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„Der Weihnachtsball ist beim Trimagischen Turnier schon immer Tradition gewesen."

Professor Minerva McGonagalls Stimme durchschnitt die leise Unruhe im Klassenzimmer, das uns sonst für Verteidigung gegen die Dunklen Künste diente. Sofort kehrte Stille ein – diese besondere, gespannte Stille, die nur sie erzeugen konnte.

Wir saßen wie immer getrennt. Die Jungen auf der rechten Seite, die Mädchen auf der linken. Die Luft roch noch schwach nach Staub und altem Holz, während der Hausmeister – der sichtlich überfordert wirkte – neben einem alten Radio kniete und daran herumfummelte. Seine Stirn war in Falten gelegt, seine Finger drehten hektisch an Knöpfen, die offenbar nicht das taten, was er von ihnen erwartete. Es sah so unbeholfen aus, dass ich mir ein leises Lächeln nicht verkneifen konnte.

Ich saß zwischen Hermine Granger und Angelina Johnson, die beide kerzengerade dasaßen und aufmerksam zuhörten. Ihre Hände lagen ordentlich im Schoß, ihre Gesichter ernst und konzentriert. Als ich meinen Blick über die anderen Mädchen schweifen ließ, bemerkte ich, dass sie alle ähnlich dasaßen – aufrecht, geschniegelt, geschniegelt wie Prinzessinnen, die darauf warteten, dass ihre Namen aufgerufen wurden, damit sie von ihren Prinzen zum Ball geführt wurden.

Alle, außer mir.

Ich hatte mich halb in meinen Stuhl sinken lassen, die Arme vor der Brust verschränkt, mein Rücken gegen die Lehne gedrückt. Ich fühlte mich fehl am Platz zwischen all dieser plötzlichen Eleganz.

„Am heiligen Abend", fuhr Professor McGonagall fort, während sie langsam zwischen den Reihen entlangging, „werden wir und unsere Gäste in der Großen Halle zusammenkommen. Es wird ein Abend gepflegter Manieren, Anstand und Würde. Ihr repräsentiert Hogwarts – und ich erwarte ohne Ausnahme, dass ihr euch entsprechend benehmt."

Ihre Augen wanderten streng durch den Raum.

„Ihr werdet jeden Fehltritt vermeiden. Und das meine ich wörtlich. Denn der Weihnachtsball ist vor allem eines."

Sie machte eine kurze Pause.

„Ein Tanz."

Sofort brach leises Gemurmel aus.

Ein Tanz?

Mein Magen zog sich leicht zusammen.

Ich war nicht schlecht darin, mich zu bewegen. Ich konnte einfache Schritte. Aber Tanzen im Sinne eines richtigen, eleganten Paartanzes? Vor allen? Vor Schülern aus anderen Schulen?

Absolut nicht.

„Still!"

Ihre Stimme ließ den Raum erneut verstummen.

„Das Haus Gryffindor genießt in der gesamten Zauberwelt höchstes Ansehen", sagte sie mit schneidender Klarheit. „Und ihr werdet seinen Namen nicht beschmutzen, indem ihr euch wie eine Blamage aufführt."

Ihre Lippen verzogen sich leicht, fast zu einem wissenden Lächeln.

„Wisst ihr", sagte sie dann ruhiger, „in jedem Mädchen schlummert ein anmutiger Schwan, der nur darauf wartet, seine Flügel auszubreiten."

Auf der anderen Seite des Raumes begannen einige Jungen zu lachen.

Mein Blick wanderte automatisch zu ihnen.

Natürlich.

Professor McGonagalls Augen verengten sich.

„Mr. Weasley."

Ron Weasley erstarrte.

„Kommen Sie bitte nach vorne."

Sein Gesicht verlor augenblicklich jede Farbe, doch er stand auf und ging steif nach vorne, als würde er seinem eigenen Todesurteil entgegenlaufen.

FOREVER ON YOUR SIDE|| FRED FFWo Geschichten leben. Entdecke jetzt