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Gejubel ertönte.

Wir befanden uns gerade wieder im Gemeinschaftsraum, denn Harry präsentierte allen stolz das goldene Ei.

Ich saß auf dem Sofa vor dem Kamin, ließ mich von der wohligen Wärme einhüllen und kritzelte wie so oft in mein Skizzenbuch. Dieses Mal zeichnete ich Harry – sein Gesicht war von Glück erfüllt. Ich beobachtete ihn konzentriert und ließ den Bleistift über das Papier gleiten. Nach all den Jahren des Zeichnens wusste ich, wie man mit wenigen, gezielten Strichen etwas Echtes einfängt. Schon nach wenigen Minuten war ich fertig.

Ich schrieb noch eine kleine Notiz in die Ecke der Zeichnung – ein stilles Versprechen an mich selbst, diesen Moment nie zu vergessen.

Plötzlich zerriss ein ohrenbetäubendes Geräusch die gemütliche Stimmung.

Erschrocken ließ ich mein Skizzenbuch fallen und stieß einen leisen Schrei aus. Reflexartig presste ich beide Hände an meine Ohren, in der Hoffnung, dass der stechende Schmerz schnell vergehen würde.

Zum Glück legte sich der Lärm nach wenigen Sekunden, und langsam beruhigte sich alles wieder.

Ich hob mein Skizzenbuch auf, als George rief: „Okay Leute, das war's für heute! Macht weiter mit was auch immer – Spiel oder Schlaf, ganz egal!"

Die beiden Zwillinge kamen grinsend auf mich zu.

„Was war das eben?!", fragte ich sie noch leicht benommen, während sie sich links und rechts neben mich setzten.

„Definitiv harmloser als dein Schrei", grinste George und schlug mit Fred lachend ein.

„Ha ha, sehr witzig", brummte ich und schlug ihm mit meinem Heft spielerisch auf den Kopf.

„Schaut mal einer an!", sagte Fred grinsend. „Sieht so aus, als hätten sich die beiden Hohlköpfe da drüben wieder vertragen."

Er deutete auf Harry und Ron, die sich bei seiner Bemerkung zu uns umdrehten.

Diesmal bekam auch Fred einen Heft-Hieb von mir ab. „Du nennst andere Hohlkopf, dabei bist du selbst kein Stück besser, du Möhre!", lachte ich.

„Auf geht's, ab ins Bett!", rief ein Vertrauensschüler, den ich nicht kannte.

Langsam löste sich die Runde auf, und wir machten uns auf den Weg zu unseren Schlafräumen. Nachdem wir uns von Hermine, Harry und Ron verabschiedet hatten, liefen ich und die Zwillinge Richtung unseres Flurs.

Wir lachten noch ein paar Mal, bis ich mich schließlich auch von ihnen verabschiedete.

„Bis morgen, ihr Idioten!", rief ich ihnen lachend zu.

„Bis morgen, Drama-Queen!", antworteten sie im Chor, bevor wir in unseren Zimmern verschwanden.

Angelina saß an ihrem Schreibtisch und schrieb etwas, als ich hereinkam.

„Hey", begrüßte ich sie.

„Hey! Na, wie war's?", fragte sie.

Ich nickte. „Gut. Ich war ziemlich nervös, aber es war ein schöner Abend. Wo warst du eigentlich?"

Ich ging Richtung Bad, während sie antwortete: „Ich war in der Nähe der Professoren – etwas abseits von euch. Ich war mit einer Freundin unterwegs."

Ich nickte nur und machte die Dusche an. Langsam zog ich mich aus und stellte mich unter den warmen Wasserstrahl. Das Wasser prasselte angenehm auf meine Haut. Ich duschte fast zwanzig Minuten lang, bevor ich mich in ein Handtuch wickelte und gründlich die Zähne putzte.

Dann kämmte ich meine Haare, föhnte sie und band sie zu einem unordentlichen Dutt zusammen. Ich zog meine Pyjamahose und mein schwarzes, enges bauchfreies Top an.

Zurück im Zimmer ließ ich mich erschöpft auf mein Bett fallen.

„Krass, dass Harry gewonnen hat", meinte Angelina, die sich inzwischen ebenfalls aufs Bett gesetzt hatte. „Für sein Alter hat er sich echt gut geschlagen."

Ich grinste. „Ich hab's ja gesagt – ich wusste, dass er gewinnt."

Wir redeten noch eine Weile über den Tag, bis wir schließlich unter die weichen, dicken Decken schlüpften und in einen tiefen Schlaf fielen.

„Ach was, im Gegenteil – er wird das schon hinkriegen", sagte ich überzeugt zu Angelina am nächsten Morgen. Wir liefen gerade den Flur entlang Richtung Großer Saal.

Wir waren spät dran. Als wir den Saal betraten, saß bereits fast jeder an seinem Platz und frühstückte. Angelina verabschiedete sich von mir und setzte sich zu ihren Freundinnen am Hufflepuff-Tisch.

Ich schob die Zwillinge zur Seite und ließ mich mit einem Grinsen zwischen sie plumpsen.

„Guten Morgen allerseits!", begrüßte ich sie fröhlich.

„Morgen!", kam es zurück.

Ich griff nach einer Brotscheibe, schmierte Marmelade drauf und schenkte mir ein Glas Orangensaft ein.

„Gut geschlafen?", fragten mich die Zwillinge.

Ich nickte kauend. „Und ihr?"

Auch sie nickten.

„Was ist das denn?!", hörten wir plötzlich Ron rufen.

Er hielt ein seltsames, unförmiges Kleidungsstück in die Luft – und sah völlig entsetzt aus.

Ich konnte mir das Lachen nicht verkneifen. „Mum hat wohl ihre Lieblinge", grinste George und prustete los, genau wie viele andere.

„Das ist für den Ball, du Idiot!", sagte Hermine kopfschüttelnd.

„Welcher Ball?", fragte Ron verwirrt.

„Der Weihnachtsball", erklärte Ginny.

„Ball?", wiederholte ich und ließ meinen Löffel fallen. „Was für ein Ball?!"

„Habt ihr das etwa nicht mitbekommen?", fragte Hermine entsetzt.

Ron und ich schüttelten gleichzeitig den Kopf.

„Bei solchen Turnieren gibt's immer einen Ball", erklärte sie geduldig.

Ich sprang panisch auf. „Und wann ist der?!"

„In ein paar Tagen – keine Ahnung genau", antwortete Ginny.

„Verdammt! Und ihr konntet mir das nicht früher sagen?!"

„Warum? Was ist denn los?", fragte Fred, obwohl er die Antwort vermutlich schon kannte.

„Ich hab nichts zum Anziehen!", rief ich verzweifelt.

Die Jungs brachen in schallendes Gelächter aus.

Ich bin sowas von geliefert.

FOREVER ON YOUR SIDE|| FRED FFWo Geschichten leben. Entdecke jetzt