„Angelina! Y/n!" Jemand hämmerte laut und unnachgiebig gegen die Tür. Mühsam wälzte ich mich aus dem Bett, noch völlig im Halbschlaf, und richtete mich langsam auf. Auch Angelina wirkte, als hätte sie gerade erst realisiert, wo sie überhaupt war.
Ein weiteres, noch drängenderes Klopfen ließ keinen Zweifel: Wir mussten aufstehen. Gähnend schlurfte ich zur Tür und öffnete sie – nur um Fred und George Weasley gegenüberzustehen.
Freds Blick wanderte kurz und eindeutig an mir herunter, dann zurück in meine Augen. „Na ihr zwei Sonnenkinder – habt ihr zufällig mal auf die Uhr geschaut? Ihr habt total verschlafen."
Mein halb geöffneter Blick wanderte langsam zu Angelina, die gerade zum Wecker sah. Ihre Augen weiteten sich schockiert.
„Elf Uhr!", rief sie entsetzt.
Jetzt war auch ich hellwach. Ohne ein weiteres Wort rannte ich ins Badezimmer.
Hinter mir hörte ich die Zwillinge laut lachen. „Warum seid ihr nicht früher gekommen?!", rief ich hektisch, während ich meinen Dutt löste und zum Kleiderschrank hastete.
Ich zog die Schuluniform heraus, die mir Angelina gestern Abend noch hingelegt hatte, und warf sie aufs Bett.
„Wir standen ganze zwanzig Minuten vor eurer Tür und haben uns die Hände wundgeklopft. Aber ihr habt geschlafen wie verzaubert", rief George zurück.
„Angelina! Wo ist mein Kamm?!" Ich öffnete gehetzt die Schublade, fand aber nichts.
„Auf meinem Schminktisch!", antwortete sie, während sie die Badezimmertür kurz öffnete und den Kopf herausstreckte. George warf ihr einen eindeutig interessierten Blick zu – kein Wunder, sie war wahrscheinlich noch völlig nackt.
„Jungs, raus hier!", fuhr ich sie genervt an und eilte zu ihnen.
„Ganz ruhig, meine Liebe", sagte Fred mit einem gespielt unschuldigen Lächeln. „Wir haben wirklich nichts gesehen. Aber wir würden uns nicht beschweren, wenn—"
„Klappe", unterbrach ich ihn grinsend, trat George leicht gegen das Knie und schloss die Tür demonstrativ.
Ich kämmte mir schnell die Haare und zog meine Uniform an: ein schwarzer Rock, ein weißes Hemd, eine rot-gelb gestreifte Krawatte, knielange schwarze Socken und glänzende Lackschuhe. Anschließend warf ich mir den schwarzen Umhang über die Schultern, innen leuchtete er in kräftigem Gryffindor-Rot. Auf Brust und Krawatte prangte stolz das Wappen unseres Hauses.
Die Ärmel waren weit geschnitten – ich fühlte mich wie eine richtige Hexe. Was ich ja irgendwie auch war. Ach, was soll's.
Ich ließ meine Haare offen – sie lagen heute ausnahmsweise perfekt. Viel schminken tat ich mich nicht, nur ein Hauch Parfüm zum Abschluss. Meinen Zauberstab steckte ich sicher in den Rockbund.
Angelina war auch schon fertig. Zusammen verließen wir das Zimmer und liefen hinunter in den Gemeinschaftsraum. Drei volle Unterrichtsstunden hatten wir bereits verpasst.
Toller Start in meinen ersten richtigen Schultag in Hogwarts.
Jetzt stand Zaubertrankkunde bei Professor Slughorn auf dem Plan.
Als wir vor der Tür des Klassenzimmers ankamen, klopften wir einmal, öffneten vorsichtig und traten ein. Im Raum standen die Schüler in einem Halbkreis um einen großen Tisch. Slughorn schaute überrascht auf.
„Verzeihung für die Verspätung", sagte ich leise.
Er nickte. „Kein Problem. Sie kommen gerade rechtzeitig."
Wir reihten uns neben Fred und George ein, die uns mit einem breiten Grinsen empfingen.
„Na, doch noch geschafft", flüsterte Fred mir zu.
„Sieht ganz danach aus", antwortete ich, sah ihm kurz in die Augen – dann richteten wir unsere Aufmerksamkeit auf den Professor.
Vor uns brodelte ein großer, schwarzer Kessel, in dem eine dunkle Flüssigkeit dampfte.
„Was passiert, wenn man Schwarzpulver entzündet?", fragte Professor Slughorn.
Ich hob die Hand. „Es führt zu einer lauten Explosion", antwortete ich bestimmt.
Er nickte anerkennend. „Korrekt. Eine bemerkenswerte Erfindung der Muggel."
„Woher weißt du das?", fragten Fred und George wie aus einem Mund.
Ich zuckte unschuldig mit den Schultern. „Ich hab mal eine Juckpulver-Granate gebaut und sie ins Zimmer meiner Lehrerin geworfen. Sie hat so tief geschlafen, dass ich ihr beinahe einen Herzinfarkt verpasst habe."
Fred lachte leise. „Legt euch besser nicht mit ihr an", flüsterte er George zu.
Ich zwinkerte den beiden zu. „Das ist kein Scherz."
Der restliche Unterricht verging wie im Flug. Fragen wurden gestellt, beantwortet, und schließlich begannen wir mit der Theorie zur Herstellung des Vielsafttranks.
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FOREVER ON YOUR SIDE|| FRED FF
Romance„Warum musstest du mich verlassen?" Y/n N/n ist eine 15 Jährige Schülerin die vor kurzem ihre Schule nach Hogwarts wechselte. Sie lebt bereits seid vielen Jahren mit ihrem Vater alleine. In Hogwarts lernte sie viele neue Freunde kennen, insbesonder...
