- Kapitel 58 -

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„Mom das ist Amalia, meine Freundin", sagt Luke, als wir erneut vor dem Grab seiner Mutter stehen. Bei den letzten Worten bricht seine Stimme zitternd ab. Ich ergreife seine Hand und lehne meinen Kopf gegen seine Brust. „Hi. Ich bin mir sicher wir würden uns gut verstehen nach dem, was Luke mir über dich erzählt hat." hauche ich lächelnd mit dem Blick auf das schöne Grab.

„Das würdet ihr..", murmelt Luke und drückt mir dann einen Kuss auf meinen Haaransatz. Als ich ein schniefen höre drehe ich mich zu ihm um und schlinge meine Arme um seine Hüfte. Mit seinen glitzernden Augen schaut er zu mir herunter. „Danke das du da bist..wirklich, das bedeutet mir so viel" „Das tue ich gerne", entgegne ich und meine Mundwinkel ziehen sich automatisch nach oben, als Luke meine Hände in seine nimmt und mir einen Kuss auf meine Nasenspitze haucht.

„Komm, lass uns gehen", sagt er dann, was ich nickend bestätige. Als wir kurz vor dem Friedhoftor sind wandert mein Blick kurz zu der Reihe, wo auch Mom und Dad begraben sind. „Meine Eltern sind auch hier", erwähne ich knapp und Luke bleibt abrupt stehen. „Warum sagst du das denn nicht gleich? Lass uns hingehen", schlägt er vor. „Ich weiß nicht..ich werde immer so emotional", druckse ich herum.

Ich war noch nie mit jemand anderem als Tamara dort. Die meiste Zeit besuche ich das Grab allerdings alleine und auch wenn es jetzt schon sechs Jahre her ist macht es mich jedes Mal fertig. Ich vermisse sie einfach so sehr. „Na und? Ich bin doch da um dich zu trösten. Außerdem hast du mich gerade weinend vor dem Grab meiner Mutter gesehen. Da ist es nur fair wenn ich dich auch dabei unterstütze", meint er und küsst mich flüchtig auf die Wange. „Na gut", sage ich und muss schmunzeln, da es einfach unglaublich süß von ihm ist.

An seiner Hand führe ich ihn durch die Reihen zu dem Grab meiner Eltern. Schon als wir uns dem großen, markanten schwarzen Grabstein nähern beginnen meine Beine zu zittern. Luke muss meine Anspannung spüren und legt sofort einen Arm um mich, um mich näher an sich ran zu ziehen.

Nun stehen wir direkt davor und ich atme einmal tief durch. „Jetzt kann ich euch auch endlich meinen Freund Luke vorstellen", hauche ich lächelnd und spüre, wie sich Tränen in meinen Augen sammeln. „Ich hätte euch gerne auf Augenhöhe kennen gelernt, denn dank euch habe ich den wunderschönsten Engel kennen gelernt. Aber ihr wisst wahrscheinlich selbst wie toll, wie schlau und wie stark sie ist. Ich werde gut auf eure Tochter aufpassen, das verspreche ich, und wenn es bedeutet das ich dafür mein eigenes Leben riskiere." Seine Worte lösen einen Sturm in mir aus. Glücklich und traurig zugleich drehe ich mich zu ihm um und versinke schluchzend in seinen Armen. „Luke..", hauche ich und vergrabe mein Gesicht an seiner Brust. Es tut gut, das diesmal nicht alleine durchstehen zu müssen. Zu wissen, das Luke an meiner Seite ist und für mich da ist gibt mir ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit.

„Hey..ist ja gut..", brummt er sanft gegen mein Ohr und fährt mit den Fingern durch meine Haare, während ich mich nur schluchzend an dem Stoff seines Hoodies festkralle. „Bitte lass mich nicht mehr alleine. Ich will nicht wieder alleine sein", sage ich unter Tränen und schmiege mich noch enger an ihn. „Das werde ich nicht, nie wieder. Versprochen", entgegnet er und verteilt einzelne Küsse auf meinem Gesicht.

Mit verschleiertem Blick strecke ich mich zu ihm hoch und drücke meine Lippen auf seine. Wir küssen uns sanft und sofort vergesse ich den ganzen Schmerz und alles andere um mich herum.

Irgendwann sinke ich auf meine Füße zurück und fühle mich gleich etwas ruhiger. „Was hältst du davon wenn wir zu mir gehen?", schlägt Luke vor, womit ich direkt einstimme. Ich verabschiede mich noch einmal von meinen Eltern, dann verlasse ich mit Luke den Friedhof.

„Du hast mir nie erzählt, wie sie gestorben sind. Musst du auch nicht, aber interessieren würde es mich schon", kommt es von Luke. Ich schlucke und atme einmal tief durch. „Es war ein Autounfall. Sie sind bei einem Autounfall ums Leben gekommen", sage ich und erinnere mich wieder genau an diesen Tag zurück. „Und euch ist nichts passiert?" „Tamara hat Zuhause auf mich aufgepasst während Mom und Dad essen waren. Auf der Heimfahrt kollidierten sie mit einem Fahrzeug. Der Fahrer war betrunken und überschätzte sich bei einem Überholmanöver. Er stieß frontal mit dem Auto meiner Eltern zusammen", während ich davon erzähle umgreift Luke meine Hand etwas fester. „Das tut mir leid, fuck was für ein Idiot. Das ist nichtmal der richtige Begriff dafür", knurrt Luke und in seiner Stimme höre ich wirklich Wut aufkochen. „Ich werde es akzeptieren müssen. Ich kann sie nicht mehr zurück holen", hauche ich mit dem Blick auf den Boden gerichtet.

„Und weißt du was? Ich glaube, ich werde nie meinen Führerschein machen können. Die Angst, das mir so etwas auch passieren könnte ist zu groß und hält mich von diesem Gedanken ab", gestehe ich. „Irgendwann wirst du stark genug sein um das alles zu überwinden, da bin ich mir sicher. Irgendwann sitzt du in deinem eigenen Auto", entgegnet Luke, worauf ich mir ein Lächeln nicht verkneifen kann. „Vielleicht, auch wenn ich es nicht glaube."

Da der Friedhof nicht weit von Luke's Zuhause entfernt ist kommen wir ein paar Minuten später schon dort an. Im Flur ziehe ich meine Schuhe aus, dann folge ich Luke in sein Zimmer. „Mein Vater scheint wohl nicht hier zu sein. Bestimmt ist er bei seiner neuen", merkt Luke, als er die Treppen nach oben geht. In seinem Zimmer angekommen dauert es keine zwei Sekunden, bis Luke sich auf sein Bett fallen lässt.

Mit einem breiten Lächeln im Gesicht schließe ich die Tür hinter mir und klettere zu Luke aufs Bett, setze mich rittlings auf seinen Schoß. Wir haben uns eine Ewigkeit lang nicht mehr geliebt oder zärtlich berührt. Den letzten Sex hatten wir nach der Party von Kalle, wenn ich mich richtig erinnere. Der Abend, an dem ich high war. Das war letztes Wochenende.

Ich lege meine Lippen auf Luke's. Während wir uns küssen schiebe ich seinen Pullover nach oben und ziehe ihn über seinen Kopf. Zum Vorschein kommt sein definierter Oberkörper, den ich sofort mit meinen Händen erkunde. Als meine Finger seinen Gürtel öffnen stoppt Luke den Kuss. Verwirrt öffne ich meine Augen und schaue zu ihm. „Mir ist gerade nicht danach. Bitte sei mir nicht böse", kommt es zerknirscht von ihm. „Das macht doch nichts..und vielleicht kann ich deine Meinung ja ändern", lächle ich und verteile Küsse auf seinem Hals.

Meine Finger finden flink den Weg in seine Boxershort, wo ich einmal seine Länge entlang streiche, bevor ich seinen Penis in meine Hand nehme. Normalerweise wäre er jetzt schon leicht zusammen gezuckt oder etwas hart geworden. Anstatt mich weitermachen zu lassen unterbricht Luke mich, indem er meinen Unterarm sanft umgreift. „Wirklich, ich will gerade nicht. In den letzten Stunden ist so viel passiert. Außerdem habe ich so viel Scheiß zu mir genommen, das ich ihn da unten wahrscheinlich in einen Tiefschlaf verlegt habe. Können wir einfach ein bisschen kuscheln?"

Lächelnd nicke ich und ziehe dann meine Hand aus seiner Boxershort. Ich klettere von seinem Schoß und lege mich neben ihn, worauf Luke mich sofort dicht an sich ran zieht. „Danke", murmelt er und verteilt federleichte Küsse auf meiner Halsbeuge. „Wir holen das das" fügt er noch hinzu, worauf ich mir ein Grinsen nicht verkneifen kann. „Da bin ich mir sicher. Aber jetzt mach dir nicht weiter einen Kopf", sage ich lächelnd und genieße es, wie seine Hand unter meinem Pullover über meinen Bauch streicht.

„Aber den Pullover könntest du schon ausziehen", flüstert er so leise, das ich es kaum hören kann. Leise lachend gehe ich seiner Bitte nach und ziehe mir den Hoodie über meinen Kopf, sodass ich nur noch in BH und Leggings daliege.

Ächzend kniet Luke sich neben mich. Neugierig folge ich ihm mit meinem Blick, als Luke mir auch die Leggings auszieht. Anschließend zieht er auch seine Jeans aus, dann legt er sich wieder neben mich und zieht mich in seine Arme. „Zufrieden?", frage ich lächelnd, als ich seine warme Brust an meinem Rücken spüre. „So ziemlich", murmelt er und öffnet den Haken meines BH's, um mir diesen auch noch auszuziehen.

Lächelnd schmiege ich mich an ihn und genieße es, wie er sanfte Küsse auf meiner Haut verteilt während seine Hände mich streicheln, bis wir beide nach dieser aufwühlenden Nacht endlich entspannt einschlafen.

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