Teil77 lost without you

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Hallo meine Lieblingsleser ;) ich freue mich sehr, euch heute eines meiner absoluter Lieblingskapitel zu präsentieren :) Das Lied oben mit dem gleichen Titel wie das Kapitel hat mich zu Teilen dieses Kapitels inspiriert, bzw. passt einfach perfekt dazu... den Songtext poste ich weiter unten, für diejenigen unter euch, die die passenden Stellen (kommen hauptsächlich gleich am Anfang den Liedes) gerne finden möchten ;)

Liebe Grüße - *kisses&smiles* purzelstern

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Der breite Fluss lag ganz ruhig da. Kein Geräusch störte die angenehme Stille und nur der Mond erhellte einen schmalen Streifen am sommerlichen Nachthimmel. Nicht einmal eine Eule war zu hören. Leo hatte ihre Schuhe längst wieder angezogen und auch ihre Kleider waren beinahe wieder trocken. Sie war ein paar Schritte am Ufer entlang gegangen, um ihre Gedanken zu sortieren.

Nun schaute sie lächelnd auf diesen Jungen mit den langen Haaren, der nur ein paar Schritte entfernt vor ihr auf dem Kies saß.

Vor gut einem Jahr waren sie sich begegnet, und trotz aller seltsamen Umstände, waren sie tatsächlich gute Freunde geworden. Vielleicht sogar mehr. Er war ihr mittlerweile so vertraut, dass sie jede seiner kleinen Gesten, jede seiner Angewohnheiten auswendig kannte. Manchmal, wenn sie sich längere Zeit nicht gesehen hatten, waren die Bilder in ihrem Kopf, wie er sich zum Beispiel eine Haarsträhne aus dem Gesicht strich oder den Kopf zurückwarf beim Lachen, immer noch so deutlich, als säße er direkt neben ihr. Wenn sie zusammen waren, fühlte sie sich zu Hause.

Und trotzdem wusste Leontina nicht, wie es zwischen ihnen weiter gehen sollte. Sie merkte natürlich, dass da diese besonderen Momente waren, wenn Paddy sie anschaute und sie den Blickkontakt hielt, ganz egal ob über eine Tisch hinweg beim Essen oder wenn sie direkt nebeneinander saßen. Da war dieses leise Kribbeln, das sie so sehr mochte, jedes Mal, wenn sie seine dunkelblauen

Augen ganz genau betrachtete. Wenn sie so viele Dinge darin sah, die sie nicht richtig einzuordnen wusste, die sie neugierig machten aber auch durcheinander brachten.

Aber wenn sie sich täuschte? Wenn es zwar aufregend und neu und spannend war aber eben nur für kurze Zeit? Dann würde sie Paddy ganz furchtbar verletzen. Und sie würde so viel kaputt machen, dass sie es sich vermutlich nie verzeihen könnte. Dann wäre dieses schreckliche Gefühl wieder da, das sie schon kannte, nur tausend mal schlimmer...

Leo beschloss, nicht länger darüber nach zu grübeln, es brachte ja doch nichts. Es gab hier, wie bei allen wirklich großen Dingen im Leben, eben keine Versicherung und keine Garantie.

„Na komm, lass uns zurück gehen, ist wahrscheinlich schon ziemlich spät, oder?" Sie streckte Paddy ihre Hand hin und zog ihn auf die Füße. Einen kurzen Moment standen sie etwas unschlüssig voreinander. Leo merkte, dass Paddy sie musterte und zwang sich schließlich dazu, sich umzudrehen und loszugehen. Sie musste sich wirklich zusammenreißen, sie durfte nicht einfach einem verrückten Impuls nachgeben, nachher würde sie es nur bereuen. Das war kein „Stranger", der morgen in ein fernes Land abhauen würde... Einen kurzen Moment musste sie an den blonden Jungen am Strand in Australien denken.

Aber sie kam schnell ins Hier und Jetzt zurück, denn Paddy ließ einfach ihre Hand nicht los so wie es eigentlich hätte sein sollen, mit zwei schnellen Schritten war er genau neben ihr.

Leo fand es einerseits schön, seine Hand so in ihrer zu spüren, oder besser gesagt um ihre Hand herum, aber wirklich entspannen konnte sie sich dabei nicht wirklich. Sie hatte auf einmal ein sehr seltsames Gefühl, hoffentlich nahm das alles heute noch ein gutes Ende...

Growing up oder: lost and foundWo Geschichten leben. Entdecke jetzt