Chapter 22

12 1 0
                                    


Abend

„DU BIST OHNMÄCHTIG GEWORDEN?"schrie Cory mich an. Ich lag auf mein Bett und versuchte mich von den Geschehnissen zu erholen. „Ja Cory. Aber mir geht es doch wieder gut. Mrs. Bowen hatte mich ja sehr gut gepflegt." versuchte ich zum wiederholten Mal ihr die Sorge zunehmen. „Bella, ich versuche es ja zu verstehen. Es ist dir noch nie passiert, dass du ohnmächtig geworden bist, weil die Wärme dich belastet. Denkst du nicht, wir sollen es mal durchchecken lassen?" entgegnete mir Cory. „Ach Cory. Ich bin gesund. Ich wurde ja gerettet." „Du wirst aber wahrscheinlich nicht immer zwei Sportler haben, die sich so um dich sorgen. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich das nie von ihnen erwartet hätte."

„Ja ich ja auch nicht. Von Liam wahrscheinlich mehr als Ezra. Liam hat ja so ein Helferherz wie seine Mutter und Ezra ist ja, wie gehabt, ein Mysterium." „Du hast recht. Jetzt weißt ich gar nicht, was ich von ihm halten soll. Vielleicht mach ich eine Strichliste, um zu verfolgen ob er für dich geeignet ist. Der Junge wirkt auf mich immer positiver. Liam wäre ja auch nicht schlecht." Cory redete vor sich hin, als hätte sie es wirklich ernst gemeint. „Cory, deine Verkupplungsversuche solltest du sein lassen." „Dann sind ja die Dates, die ich mache für nichts." murmelte sie ins Telefon. „Ach Quatsch. Dein Liebesleben ist ja auch noch da." erinnerte ich sie daran. „Hmm ja."

„Sag mal, was waren eigentlich deine Beschäftigungen in den letzten Wochen. Mia fragt schon ständig nach dir. Wenn es sogar meiner Schwester auffällt, dass du ständig fehlst, dann muss es was bedeuten." sprach ich meine Frage, die ich ihr schon die letzten Tage stellen wollte. „Weißt du, es ist schwer es zu erklären. Ich würde es dir lieber persönlich sagen. Aber könntest du mir einen Gefallen tun und warten bis ich soweit bin?" Dies war so ähnlich wie die Anweisungen die sie mir immer gab, wenn sie anfing, das Thema in eine andere Richtung zu lenken, nur das sie dieses Mal vor hatte es mir zu sagen.

„Ja klar. Ich kann immer warten. Aber soll ich mir Sorgen machen?" Ihr Tonfall klang in meinen Ohren nicht so, wie sie immer Klang. Es liegt eine ungewohnte Besorgnis dahinter, die mir auch schon früher auffiel. Was konnte es sein, dass ihr so eine Sorgen bereitete? Schließlich redeten wir ja über alles. „Nein, ich denke nicht. Es kommt drauf an, wie du reagierst. Ich hoffe aber positiv." kam es von ihr. „Jetzt hast du meine Neugier erweckt." „Du wirst es ja bald erfahren. Ich musst nur noch was klären."

Dann redeten wir über unser Treffen, das wir noch einbauen mussten, da die Prüfungen übernächste Woche anfingen. Was wahrscheinlich erneut bedeutete, ein weiteres Wochenende hinzu hauen, bevor die Lernphase startete. Hätte ich gewusst, dass ich nach den Ferien so wenig Zeit an den Wochenenden haben werde, dann wären meine Schlafenszeiten vielleicht anders gewesen. Meine Nächte bis zum nächsten Morgen wären vielleicht nicht da gewesen und ich hätte mehr geschlafen. Aber aus Fehlern lernt man ja. Ich werde einfach die nächsten Feiertage zwei bis drei Stunden früher schlafen gehen, obwohl ich genau weißt, dass es unmöglich ist.

Die Mädels hatten mir viele Vorschläge geschickt wo sie hin wollten. Ich hatte die Aufgabe, unsere Route zu planen, damit gar keine Zeit verschwendet werden sollte. Es wird ein entspannter Tag vor dem Ansturm. Die Prüfungen und die Fahrt. Oh, die Zettel. Ich hatte sie nicht abgegeben. So ein Mist. Aber wo waren sie? Unfreiwillig rappelte ich mich wieder auf und wühlte in meiner Tasche herum. Welch Wunder, sie waren nicht da gewesen. Ob Liam vielleicht wusste, wo sie sein könnten?

Ich öffnete mein Handy und suchte nach seiner Nummer. Das wäre das erste Mal, dass ich ihn anschrieb. Die Nummer gab mir Sabrina, weil sie der Meinung war, dass wir wegen unseren jüngeren Geschwistern auch unter Kontakt stehen mussten. Für die Notfälle natürlich. Ich schickte ihm eine Nachricht, in der ich nach dem Verbleib der Zettel fragte. Oh Moment, er hatte bestimmt nicht meine Nummer.

Ich: Ach ja, ich hatte vergessen zu erwähnen. Ich bin Bella.

Ich legte mein Handy wieder weg, da ich keine sofortige Nachricht erwartete. Ich hoffte er hatte sie erhalten, sonst wäre ich erledigt gewesen. Es reichte schon zu wissen, dass ich sie Henry nicht sofort geben konnte. Fragwürdig war aber auch, warum ich noch keine Nachricht von ihm bekommen habe, in der er nach den Zetteln fragte. Mein Handy vibrierte und holte mich aus meinen Gedanken zurück.

Willi: Ich weiß wer du bist. Dachtest du wirklich, dass meine Mutter nur dir meine Nummer untergejubelt hat? Du weißt ja wie sie tickt.

Ich: Das überrascht mich trotzdem. Aber es ist nebensächlich. Hast du die Zettel, die ich bei mir hatte?

Willi: Nein, die hab ich nicht mehr.

Ich: Nicht mehr? Was bedeutet das?

Willi: Ich dachte, du verfällst in Panik, weil du denkst, sie seien weg.

Ich: Naja, wer lesen kann ist klar im Vorteil.

Willi: Touché. Ich habe sie für dich schon bei Henry abgegeben. Ich musste meine auch noch abgeben.

Seine? Er war doch gar kein Mitglied des Schulkomitees.

Ich: Deine? Reden wir von den gleichen Zetteln?

Willi: Klar. Ich musste Cassandras auch abgeben. Du kennst sie sicherlich.

Ich: Ah ja, das macht Sinn. Danke dafür. Und auch für deine Heldentat.

Willi: Du solltest mich lieber als Super Liam oder Held Liam einspeichern. Das hab ich ja wohl verdient.

Wenn er nur wüsste.

Ich: Ne lieber nicht. Mir gefällt Willi besser.

Willi: Jetzt bin ich traurig. Aber gut, es gleicht sich dann ja aus, heimliche Verehrerin von Ezra. Ich hatte noch niemand so einen langen Namen in meiner Kontaktliste gegeben.

Ich: Ich sagte doch, du sollst damit aufhören.

Willi: Ich ja auch heimliche Verehrerin von Ezra.

Ich: Du bist doof. Nacht.

Willi: Oh nicht beleidigt sein.

Ich ignorierte seine Nachricht und las meine anderen Nachrichten durch. Einer der Nachrichten kam von meinem Bruder. Oh, er meldete sich ja endlich mal wieder.

Tommy: Hey Schwesterherz. Ich komm am nächsten Sonntag vorbei. Mach mir bitte mein Zimmer sauber. Du bist die Beste.

Ich: Ist da was, oder warum kommst du rüber?

Tommy: Nichts Weltbewegendes. Nur mein Geburtstag.

Oh verdammt. Ich hatte den ja komplett vergessen. Das kam echt selten vor, weil ich mir so etwas sehr gut merken konnte, aber heute war ich nicht in meinem besten Zustand.

Ich: Genau. Ich wollte nur testen, ob du deinen eigenen Geburtstag kennst. Kommt Perry auch?

Tommy: Nein, weißt du. Meine Freundin begleitet mich nicht an meinen Geburtstag.

Ich: Du bist ja so sarkastisch. Bruderherz, hast du dich etwa verändert?

Tommy: Du solltest schlafen. Es ist schon nach Mitternacht.

Überrascht schaute ich auf die Uhr an meiner Wand. Hatte ich solange mit Liam und meinem Bruder geschrieben? Oh man, jetzt schlafe ich schon wieder so wenig. Ich verabschiedete mich von Tommy und legte mein Handy weg. Meine Gedanken an Ezra und Liam ließen mich leider nicht so schnell einschlafen, wie ich es wollte.

Lend me your heartWo Geschichten leben. Entdecke jetzt