~}4{~

1.2K 38 2
                                        

„Boah, hab ich einen Hunger!", stöhnte ich, griff sofort zum nächstgelegenen Schokokuchen und biss gierig hinein. „Also", begann Fred, während er sich lässig umsah, „bei wem wollen wir anfangen?"

Wir hatten gerade Mittagspause – endlich Zeit zum Essen und Quatschen. Mein Magen war leer, und allein der Anblick all der Speisen ließ mir das Wasser im Mund zusammenlaufen.

„Wie wär's mit dem da?", schlug ich vor und deutete auf einen blonden Schopf am Ende des Tisches.

„Draco?" Fred hob eine Augenbraue.
Ich nickte. „Eine prachtvolle Idee, nicht wahr?" Stolz klopfte ich mir selbst auf die Schulter, als hätte ich gerade einen brillanten Zauberspruch erfunden.

Wir redeten weiter, lachten viel – wie immer, wenn man mit Fred und George unterwegs war. Doch plötzlich wechselte George das Thema.

„Also, ich hab da was gehört ...", sagte er schelmisch und warf mir einen Seitenblick zu. „Angelina, hm?"

Ich legte den Kopf auf beide Hände, wackelte mit den Augenbrauen und grinste. „Oh, also doch. Und? Kommt da was?"

George verdrehte die Augen und verpasste Fred einen leichten Stoß gegen den Arm. „Du wirst heute Abend schon sehen", murmelte er warnend.

Fred lachte nur frech. „Empfindet sie denn das Gleiche für dich?", fragte ich neugierig.

George zuckte die Schultern. „Keine Ahnung. Vielleicht könntest du ja—"

„Schon klar, ich finde es für dich raus." Ich zwinkerte ihm zu. „Aber ich muss mich erst mal ordentlich mit ihr anfreunden. Wir haben zwar gestern lange geredet, aber über Liebe kam das Thema noch nicht auf."

Ich nahm einen Schluck von meinem Getränk und sah dann zu Fred. „Und du?", fragte ich etwas vorsichtiger.

Sein Lächeln verblasste minimal. „Nun ja ... Ich kenne sie noch nicht lange."

Ich nickte leicht, versuchte mir nichts anmerken zu lassen – aber innerlich machte mein Herz einen kleinen Rückzieher. Na super. Das war's dann wohl mit „hübschen Jungen klären, heiraten, Kinder kriegen und alt werden".

„Und du?", fragte Fred zurück.

Ich richtete mich langsam auf. „Ich kenne ihn auch nicht lange", antwortete ich leise. „Aber er ist unglaublich witzig. Und ... tickt irgendwie wie ich."

Ein kleines Lächeln schlich sich auf meine Lippen. Natürlich wussten sie nicht, dass ich von Fred sprach. Bis jetzt war es nur ein Gefühl – ein starker Funke. Liebe auf den ersten Blick? Vielleicht. So hatte sich das jedenfalls noch nie angefühlt.

Als ich wieder zu Fred blickte, war sein sonst so lebendiges Lächeln irgendwie ... verschwunden. Kurz fragte ich mich, ob er etwas geahnt hatte.

„Also", unterbrach George die nachdenkliche Stille. „Wir müssen uns was richtig Gutes für Draco einfallen lassen."

„Ich hab schon eine Idee. Kommt mit!", rief ich entschlossen und sprang auf. Die Zwillinge folgten mir sofort – natürlich mit deutlich mehr Eleganz als ich.

„Wohin gehen wir?", fragte Fred neugierig.
„Äpfel", antwortete ich geheimnisvoll.

Verwirrt tauschten die beiden Blicke, doch sie folgten mir ohne Widerrede. Ich öffnete die Tür zum Klassenzimmer für Zaubertränke – hier war alles, was wir brauchten.

Ich schnappte mir die nötigen Zutaten und drückte George und Fred einige davon in die Hände. „Kennt ihr einen Ort, wo uns niemand stört?"

Die beiden nickten, und kurze Zeit später standen wir – natürlich – im berüchtigten Mädchenklo.

„Jetzt sag schon!", drängelte George.
Ich setzte mich auf den Boden, stellte den kleinen Kessel ab und begann, die Zutaten hineinzugeben.

„Gestern ist mir aufgefallen, dass Draco grüne Äpfel liebt. Also dachte ich mir: Warum nicht einen Apfel à la Schneewittchen zaubern – aber auf unsere eigene Weise?"

Ihre Augen weiteten sich im selben Moment.

„Genial!", rief Fred.
„Da wär ich nie draufgekommen", stimmte George zu.

Ich rührte weiter, fügte noch ein paar Tropfen Drachenblut und ein wenig Pfefferschleim hinzu. Während wir warteten, redeten wir viel und lachten über die Vorstellung, wie Dracos Gesicht wohl aussehen würde, wenn der Zauber wirkte.

Ich wusste nicht genau, was passieren würde – nur, dass es nach zwei Stunden wieder abklang. Nach genau zwei Stunden war der Trank fertig. Ich füllte ihn mit einer kleinen Spritze in ein Fläschchen und steckte es in meine Tasche.

„Heute Abend ist es soweit", sagte ich und gab den beiden einen High-Five. Man sah ihnen an, dass sie es kaum erwarten konnten. Ich genauso wenig.

Auf dem Rückweg durch den Flur kam uns ein hochgewachsener Junge entgegen. Nicht ganz so groß wie Fred und George, aber trotzdem beeindruckend.

„Hey, Y/n. Ich bin Cedric", sagte er charmant und reichte mir die Hand.

Ich ergriff sie. „Hi."

„Lust, mit uns abzuhängen?", fragte er höflich.

Ich sah zu Fred und George. George war offensichtlich abgelenkt – draußen hatte er Angelina entdeckt. Aber Fred ... musterte Cedric mit einem Blick, der schwer zu deuten war.

„Klar, warum nicht. Wir sehen uns später beim Abendessen, Jungs", sagte ich und lächelte.

Ich ging mit Cedric weiter. Doch bevor ich um die Ecke verschwand, drehte ich mich noch einmal um – und traf Freds Blick. Er sah mir nach.

Und ich?
Ich wusste, dass das zwischen uns noch nicht vorbei war.

FOREVER ON YOUR SIDE|| FRED FFWo Geschichten leben. Entdecke jetzt