Die Musik verstummte abrupt, als Professor Dumbledore aufstand und das Wort ergriff. Sofort legte sich eine gespannte Stille über die Tribüne.
„Vorhin hat Professor Moody den Trimagischen Pokal tief im Irrgarten versteckt", begann er mit ruhiger, klarer Stimme. „Nur er kennt seine wahre Position. Da Mr. Diggory und Mr. Potter derzeit punktgleich auf dem ersten Platz liegen, dürfen sie den Irrgarten zuerst betreten. Gefolgt von Mr. Krum und Miss Delacour. Wer den Pokal als Erstes berührt, ist der Sieger!"
Kaum waren Cedrics und Harrys Namen gefallen, brach tosender Jubel aus. Ich klatschte begeistert, während sich Hermine und Ron neben uns setzten. Die Menge wurde immer lauter.
„Sollte sich jemand dazu entscheiden auszusteigen", fuhr Dumbledore fort, „genügt es, rote Funken in den Himmel zu zaubern. Teilnehmer, findet euch zusammen."
Er trat zu den Champions und sprach noch einige leise Worte mit ihnen, während ich vor lauter Nervosität Freds Popcorn stibitzte und gedankenverloren daraus aß.
Fred beobachtete mich amüsiert. „Du bist nervöser als die da unten."
„Dieses Turnier hat es wirklich in sich", murmelte ich. „Auf wen wetten wir? Wer fliegt als Erstes raus?"
„Der Albaner", sagte Fred ohne zu zögern.
„Ich tippe auf das Mädchen", entgegnete ich.
George grinste. „Ich bleib auch beim Albaner."
Ich nickte entschlossen. „Gut. Zehn Galleonen für den Gewinner."
„Abgemacht."
In diesem Moment öffnete sich der Eingang zum Labyrinth. Die hohen Hecken ragten bedrohlich in den Himmel. Harry sah noch einmal zu uns hinauf, und wir erwiderten seinen Blick, bevor sich das dichte Gebüsch hinter ihm schloss.
Gerade wollte ich erneut nach dem Popcorn greifen, als eine Stimme von unten ertönte. „Y/n, hättest du einen Moment?"
Ich sah hinunter, Professor Dumbledore stand am Fuß der Tribüne. Verwundert nickte ich, drückte Fred das Popcorn in die Hand und folgte dem Schulleiter hinter die Tribüne. „Weshalb wollten Sie mich sprechen, Professor?", fragte ich leise. „Es geht um deinen Vater."
Sofort spannte sich alles in mir an. „Was ist mit ihm?"
„Wie du weißt, wirst du Hogwarts eine Woche früher verlassen dürfen. Hat dein Vater dir den Grund dafür bereits genannt?", ich schüttelte den Kopf. „Er meinte nur, er würde es mir zu Hause erklären." Dumbledore sah nachdenklich aus. Fast... besorgt.
„Y/n", sagte er schließlich sanft, „ich kenne deinen Vater sehr gut. Besser als viele hier. Er ist einer meiner engsten Freunde. Was auch immer auf dich zukommen mag – versuche, ihn zu verstehen. Und sei für ihn da."
Ich verstand kein Wort. „Professor... ich weiß nicht, was Sie meinen."
„Du wirst es verstehen, wenn die Zeit gekommen ist."
Mehr sagte er nicht.
Plötzlich schoss ein roter Funken in den Himmel.
Jemand war ausgeschieden.
Dumbledore blickte hinauf. „Wir werden uns vermutlich nicht mehr sehen, bevor du abreist. Daher wünsche ich dir schon jetzt schöne Ferien – bis zum nächsten Jahr."
Ich nickte verwirrt. „Bis nächstes Jahr, Professor."
Und schon war er wieder verschwunden.
Wie schnell ein Jahr vergehen konnte. Ein ganzes Schuljahr – vorbei. Ein seltsames Gefühl machte sich in mir breit. Vorfreude auf das nächste Jahr, aber auch... Unsicherheit.
Ich kehrte auf die Tribüne zurück und setzte mich zwischen Fred und George.
„Na, Schwesterherz? Was wollte der Professor?", fragte George und legte den Arm um meine Schulter.
„Nichts Wichtiges", log ich mit einem Lächeln.
In diesem Moment riss das Gebüsch des Labyrinths auf.
Harry und Cedric erschienen.
Zuerst brach Jubel aus. Applaus, Rufe, Begeisterung.
Doch irgendetwas war falsch.
Mein Blick blieb an Harry hängen. Er kniete am Boden. Bewegte sich kaum.
„Irgendetwas stimmt nicht", murmelte ich.
Langsam verstummte der Jubel.
Ich stand auf und lief die Treppe hinunter. „Harry—"
Dann sah ich Cedric.
Er lag reglos da.
Mein Atem stockte.
Nein.
„Er ist wieder da!", hörte ich Harry rufen. Seine Stimme war gebrochen. „Voldemort ist zurück!"
Die Worte hallten über das Gelände.
Stille.
Absolute, erdrückende Stille. Mein Herz zog sich schmerzhaft zusammen. Es fühlte sich an, als würde die Welt unter meinen Füßen zerbrechen.
Cedric war tot.
Eine Träne rann über meine Wange. „Lasst mich durch! LASST MICH DURCH!" Ein Mann drängte sich verzweifelt durch die Menge. „Das ist mein Junge! Warum er?", er fiel auf die Knie und zog seinen Sohn in die Arme. Ich konnte kaum hinsehen. „Komm, Y/n", sagte Fred leise und wollte mich von der Menge wegziehen.
Doch ich riss mich los und lief zu Harry. Sein Gesicht war von Tränen überströmt. Er zitterte. „Harry... steh auf", flüsterte ich und half ihm vorsichtig hoch. Er klammerte sich an mich, und ich schloss die Arme um ihn. „Ich konnte ihn nicht retten", schluchzte er. „Es ist nicht deine Schuld", sagte ich leise. „Du hast keine Schuld."
„Gib ihn mir, ich kümmere mich um ihn", hörte ich Professor Dumbledore sagen. Langsam löste ich mich von Harry, und die Professoren führten ihn fort.
„Kommt, ihr drei", sagte Mr. Weasley ernst und legte Fred und George die Hände auf die Schultern. Sein Blick ruhte kurz mitleidig auf mir. Stumm folgten wir ihm. Hermine und Ron schlossen sich uns an. „Geht's?", fragte Fred leise. Ich nickte, obwohl sich alles in mir leer anfühlte. „Ja... schon."
Ich wischte mir die Tränen aus dem Gesicht. „Geht zurück ins Schloss", sagte Mr. Weasley schließlich. „Ich muss mit den Professoren sprechen."
Wir verabschiedeten uns und gingen schweigend zurück. In meinem Kopf hallten nur zwei Gedanken wider.
Wie konnte das passieren?
Und... wie konnte Voldemort zurück sein?
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FOREVER ON YOUR SIDE|| FRED FF
Romance„Warum musstest du mich verlassen?" Y/n N/n ist eine 15 Jährige Schülerin die vor kurzem ihre Schule nach Hogwarts wechselte. Sie lebt bereits seid vielen Jahren mit ihrem Vater alleine. In Hogwarts lernte sie viele neue Freunde kennen, insbesonder...
