~}25{~

848 31 0
                                        

Ich war innerlich schon darauf vorbereitet, seine Lippen endlich auf meinen zu spüren. Mein Herz hämmerte so laut, dass ich überzeugt war, er müsste es hören können. Ich schloss die Augen – wartete – doch... nichts geschah.

Zögerlich öffnete ich sie wieder.

Fred stand noch immer dicht vor mir. Ein amüsiertes Schmunzeln lag auf seinen Lippen. Statt mich zu küssen, hob er mein Skizzenbuch in die Höhe.

„Das nehme ich mal mit", sagte er lässig. „Ich will mir schließlich deine anderen Kunstwerke auch anschauen."

Einen Moment lang war ich sprachlos. Dann stand er einfach auf.

„Gute Nacht, Y/n." Er winkte mir zu und verschwand aus meinem Blickfeld.

Ich blieb wie angewurzelt zurück.

Erst Sekunden später realisierte mein Körper, was gerade – oder vielmehr nicht – passiert war. Hitze schoss mir ins Gesicht. Peinlich berührt ließ ich mich rücklings auf das Sofa fallen, zog mir ein Kissen über den Kopf und schrie gedämpft hinein.

Peinlich. Peinlich. Peinlich.

„Y/n! Wach auf!"

Unsanft wurde ich aus dem Schlaf gerissen. Verschlafen blinzelte ich und erkannte Angelina über mir.

„Also du und ich", sagte sie lachend, „wir müssen dringend an unserem Schlafrhythmus arbeiten."

Ich setzte mich stöhnend auf. „Wie viel Uhr ist es?"

„In einer Stunde beginnt das Turnier. Und unser Frühstück haben wir – mal wieder – verpasst."

Seufzend sprang ich aus dem Bett. „Gib mir zwanzig Minuten. Dann bin ich fertig."

„Zwanzig Minuten", wiederholte sie warnend.

Ich schloss die Badezimmertür hinter mir, zog meine Kleidung aus und stellte mich unter die Dusche. Das warme Wasser half zumindest ein wenig gegen meine Müdigkeit. Nach zehn Minuten wickelte ich mir ein Handtuch um meinen noch nassen Körper, föhnte meine Haare, cremte mein Gesicht ein und schminkte mich leicht.

Anschließend zog ich eine schwarze Leggings und einen roten Hoodie an. Dazu meine dunkelblauen Chucks vom Vortag. Ein letzter prüfender Blick in den Spiegel – akzeptabel.

Als ich zurück in den Gemeinschaftsraum kam, wartete Angelina bereits.

„Das waren zweiundzwanzig Minuten."

„Für zwei Minuten Verspätung wird die Welt nicht untergehen", winkte ich ab.

Gemeinsam liefen wir den Gang entlang, als wir Cedric entdeckten.

„Hey, Cedric!"

Er drehte sich um und lächelte uns entgegen.

„Ich wollte gestern schon mit dir sprechen", sagte ich, „aber ich habe dich nicht gefunden."

„Ich war noch bei Cho", erklärte er.

„Und? Wie läuft es mit ihr?"

Ein leicht verlegenes Lächeln huschte über sein Gesicht. „Gut."

„Freut mich für dich. Und Glückwunsch zum ersten Platz gestern."

„Danke. Ich dachte schon, es interessiert dich nicht."

Ich runzelte die Stirn. „Du bist mein Freund. Natürlich interessiert es mich."

Er nickte dankbar.

„Pass heute auf dich auf", fügte ich hinzu. „Ich habe gehört, diese Aufgabe soll es in sich haben."

„Wird sie auch", sagte er ernst. „Aber ich schaffe das."

„Gut. Wir sehen uns dann."

„Bis dann, Y/n."

Mit einem letzten Lächeln ging ich weiter Richtung Große Halle.

Mein Magen knurrte erbärmlich. Vom Frühstück war kaum noch etwas übrig, also schnappte ich mir ein Sandwich und biss herzhaft hinein. Während ich aß, fragte ich mich, wo Fred und George schon wieder steckten.

Auch Angelina war inzwischen verschwunden.

Also trat ich hinaus in die Sonne. Die warme Frühlingsluft streifte meine Haut, und ich atmete tief ein.

„Hey, Y/n! Wir sind hier!"

Ich drehte mich nach rechts und entdeckte Harry, Ron, Hermine und Ginny.

Ich setzte mich ihnen gegenüber auf eine Bank. „Aufgeregt, Harry?", fragte ich mit vollem Mund.

Er nickte amüsiert. „Du hast wohl großen Hunger."

„Und wie."

Während die anderen redeten, fiel mein Blick auf einen perfekt aussehenden Schokodonut direkt vor mir.

Mit einem gierigen Lächeln wollte ich danach greifen – doch er schwebte plötzlich weg.

Ich blinzelte irritiert.

Also stand ich auf, versuchte ihn erneut zu schnappen, stellte mich sogar auf die Bank – doch der Donut wich immer weiter zurück.

„Mann!", fluchte ich, während unter mir Gelächter erklang.

Gerade als ich wieder danach greifen wollte, rutschte ich ab.

Ich war bereit, auf dem harten Boden aufzuschlagen – doch stattdessen... schwebte ich.

Vorsichtig öffnete ich die Augen.

Ich hing in der Luft.

„Hab ich dir nicht gesagt, ich zahle es dir zurück?", ertönte eine bekannte Stimme.

Ich drehte den Kopf – und sah Fred und George, die sich vor Lachen kaum halten konnten.

„Lasst mich sofort runter, ihr Idioten!"

„Lass mich überlegen... nö", grinste George.

Wütend versuchte ich, nach ihnen zu schlagen, doch sie wichen geschickt aus.

Also zog ich meinen Zauberstab und murmelte den Gegenzauber. Sekunden später fiel ich unsanft auf den Boden.

Ich sprang sofort wieder auf, schnappte mir eine Kastanie und warf sie nach den beiden. Eine nach der anderen, bis mir die Luft ausging.

Schwer atmend stützte ich mich auf meine Knie.

„Da muss wohl jemand mehr Sport machen", meinte George frech. Als sie näher kamen, packte ich beide an den Ohren und zog kräftig daran. „Macht ihr das nochmal?"

„Nein!", riefen sie gleichzeitig. Zufrieden ließ ich sie los. „Gut. Und jetzt gebt mir meinen Donut."

Ich streckte die Hand aus. George legte ihn grinsend hinein. „Na geht doch." Ich wuschelte ihnen durch die Haare und setzte mich wieder auf die Bank, um genüsslich in den Donut zu beißen. Ich habe wirklich keine Ahnung, wie sie ihre Süßigkeiten so unfassbar gut hinbekommen aber ich liebe es.

„Wir müssen los. Es geht gleich los", sagte Hermine.

Wir standen auf und liefen gemeinsam Richtung Turniergelände. Vorbei an Hagrids Hütte erreichten wir ein großes Feld mit einem riesigen Labyrinth aus dichtem Gebüsch und einer Tribüne daneben.

„Was ist das denn?", fragte ich verwirrt. „Gute Frage", murmelten die Zwillinge neben mir. Wir nahmen unsere Plätze ein, während sich die Tribüne rasch füllte. Die Spannung stieg und kurz darauf begann das dritte Turnier.

FOREVER ON YOUR SIDE|| FRED FFWo Geschichten leben. Entdecke jetzt