„WAS?! Paddy und Leo sind WEG? Das kann jetzt nicht euer Ernst sein!?" Patricia schaute völlig entgeistert von einem zum andern. Total durchnässt stand die Hälfte ihrer Geschwister vor ihr. Draußen toste das Gewitter. Kathy und Johnny kamen gerade dazu.
„Was ist los?" Johnny sah besorgt aus.
„Leo und Paddy fehlen. Schon wieder..." Patricia schaute ihren ältesten Bruder sorgenvoll an.
„Ihr meint jetzt nicht wirklich, dass ihr nicht wisst wo sie sind und da draußen geht gerade die Welt unter?!" Kathys Stimme klang alles andere als freundlich.
„Doch leider, genau so ist es..." Joey begann zu erklären, was passiert war. Dass sie langsamer gemacht und sogar eine ganze Weile auf die beiden gewartet hatten, als sie schon über den Fluss waren, Paddy und Leo aber einfach nicht aufgetaucht waren. Dass Jimmy nochmal zurück gefahren war, aber nicht weit kam, weil der Weg über den Fluss auf einmal überflutet war. Und von den beiden keine Spur...
„Tja, so sieht's aus..." Joey schaute betreten zu Boden. Sie hätten die zwei überhaupt nicht allein lassen sollen...
„Leute, Telefon – Salvatore ist dran!" Barby stand mit dem Telefon, zum Glück war das Kabel so lang – im Türrahmen zur Küche.
„Ob Leo bei uns ist..."
Kathy nahm ihr den Hörer ab und erklärte kurz, was passiert war. Kurz darauf schaute sie stirnrunzelnd auf's Telefon.
„Was ist?" Jimmy sah sie fragend an.
„Er holt ein Fernglas, ich soll dranbleiben," Kathy sah ziemlich verwirrt aus. Ein Murmeln ging durch die Runde. Kurze Zeit später legte Kathy den Hörer, nach ein paar gemurmelten 'oks', wieder auf.
„Also, die Montoyas haben irgendwo Richtung Strand eine kleine Hütte, und Salva konnte mit dem Fernglas sehen, dass schwarzer Rauch aus dem Kamin kommt - also wohl von nassem Holz. Ziemlich wahrscheinlich sind Paddy und Leo also dort, haben nasses Holz auf's Feuer gelegt, damit Salvatore den Rauch sehen kann und weiß, dass sie dort sind. Er kann aber nicht hinfahren um nachzusehen, weil bei ihnen der kleine Weg dorthin ebenfalls unter Wasser steht...
Er meinte, wir sollten uns keine allzugroßen Sorgen machen. Leo wüsste sich schon zu helfen..."
„Na, da bin ich aber beruhigt!" Johnny's Stimme hörte man die Ironie deutlich an.
„Eine grade 14-jährige und unser Paddy alleine unterwegs bei Gewitter - na wunderbar!" Es fiel ihm schwer, ruhig zu bleiben.
„Johnny, calm down! Ich glaube, was Salvatore gesagt hat. Nachdem, was ich heute von Leo gesehen habe, wird sie schon klar kommen." Jimmy schaute seinen Bruder beruhigend an.
„Besser wäre es auf jeden Fall, denn bei Paddy hab ich da so meine Bedenken..." Joey konnte sich diese Bemerkung nicht verkneifen. Das würde auf jeden Fall eine lange Nacht werden, vermutlich würden sie alle so schnell kein Auge zu tun...
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Um die kleine Hütte herum war es mittlerweile dunkel geworden. Der Regen trommelte immer noch gleichmäßig auf's Dach, aber immerhin war das Gewitter beinahe vorbei. Vereinzelt war in der Ferne noch der Donner zu hören.
Im Inneren der Hütte flackerte ein kleines Licht. Leo hatte die alte Öllampe in dem einzigen Schrank, der in der Hütte stand, gefunden und angezündet. Der kleine Raum war vom Feuerschein in goldenes Licht getaucht.
Paddys Klamotten waren inzwischen auch wieder trocken und nun saßen die beiden zusammen auf dem kleinen Sofa und unterhielten sich. Paddy löcherte Leo mit Fragen über die Schule und wie es für sie war, ständig die Schule zu wechseln...
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Growing up oder: lost and found
RomanceSpanien 1994. Zwei Familien, zwei Geschichten. Beide sind Reisende aber aus unterschiedlichen Gründen. Beiden fehlt etwas, doch was sie finden, macht es nicht gerade leichter... Als wäre es Schicksal, kreuzen sich ihre Wege nicht nur einmal. Eine Ge...
