, Cassie und ich für eine viel größere Feier geplant, da ist eine Übernachtung mit 12 Menschen nichts gewesen. Nachdem duschen, nutzte ich die Zeit, die meine Haare zum Trocknen brauchten, fürs Packen. Ich faltete alles ordentlich in mein Rucksack und suchte mir ein gemütliches Kleid für heute Abend aus. Das etwas längere luftige Kleid mit ellenlangem Ärmel passte perfekt zum Wetter. Die Klingel meldete sich zu Wort, als ich mein Gesicht gerade eincremte.
Ich eilte die Treppe runter, da ich genau auf eine Person gewartet hatte. Etwas ungeduldig stand ich vor der Tür und zählte die Etagen, die an der Anzeige über den Fahrstuhl abgebildet waren, mit. Als die Tür sich ein Spalt öffnete, rannte ich zum Fahrstuhl. „Ez! Hast du es?" Ezra erschrak sich über meine energische Erscheinung. „Um Himmelswillen. Bells, wie oft soll ich dir sagen, dass ich daran sterben könnte?" Er hielt sich fest an seiner Tasche und ich sah ihn nur entschuldigend an.

„Hast du es?", wiederholte ich meine Worte. Ezra verdrehte seine Augen und lief an mir vorbei ins Haus. „Hey!" Ich folgte ihm ins Wohnzimmer. Er schien keine Anstalten zu machen, mir das zu geben, was ich wollte. „Hast du schon gepackt? Emma schreibt mir ständig, dass wir unsern Hintern zu Henry bewegen sollten und uns am besten keine Sekunde verspäten, weil sie sonst uns nicht mehr reinlässt. Ich hab heute Bock, einen wegzusaufen. Also hopp."
Ich starrte Ezra verwirrt an, da ich ihn beauftragt hatte, mir etwas zu holen, aber er keinen Anschein zeigte mir es zu geben. „Wo ist der Ring Ez?" Er reagierte zuerst nicht, da er auf sein Handy gespannt starrte. Nachdem er aber bemerkte, dass ich mich nicht bewegte, sah er mir zu mir hoch. „Ist was?" „Du hast den Ring richtig?" Ich würde mich nicht von diesen Fleck bewegen, wenn ich nicht wüsste, wo dieser verflixte Ring war. „Bells. Du vertraust mir oder?" Ich zögerte beim Nicken etwas, da ich diesen Aufstand nicht verstand.
„Ok, dann kannst du ja dich fertigmachen und wir können los. Der Ring ist bei mir am sichersten." Ezra zwinkerte mir zu und schaute wieder auf sein Handy. Verwirrt lief ich die Treppen hoch, während ich mich darüber ärgerte, Ezra in diese Sache mit reingezogen zu haben. Ein Marc wäre vielleicht besser gewesen oder ich hätte Henry beauftragen sollen. Nach zwanzig Minuten war ich so weit gewesen, um loszufahren. Mit meiner Tasche gesellte ich mich zurück zu Ezra. „Ich möchte den Ring sehen Ez.", sagte ich und hielt ihn meine Hand hin. „Willst du es ihn nicht erst nachher geben?"
„Ja... aber ich möchte sehen, ob alle meine Wünsche auch berücksichtig wurden. Kann ich es bitte haben?" Ezra schüttelte sein Kopf. Wie bitte? Bin ich im falschen Film gelandet? „Aber wieso?" „Ich hatte es bereits für dich gecheckt. Lass uns los. Dein Freund wartet unten auf uns." Ezra stand auf und verließ mit seiner Tasche die Haustür. Etwas genervt folgte ich ihn, während ich darüber nachdachte, ihn einfach K.o. Zuschlagen, um den Ring problemlos zu nehmen. Meine Chancen standen zwar schlecht, aber ein Versuch wäre es Wert um meine Wut auslassen zu können.

Lend me your heartWo Geschichten leben. Entdecke jetzt