Einige Monate später:„Hast du dich von deinen Flug erholt?", fragte ich Claire, nachdem ich sie vor zwei Tagen zuletzt gesehen hatte. „Bells. Es dauert noch, bis ich mich wieder an die Zeit gewöhne. Meine Eltern hatten mir nicht mal Zeit gelassen, um mich auszuruhen. Sie wollten nämlich alles erfahren." Ich legte mich auf meinen Rücken und hielt mein Handy über mein Gesicht, um Claire sehen zu können, wie sie durch ihr Zimmer wanderte, um alles einzuräumen. „Claire, wir vermissen dich alle jetzt schon. Wann wolltest du noch mal zu uns zurück?" Claires Abschied am Flughafen war der reinste Albtraum. Ich hatte wahrscheinlich so viel geheult wie noch nie zu vor.
„Du weißt schon, dass ich noch vorgestern bei euch war?", erinnerte sie mich daran. „Kommt mir aber so vor, als wären es 10 Jahre. Also wann hast du vor zurückzukommen?" „Wenn ich mein Abschluss noch mal mache, dann komme ich zu euch." Genervt seufzte ich auf. Was für ein blödes System. „Na gut, dann musst du uns eben in den jeweiligen Colleges besuchen, wenn du in einem Jahr hierher kommst.", gab ich ihr Bescheid.„So schlimm kann es ja nicht sein. In welche Staaten musst ich?" Gute Frage. „Also Cory hat ihre Entscheidung getroffen. Sie geht auf die Columbia College Hollywood und Lex wird ihr wahrscheinlich spätestens in 3 Monaten auch folgen. Emma geht auf die Florida International University und bei Miyu bin ich mir nicht sicher, sie sucht sich bestimmt, was in Miami." „Da wo Marc ist oder?" Ich nickte als Antwort. „Ich denke aber es dauert noch ein Semester, bis sie sich für etwas entschieden hat."
„Und was ist mit dir? Und Liam?" Stimmt. Ich kam nie mit Claire dazu, über meine Entscheidung zu reden. Schließlich hatten wir in den letzten Tagen eher damit zu tun, Zeit miteinander zu verbringen. „Miami Dade College. Management Abteilung.", teilte ich ihr mit. „Und Liam? Bleibt er in Miami?" Ich musste grinsen. Als Liam mir die Nachricht erzählt hatte, für welches College er sich schlussendlich entschieden hatte, war ich sehr glücklich gewesen. Nachdem er nämlich unzählige Schreiben bekam, weil sein Vater ihn alle Türen geöffnet hatte, war ich zuerst ein wenig in Sorge. Schließlich hatte er all die Möglichkeiten in einen anderen Bundesstaat weit weg von Miami zu studieren.
Wir hatten uns ebenfalls früh darauf geeinigt, erst etwas zu sagen, wenn wir beide uns entschieden hatten. Mir war bewusst, dass manche Colleges für uns super waren, aber dieses war perfekt. „Miami Dade College. Immobilienwirtschaft Abteilung." Es dauerte einen Moment, bis Claire mir antwortete. „Warte was? Ihr habt das gleiche College?" Mein Kopf nickte automatisch, bis mir einfiel, dass Claire es gar nicht sehen konnte, da sie durch ihr Zimmer lief. „Ich kann selber nicht verstehen, wie wir es geschafft hatten. Wir hatten uns eigentlich dafür entschieden, uns nicht beeinflussen zu lassen. Ich hatte innerlich gehofft, dass unsere Colleges nicht so weit entfernt waren. So ist es nun." Ich grinste in die Kamera, als Claire sich zu mir umdrehte. „Ich freue mich echt für euch. Wenigstens erspart ihr mir damit auch die Reise ums Land, wenn ich euch mal besuche."Ein Klopfen an der Tür hielt mich von meiner Antwort ab. „Herein.", rief ich. Wenn man von Teufel sprach. Liams Kopf steckte zwischen der Tür und er sah zu mir rüber. „Stör ich dich?" Ich schüttelte meinen Kopf. „Schatz erstens ist das dein Zimmer und es ist Claire. Komm, sag ihr Hallo." Ich winkte ihn zu mir rüber. Um Liam eine Sicht auf mein Handy zu geben, setzte ich mich auf. Liam nahm Platz auf sein Bett direkt hinter mir. Seine Haare lagen immer noch durcheinander, da wir erst gerade aufgestanden waren. Claire meinte, ich könnte sie gegen 20 Uhr in Frankreich erreichen, weshalb ich eigentlich früher aufstehen wollte, um mich vorzubereiten. Leider war meine Planung nicht sowie ich vorgesehen hatte, als gegen 14 Uhr mein Handy mich weckte, aber die Nacht war gestern doch ein wenig länger gewesen, weshalb ich nicht wirklich was dafür konnte.
„Hey Claire." Er winkte ihr in die Kamera. „Hi Liam. Wie geht's?" „Bestens und bei dir?" Er fuhr sich mit der Hand durch seine Haare, um ein bisschen Ordnung herzustellen. „Anstrengend. Jetlag ist nicht so meins.", vermerkte sie und atmete laut aus. „War der Flug wenigstens gut?" „Die französischen Filme hatten mich zumindest wieder auf die Sprache eingestellt, aber sonst war da nichts außer ein schreiendes Baby." Sie sah genervt in eine Richtung, als hätte sie gerade genau das Bild vor ihren Augen gehabt. „Oh die Sorte von einem Flug also." Claire nickte nur zustimmend. „Wir hatten gerade über das College geredet und wann sie wieder zurückkommt.", berichtete ich Liam. „Und?"
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Lend me your heart
Teen FictionJemanden zu lieben, der einem nicht zurückliebt, ist wahrscheinlich der größte Schmerz, den man je erfahren kann. Wahrscheinlich tut es mehr weh, wenn diese Person dich nicht mal kannte. Sie verliert ihr Herz an jemand, der sie nicht kennt. Ihre An...