Wenig späterIch war dabei mir mein Make-up zu machen, während Cory mit Marie zusammen ihre Frisuren herrichteten. Emma würde erst später kommen, da sie sich zu Hause fertigmachte, um den ganzen Stress bei mir zu vermeiden. „Freut ihr euch auch so auf heute?" fragte Marie freudig, als wäre es ihre erste Party auf die sie ging. Ihre Laune war, um ehrlich zu sein, schon seit sie gekommen war so. Sie war viel zu hibbelig. Aber gute Laune war eh besser als schlechte. „Danke nochmal dafür, dass ihr mich hier mitnehmt." sagte sie und sah zu mir in den Spiegel.
Es war mittlerweile 17 Uhr, sobald Emma da war, wollten wir losfahren. Allein die Fahrt dorthin dauert schon eine ganze halbe Stunde. Wir würden alle mit Corys Wagen fahren. „Mir hatte einer aus der Fußballmannschaft geschrieben, dass irgendein Neuling zum Kapitän ernannt wurde. Ich hätte es Ezra oder Lucas echt gegönnt." äußerte sich Marie aus dem nichts. Ich hätte es Ezra auch gegönnt. Er hätte einen super Job gemacht. Das meinte ich aber auch ohne meine rosa-rote Brille so.
„Respekt an den Neuling. Der Trainer hatte noch nie einen neuen Schüler in der Mannschaft die Verantwortung gegeben. Da hat einer sein Vertrauen gewonnen. Ich brauch unbedingt Unterricht vom ihn." fing Cory an zu sprechen. „Stimmt, wer das wohl ist? Ich hoffe nicht irgendein Schleimer, der sich in den ersten Wochen gleich unbeliebt gemacht hat." „Ihr werdet ihn ja spätestens heute treffen." sagte ich belustigt und checkte mein Make-up noch mal. Ich war somit fertig. Meine Frisur war offen und die Haare hatte ich mir leicht gewellt. Viel mehr wollte ich nicht. Ich schmiss mich auf mein Bett und schloss meine Augen. Ich hätte so gern geschlafen. Aber vielleicht wird der Abend ja nicht so schlecht. Hoffen kann man ja. Trotzdem ist nichts besser als Schlafen, was mich seufzen lässt, weil ich das Gegenteil tun musste. Das wird eine lange Nacht.
„Wieso bin ich immer so schnell fertig. Ich hätte die Wartezeit auch anders nutzen können.", jammerte ich, als ich ein Blick auf die Uhr warf. „Du hast ja gleich Gesellschaft, Emma müsste jeden Moment klingeln." sagte Cory, während sie ihre Haare weiter lockte. Als hätte Emma Cory gehört, ertönte auch schon im nächsten Moment die Klingel. „Ich geh." Ich eilte die Treppe so schnell, wie es mir möglich war, runter weshalb ich in Lichtgeschwindigkeit an der Tür stand. Weil es doch ein wenig dauert, vom Erdgeschoss in die 11. Etage zu fahren, lief ich zum Kühlschrank, um mir was zu trinken zu holen. Ich ließ aber die Tür offen, damit ich mir den Weg zu der Tür ersparen konnte.
„Ich bin da." sprach eine Stimme hinter mir. Ich stellte das Glas mit Wasser ab, um Emma zu begrüßen. „Na endlich. Mir ist so langweilig gewesen." Ich schloss meine Arme um Emmas sportlich gebauten Körper, um ihr eine Umarmung zugeben. „Du hättest einfach schlafen können.", erwähnte sie mein sehnlichsten Traum seit ich fertig bin. „Mit dem Make-up kann ich es vergessen. Es ist ja keine Kostümparty und ein Panda ist bestimmt nicht erwünscht." „Das ist aber schade, dabei sind Pandas doch so süß." Ich sah sie mit verschränken Armen an. Belustigt zog sie mich die Treppen hoch.
„Na komm, lass uns zu den anderen, mal gucken wie weit die sind." somit liefen wir hoch. Oben angekommen saß Cory auf meinem Bett und beschäftigte sich mit ihrem Handy, während Marie den letzten Feinschliff machte. Ich ging zu meinem Regal, wo meine Taschen verstaut waren, um eine Clutch zu holen. Dort packte ich mir einen Lippenstift und mein Handy ein. Bisschen Geld durfte auch nicht fehlen. „Ok Mädels auf geht's."
Durch den Abendverkehr kamen wir sogar ein bisschen später als geplant an. Man hörte draußen schon die laufende Musik und ein paar Menschen die im Garten chillten. Und ich dachte, wir sind zu früh da. Wir stiegen aus und liefen zum Treffpunkt, wo Sally und Dale auf uns warteten. „Hey, ihr seht schick aus." gab Sally von sich, als wir bei ihnen ankamen. „Danke ihr aber auch." erwiderte Marie. Ich gab Sally und Dale eine Umarmung und wir liefen rein. Auf den Weg ins Haus blieb Dale aber bei einem seiner Kumpels stehen, was bedeutete Sally würde ebenfalls stehen bleiben. Sie sagte zu uns, sie würde später zu uns rücken.
Wir liefen also weiter in die Menschenmenge hinein. Drinnen war es noch stickiger als an einem warmen Tag draußen am Strand. Mir kam der Gestank von Alkohol entgegen, der aber noch Geringen war da die Party noch am Anfang war. „Komm, lass uns bisschen Alk holen für einen tollen Abend." rief Cory über die laute Musik hinüber. Ich wusste ganz genau, dass sie mich nicht meinte. Trotzdem liefen wir zu der Alkoholquelle, wo sehr viele bekannte Gesichter waren.
Dort angekommen nahm sich Cory drei Bierflaschen und eine Wasserflasche für mich raus. „Hier lass uns diese Party rocken." schrie Cory viel zu aufgedreht. Das kann ja heiter werden. Wir suchten uns als nächstes ein Platz zum Stehen und stellten die Sachen dort ab. „Geht ihr ruhig Tanzen, ich passt auf." meldete sich Emma zur Wort. Als Cory es hörte, zog sie mich im nächsten Moment auf die Tanzfläche.Wir tanzten ausgiebig zu der Musik. Ich liebte es zu Tanzen. Da bekam ich immer einen freien Kopf und die Welt schien so problemlos. Marie hatte auch eine Menge Spaß gehabt, aber dies nicht alleine. Sie tanzte mit einem der Footballspieler unserer Schule. Heute war sie wohl nicht mehr so schüchtern wie sonst. Ich tanzte weiter mit Cory, bis mir langsam die Puste ausging, weshalb ich ihr ein Zeichen gab, dass ich mal kurz Pause machte.
Ich lief zu unseren Platz, wo ich Ems Posten ablöste, damit sie auch ihren Spaß hatte. Meine zweite Lieblingsbeschäftigung auf so einer Party war es Menschen zu beobachten. Es war manchmal witzig anzusehen, was betrunkene Menschen so taten. Einmal bekam ich mit, wie ein Junge einen deftigen Korb von einem Mädchen erhielt, was natürlich traurig war, aber nicht, wenn der Typ ein übelster Draufgänger war. Als Beobachter bestimmt besser, als die Person die den Korb bekam.
Heute Abend hielt auch ich Ausschau nach Ezra, der von diesen Platz aus noch nicht zu sehen war.. Ich wollte endlich einen ersten Schritt wagen und das war mit ihm zu sprechen. Aber weit und breit waren keine Fußballspieler in Sicht. Vielleicht tauchten sie erst nachher alle auf oder befanden sich bereits irgendwo in diesem großen Haus. „Hey Bells." rief jemand nach mir. Überrascht guckte ich hoch und sah Henry vor mir. „Henry! Wie geht es dir?" „Blendend. Wieso sitzt du hier so alleine?" Während er das sagte, winkte er ein paar tanzende Menschen zu.
„Ich bin mit Aufpassen dran.", erklärte ich die Situation kurz und knapp. „Oh du Arme. Lass uns nachher zusammen Wahrheit oder Pflicht spielen. In der zweiten Etage gibt es in einer Stunde eine Partie. Nimm die anderen ruhig mit. Umso mehr desto besser." Er zeigte dabei auf Cory und Ems, die in der Menge ihren Spaß hatten. „Klingt nicht schlecht. Wir schauen mal vorbei." erwiderte ich. Schaden kann es ja nicht und es hörte sich nach Spaß an.
Als später die Mädels wieder zu mir kamen, berichtete ich ihnen von der Einladung. „Uhh, Wahrheit oder Pflicht. Ich hoffe es kommen die heißen Typen vorbei." gab Marie von sich und hüpfte freudig. „Ich bin dabei. Klingt nach Spaß." Obwohl Cory eher unbeeindruckt wirkte. Sie fand schon immer kein Interesse an den Typen unserer Schule, weshalb ihr das Spiel keine Vorteile erbrachte.
„Super. Habt ihr auf der Tanzfläche eigentlich einer der Fußballspieler getroffen?" Ich hatte die Hoffnung darauf, dass die Jungs endlich da waren und unter ihnen auch Ezra war. „Ja, ich hab da welche gesehen. Ich glaub, Lucas war da und ein paar andere." beantwortete Marie meine Frage. Ok, es war meine Zeit. Ich musste mit ihm ein Gespräch aufbauen. „Kann einer von euch wieder übernehmen? Ich will gerne was erledigen." gab ich Bescheid. Marie meldete sich freiwillig und ich machte mich auf die Suche.
Ich suchte zuerst den Garten ab, da dieser schon sehr riesig war. Aber es war weit entfernt keine Sicht von Ezra. Also begab ich mich zurück ins Haus. Ich ließ einen Blick über die Menschenmasse schweifen und sah, wie ein Blondschopf in die Küche ging. Es war so weit. Mit schnellen Schritten lief ich in die Richtung, um ihn nicht aus den Augen zu verlieren. Gerade als ich in die Küche ankam, erkannte ich ihn vor den Kühlschrank, eine Bierflasche rausholen. Meine Chance. „Hey kannst du mir eine Flasche Sprite raus holen?" sprach ich meine ersten Worte mit wackliger Stimme. Er sah einmal auf und ich erkannte einen überraschenden Blick. Im nächsten Moment holte er aber eine Flasche raus. Ok, meine Chance ist gekommen.
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Lend me your heart
Teen FictionJemanden zu lieben, der einem nicht zurückliebt, ist wahrscheinlich der größte Schmerz, den man je erfahren kann. Wahrscheinlich tut es mehr weh, wenn diese Person dich nicht mal kannte. Sie verliert ihr Herz an jemand, der sie nicht kennt. Ihre An...