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Alle Augen richteten sich auf uns, und mit einem Schlag wurde es totenstill im Raum.

Hagrid ging voraus, ich folgte ihm dicht auf den Fersen. Die Blicke der Schüler*innen waren auf mich gerichtet – neugierig, musternd, teils amüsiert. Einige Jungs grinsten mir zu, begleitet von Pfiffen. Ich ignorierte das Ganze und lief mit aufrechtem Blick weiter.
Alles schien sich plötzlich in Zeitlupe abzuspielen – bis meine Augen auf seine trafen. Etwas in mir zog sich zusammen. Neben ihm saß ein anderer Junge mit denselben braunen Augen – Zwillinge, zweifellos.

Ich riss meinen Blick los und konzentrierte mich wieder auf den Weg, während wir uns den Lehrertischen näherten. Erst jetzt bemerkte ich die vier langen Tische, die sich durch die Große Halle zogen – jeweils einem Haus zugeordnet.

Ein älterer Mann mit Halbmondbrille und einem freundlichen Lächeln trat vor.
„Willkommen, Miss N/N. Im Namen des gesamten Lehrerkollegiums heiße ich Sie herzlich an der Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei willkommen. Mein Name ist Professor Dumbledore."
Er reichte mir die Hand, die ich höflich annahm.

Dann wandte er sich an die versammelten Schüler*innen:
„Lasst uns unsere neue Schülerin Y/N N/N gemeinsam begrüßen!"

Ein lauter Applaus brandete auf – einige Pfiffe waren wieder zu hören, diesmal freundlicher gemeint. Nach einigen Momenten wurde es wieder ruhig.

„Y/N kommt von der Castelobruxo-Akademie zu uns. Nun wollen wir herausfinden, welchem Haus sie künftig angehören wird."
Mit einer einladenden Geste deutete er auf einen kleinen Hocker, auf dem ein alter, leicht zerfledderter Zauberhut lag.

Ich trat langsam vor, setzte mich und spürte, wie der sprechende Hut auf meinen Kopf gesetzt wurde.

„Hm...", murmelte der Hut. „Ein starker Wille, viel Mut... Auch ein Hauch List, aber nein – du bist anders. Ganz wie die Weasley-Zwillinge..."
Ein paar Schüler kicherten leise. Ich schwieg einfach.
„Dann ist es klar: Gryffindor!"

Sofort brach Jubel am Tisch der Gryffindors aus. Ich atmete auf und stand auf.
„Sie können sich zu ihrem Haus setzen. Einer der Schüler wird Ihnen später alles zeigen", erklärte Dumbledore.

Einige Gryffindors machten mir Platz, begrüßten mich mit warmen Worten.
„Willkommen bei uns!"

Ich bedankte mich mit einem Lächeln und setzte mich, immer noch etwas überwältigt von allem. Als ich mich umsah, erkannte ich plötzlich jemanden direkt gegenüber.
„Harry Potter?" fragte ich überrascht.
Er nickte freundlich.
„Also waren die Gerüchte wirklich wahr...", murmelte ich.

Neben ihm saß ein rothaariger Junge, daneben ein Mädchen mit buschigen Haaren.
„Ich bin Hermine, und das ist Ron", sagte sie und deutete auf den Rothaarigen.
„Meinen Namen kennt ihr ja jetzt bereits", grinste ich.

„Warum hast du die Schule gewechselt?", fragte Ron neugierig.
„Tja... Laut meinen alten Lehrern war ich ‚zu weit' für die Schule – sowohl was die Leistungen als auch den Charakter angeht."
Die drei sahen mich fragend an.
„Ich hab Mist gebaut", fügte ich schulterzuckend hinzu.

Hermine grinste. „Dann wirst du dich bestens mit den beiden verstehen."
Sie deutete ein Stück weiter den Tisch hinunter, wo zwei identische rothaarige Jungs saßen. Als sie uns bemerkten, standen sie auf und setzten sich zwischen Hermine und Harry – direkt gegenüber von mir.

„Ich bin Fred."
„Und ich George."
„Was genau hast du denn angestellt, dass du rausgeflogen bist?", wollten sie fast gleichzeitig wissen.

Ich musste lachen. „Nun ja... Ich habe Lehrer und Schüler gleichermaßen geärgert und einen ziemlich gelungenen Streich gespielt."
Ich lehnte mich entspannt auf den Tisch. Die Auswahl an Essen war überwältigend – Hagrid hatte wirklich nicht übertrieben.

Die Zwillinge sahen mich an, als hätten sie einen verlorenen Zwilling gefunden.
„Wir werden wohl beste Freunde", meinte George augenzwinkernd.

Ich lachte und nahm die Hände der beiden, die sie mir freundschaftlich hinstreckten.
„Freut mich auch, euch kennenzulernen."

Während ich mir den Teller füllte, erzählten die beiden mir einige ihrer berüchtigten Streich-Geschichten. Ich konnte nicht anders, als Fred dabei ein wenig mehr zu beobachten als George.
Klar, sie sahen sich zum Verwechseln ähnlich – aber irgendwie wirkte Fred auf mich... anziehender.

Auch Harry, Ron und Hermine mischten sich in unser Gespräch ein. Ich erfuhr, dass sie zwei Jahre jünger waren als ich – was bedeutete, dass ich im gleichen Jahrgang wie Fred und George war.

Sie waren mir alle auf Anhieb sympathisch.
„Okay", sagte ich grinsend. „Und wer von euch zeigt mir jetzt den Weg und erklärt mir die Schulregeln? Höflichkeit muss ja sein."

„Ich kann das übernehmen", sagte Fred sofort.
Ich nickte erfreut, und gemeinsam standen wir auf.

Neben ihm stehend merkte ich erst, wie groß er war – ein ganzer Kopf größer als ich. Wir verließen die Große Halle und machten uns auf den Weg zum Gryffindor-Gemeinschaftsraum.

Wir stiegen eine breite Treppe hinauf. Die Wände waren mit beweglichen Gemälden geschmückt, manche schienen uns zuzunicken.
„Also", begann Fred. „Erstens: Respektiere deine Hauskameraden. Gute Leistungen bringen unserem Haus Punkte – und das Haus mit den meisten Punkten gewinnt am Ende des Schuljahres den Hauspokal."

Ich nickte aufmerksam.
Wir blieben vor einem großen Gemälde einer dicklichen Dame stehen.
„Die Fette Dame bewacht den Eingang. Ohne das richtige Passwort lässt sie niemanden durch – nicht einmal Gryffindors. Dieses Jahr lautet das Passwort Bartvogel."

Kaum hatte er es ausgesprochen, öffnete sich das Gemälde wie eine Tür, und wir traten in den Gemeinschaftsraum ein.

Er war unglaublich gemütlich. Weiche Sessel, ein prasselndes Kaminfeuer, Regale voller Bücher. Gegenüber befand sich eine große Treppe, die offenbar zu den Schlafsälen führte.

„Wenn's leer ist, sieht's sogar ordentlich aus", grinste Fred und bedeutete mir, ihm zu folgen.

Wir stiegen die Stufen hinauf.
„Es gibt acht Stockwerke – für jedes Schuljahr eines. Wir sind in der Mitte. Rechts die Mädchenseite, links die Jungs. Normalerweise teilen sich vier Mädchen ein Zimmer, aber dieses Jahr wurde es geändert. Du teilst dein Zimmer nur mit einer anderen: Angelina."

Er öffnete die Tür.
Zwei große Betten standen mit etwas Abstand nebeneinander, dazwischen ein breites Fenster. Links und rechts waren jeweils ein Schminktisch und Regale angebracht.
Die linke Seite war schon bewohnt – Bücher, Schmuck, Bilderrahmen. Meine Seite war noch leer.

„Wow", murmelte ich. Die Bettwäsche war in warmem Rot gehalten, der Teppich in Goldrot, ein Kamin prangte neben der Tür.

„Angelina ist nett", sagte Fred. „George hat definitiv ein Auge auf sie geworfen."

Plötzlich öffnete sich die Tür hinter uns. Ein hübsches, dunkelhäutiges Mädchen mit einem sympathischen Lächeln trat ein.
„Wen hat George im Auge?" fragte sie und blickte neugierig zwischen uns hin und her.

„Du musst Y/N sein", sagte sie dann und reichte mir die Hand.
„Angelina Johnson."
„Y/N N/N. Freut mich."
Wir lächelten uns an.

Fred trat einen Schritt zurück. „Na gut, ich lass euch Mädels dann mal allein. Bis morgen, Y/N." Er zwinkerte und verschwand nach unten.

„Deine Sachen wurden schon eingeräumt – nur das Regal musst du noch selbst gestalten", erklärte Angelina und schloss die Tür.

„Ich bin wirklich froh, dass du da bist. Es war schrecklich langweilig, ganz allein hier oben."

Ich lachte leise. „Ich freu mich auch, hier zu sein."

Wir plauderten eine Weile, während ich meine Bücher und Deko in die Regale räumte. Auf meinem Schminktisch waren meine Sachen schon ordentlich ausgebreitet.

Später zogen wir uns gemeinsam um. Ich band meine Haare zu einem lockeren Dutt, zog ein enges, schwarzes bauchfreies Top und eine rot-orangekarierte Pyjamahose an.

Ich ließ mich in das weiche Bett fallen.
„Gute Nacht, Y/N."
„Gute Nacht, Angelina."

Und so fiel ich – nach einem langen, aufregenden Tag – in einen tiefen, ruhigen Schlaf.

FOREVER ON YOUR SIDE|| FRED FFWo Geschichten leben. Entdecke jetzt