57 i'll be there Part 2

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Hallihallo ihr Lieben, entschuldigt die Verspätung - ich lag ziemlich flach gestern - ich fasse mich ganz kurz und wünsche euch viel Spaß beim neuen Kapitel :)

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'Aber ich MUSS gehen, Papa! Ich habs doch versprochen. Ich hab doch versprochen dass ich aufpasse!' Leontina lief in dem weißen Raum auf und ab. Sie wusste nicht wo sie war, aber das war irgendwie auch nicht wichtig. Ihr Vater war da und versuchte sie zu beruhigen. Der hatte Nerven. Sie hatte es Paddy doch versprochen. Und so leicht würde sie sich nicht abhalten lassen. Wenn sie nur wüsste wo hier eine Tür war...

'Leo es ist unmöglich. Im Moment. Es tut mir leid.' Ihr Vater legte ihr seine Hand auf die Schulter. Irgendwie fühlte Leo sich auf einmal so müde, ihr Vater verschwand in einem weißen Nebel, sie selbst schien sich ebenfalls aufzulösen...

***

Eine Krankenschwester deutete auf die letzte Tür in diesem Gang. Zimmer 201.

„Gehen Sie ruhig rein, ihr Vater ist auch da." Sie nickte den beiden Kelly-Brüdern aufmunternd zu.

Paddy schluckte einen dicken Kloß in seinem Hals hinunter.

„Also dann..." Johnny drückte vorsichtig die Tür auf.

Paddy fühlte sich auf einmal um Monate in der Zeit zurück versetzt. Es war genau wie damals in Spanien. Leo lag da, mit geschlossenen Augen, einen halbseitigen Verband am Kopf, nur viel blasser war sie und aus ihrem linken Handrücken lief irgendeine Art durchsichtiger Schlauch... Hinter dem Bett war ein kleiner Monitor auf dem grüne Zacken dahin liefen. Ihr Herzschlag vermutlich. Paddy konnte dieses Bild überhaupt nicht fassen. Was war nur passiert?!

„Paddy, Johnny – Gott sei Dank, dass ihr da seid. Sie fängt schon wieder an." Marc war die Sorge der letzten Tage deutlich anzusehen.

Sie fing schon wieder an? Womit denn? Aber im selben Moment sah Paddy, was Marc meinte: Leo fing an den Kopf hin und her zu drehen und mit den Händen die Decke zusammen zu knautschen. Und sie murmelte etwas vor sich hin. Auf dem Monitor wurden die grünen Zacken unruhiger.

Da stand Marc auf.

„Komm her, Paddy, setz dich. Du bist echt unsre letzte Hoffnung." Marc hörte sich beunruhigend verzweifelt an. Paddy ließ sich zögernd neben dem Bett auf dem Stuhl nieder. Er fühlte sich so hilflos. Was sollte er denn machen? Und da hörte er es. Leise zwar, aber deutlich zu verstehen.

„I have to go, I have to go... Paddy, i'll be there..." Paddy bekam die größte Gänsehaut seines Lebens. Gleichzeitig fühlte er sich so ergriffen, so gerührt, dass ihm beinahe die Tränen in die Augen stiegen. Schnell nahm er Leo's freie Hand in seine beiden Hände.

„Leo... shhshh... i'm here now, don't worry. I'm here." Irgendwie hatte er gespürt was zu tun war. Und es wirkte. Leo seufzte kurz und blieb dann vollkommen ruhig liegen. Paddy hielt ihre Hand fest. Er fühlte sich so unglaublich glücklich und dankbar. Er konnte ihr helfen. Sie spürte, dass er hier war.

„Dem Himmel sei Dank! Paddy, ich bin dir so dankbar. Euch beiden, Johnny, danke, dass ihr gekommen seid!" Leo's Vater standen die Tränen in den Augen.

„Es wird alles gut werden." Johnny legte Marc seine Hand auf die Schulter und deutete mit dem Kopf zu Leo und Paddy. Es war ein Bild der Ruhe und des Friedens.

Paddy blieb noch zwei Tage. Er war durch nichts zu überzeugen von Leo's Seite zu weichen. Die Schwestern stellten ein zweites Bett ins Zimmer, welches allerdings selten benutzt wurde. Johnny fuhr zurück nach München nachdem Marc ihnen haarklein erzählt hatte, was passiert war. Von der verrückten Stute Sissy und dass Luan Leo gerettet hatte. Der um einiges größere, schwarze Hengst hatte Sissy ans andere Ende der Koppel gejagt und war schützend vor Leo auf und ab gegangen so dass der Hofbesitzer und kurz darauf der Notarzt Leo versorgen konnten. Luan würde für Leo immer ein Held sein, auch wenn sie bisher wohl noch nichts davon wusste.

Das Schicksal der Stute war jedoch ein anderes.

Als Lisas Vater von der Sache erfuhr, hatte er Sissy kurzerhand einschläfern lassen. Er fühlte sich verantwortlich. Es war ja ein Wunder, dass nicht schon viel früher etwas passiert war...

Als Marc spät am zweiten Abend noch mal nach den beiden sehen wollte, fand er Paddy mit dem Kopf auf Leo's Bett – tief und fest schlafend. Er sah noch so jung aus. Sechzehn – aber eigentlich noch ein Kind. Genau wie Leo. Auch wenn sie immer schon so groß sein wollte...

Marc seufzte und hob den Jungen, dem er so dankbar war, hoch. Langsam legte er ihn aufs zweite Bett und deckte ihn zu. Paddy wachte nicht mal auf.

Marc setzte sich neben seine Tochter, nahm ihre Hand in seine und dachte nach. Er hatte genug Dinge, über die er nachdenken musste in den letzten Tagen...

***

„Paddy? Hey...."

Paddy wusste im ersten Moment nicht, wo er war. Dann mit einem Schlag fiel es ihm ein. Er war im Krankenhaus bei Leo. Die Ärzte hatten gemeint sie könnte heute aufwachen. Das Schlimmste war überstanden.

Er öffnete die Augen und sah Leo, den Kopf zu ihm gedreht, wie sie ihn direkt anschaute. Wie hatte er das vermisst! Erst in diesem Moment wurde ihm das klar. Und er war so unglaublich erleichtert, dass sie aufgewacht war.

„Hey, Leo." Zu mehr war er irgendwie nicht in der Lage, die ganze Situation war beinahe zu viel für ihn.

„Es ist so schön, dass du da bist. Eigentlich wollte ich doch nach München kommen, und jetzt bist du hier..." Leo lächelte ihn an.

„Tja, so kann's gehen." Paddy zuckte die Schultern und musste lachen. „Und, wie fühlst du dich?"

„Ich weiß nicht, gut vielleicht?" Leo schaute ihn etwas ratlos an.

Da nahm Paddy ihre Hand, beugte sich ein Stückchen vor und gab ihr einen kleinen Kuss auf die Stirn.

„Da bin ich aber froh!" Paddy schaute sie frech an, er fühlte sich so übermütig auf einmal. Und er wusste auch ziemlich genau warum. Auch er hatte sich so seine Gedanken gemacht in den letzten Tagen, die er an Leo's Bett verbracht hatte. Und schließlich hatte sie ihn auch schon auf die Wange geküsst. Da war ein kleiner Kuss auf die Stirn wohl auch erlaubt...

Leo blinzelte ihn an, sah sie nachdenklich aus oder müde?

„Und ich erst, glaub mir." Damit lege sie ihre andre Hand auf seine und schloss die Augen. Ein kleines Lächeln auf den Lippen.

Paddy ließ seinen Kopf gegen Leo's sinken, atmete ihren ihm mittlerweile so vertrauten Duft ein und schloss ebenfalls die Augen. Erst jetzt merkte er, welchen zentnerschweren Felsen er die letzten Tage mit sich herumgetragen hatte. Im Gegensatz dazu fühlte er sich nun ganz leicht, leicht wie eine Feder und voller Zuversicht.

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Growing up oder: lost and foundWo Geschichten leben. Entdecke jetzt