Hallihallo meine lieben Leser! Dies ist eines meiner Lieblingskapitel, es kommt einem klitzekleinen Wendepunkt in der ganzen Story sehr nahe, in diesem Kapitel laufen einige Fäden zusammen, oder die Puzzleteile fügen sich so langsam zu einem Gesamtbild ;)) Ich hoffe ihr freut euch über das Update - lasst mir gerne eure Meinung da - ich schicke euch die allerliebsten Grüße ;)
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Mitten in Ulm, auf dem Marktplatz, es dämmerte schon langsam, war eine andre Gestalt schon wieder wach...
Patricia stand vor der Bühne und lächelte vor sich hin. Seit sie Leo begegnet waren, mussten sie Paddy ständig irgendwo suchen – wenn das mal nicht zur Gewohnheit wurde...
Aber da waren die zwei ja. Kopf an Kopf, die Beine jeweils in eine andere Richtung, lagen Paddy und Leo auf der Bühne und schliefen. Sah so aus, als hätten sie in den Himmel geschaut bis ihnen die Augen zugefallen waren. Eigentlich eine recht romantische Vorstellung.
Patricia fragte sich, worüber die beiden wohl gesprochen hatten? Ob Paddy ihr irgendwas gesagt hatte? Irgendwas von dem, wie es ihm ging? Ihr jüngerer Bruder tat ihr ein bisschen leid, anscheinend steckte er immer noch im gleichen Gefühlschaos wie beim letzten Mal. So langsam hatten schon beinahe alle den ein oder anderen Verdacht, obwohl Patricia sich gehütet hatte, etwas zu sagen. Nur Leo schien von alledem nicht die leiseste Ahnung zu haben. Sie schien Patricia in dieser Hinsicht einfach noch so unschuldig. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass Leo überhaupt schon mal einen „Freund" gehabt hatte. Zumindest keine richtige Beziehung dieser Art... Da war nichts, aber auch gar nichts, an ihren Gesten oder Blicken zu erkennen... Unschuldig, ja das Wort passte ganz gut...
Paddys Blicke zwischendurch waren allerdings ziemlich eindeutig. Wahrscheinlich hatte Leo das Ereignis in Spanien, zu dem ihr Bruder sich hatte hinreißen lassen, komplett verdrängt. Sie benahm sich tatsächlich so, als wäre da gar nie etwas passiert....
Patricia konnte sich schon vorstellen, dass die ganze Situation für Paddy alles andere als leicht war. Eigentlich war das Ganze ja kaum auszuhalten. Vielleicht war es ja sogar ganz gut, dass sie sich nicht so oft sahen...
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Paddy lag auf seinem Bett in der kleinen Kajüte die er sich mit Angelo teilte. Er versuchte sich auf das Buch vor seiner Nase zu konzentrieren, aber seine Gedanken schweiften immer wieder ab. Vor ein paar Tagen waren sie von einem Fotoshooting für die BRAVO zurück gekommen, extra ans Meer hatte man sie dafür fliegen lassen. Und ihre Story wäre sogar auf der Titelseite. Er konnte es irgendwie nicht so ganz fassen. So langsam aber sicher schien der Stein ins Rollen zu kommen. Der nächste Monat war vollgestopft mit Studio-Terminen, ihr neues Album musste schließlich fertig werden. Dafür würden sie jetzt auch erst mal hier in Köln auf ihrem Boot bleiben und hier und da auch noch ein paar Konzerte geben. Die Tage waren so unglaublich durchgeplant, dass er abends manchmal nicht mehr wusste wo er an diesem Tag überall gewesen war...
Heute hatten sie endlich mal einen Tag Pause, es war später Vormittag und einer dieser Tage, an denen er den Mond am Himmel sehen konnte obwohl es hell war. Er musste an Leo denken. Seit ihrem Kuss auf dem Baum mit diesem unglaublichen Mond, der sich im Meer gespiegelt hatte, kam sie ihm jedes Mal in den Sinn, wenn er irgendwo den Mond sah. Und nicht nur das, bei jedem Pferd, egal ob mit oder ohne Reiter ging es ihm genauso. Er hatte also durchaus genug Gelegenheit an sie zu denken.
Trotzdem hatten sie es seit Ulm nur einmal geschafft zu telefonieren, von einem Treffen ganz zu Schweigen. So langsam wurde ihm klar, warum Leo sich am Anfang in Spanien so abweisend verhalten hatte. Ihr halbes Leben, oder noch länger, machte sie das jetzt schon so mit – Freunde finden – Freunde verlieren – immer wieder auf's Neue... Das konnte ja keiner aushalten. Und sie hatte keine so große Familie wie er, nur ihren Vater (der wohl auch immer ziemlich beschäftigt war) und einen Bruder in Australien. Kein Wunder, dass sie so eine besondere Beziehung zu Chocolate hatte... Irgendwie war das ziemlich traurig.
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Growing up oder: lost and found
DragosteSpanien 1994. Zwei Familien, zwei Geschichten. Beide sind Reisende aber aus unterschiedlichen Gründen. Beiden fehlt etwas, doch was sie finden, macht es nicht gerade leichter... Als wäre es Schicksal, kreuzen sich ihre Wege nicht nur einmal. Eine Ge...
