Nach den ersten zwei Stunden ertönt auch schon die Schulglocke und löst uns in die Pause ab. Ich stehe auf und gehe als letzte aus dem Raum. Noch immer bin ich mit meinen Gedanken bei Jason und dem, was heute Morgen passiert ist.
"Amalia?" Herr Maier's Stimme reißt mich aus meinen Gedanken, er winkt mich zu sich. Leicht erschrocken gehe ich auf ihn zu. "Ja, Herr Maier?" Ich stehe nun an seinem Pult. Diesmal habe ich ganz bestimmt nichts verbrochen, oder?? "Nun, du hast ja die Strafarbeit nicht abgegeben, Am Unterricht trägst du auch nur noch das notwendigste bei. Du wirkst sehr in dich gekehrt. Stimmt irgendwas nicht?", fragt er nun und setzt sich mit einem Bein auf den Tisch. "Nein..e-es ist alles okay. Ich war nur müde heute morgen", antworte ich trocken mit der Hoffnung, das er nicht weiter nachhakt. "Ahja? Nun das sehe ich anders...hast du eigentlich Freunde hier in der Klasse?" Was ist das denn für eine dumme Frage? "Naja..das will ich eigentlich garnicht so genau wissen. Aber wenn du dich ausgeschlossen fühlst gibst du Bescheid, ja? Dann arrangiere ich das. Und jetzt ab in die Pause!" Ich nicke und verlasse stumm das Klassenzimmer.
Als ich den Pausenhof betrete spüre ich die bösen Blicke schon von weitem auf mir ruhen. "Hey da ist ja unsere hässliche Amalia!", ruft Max seiner Gruppe zu. Ich gebe keine Reaktion darauf und gehe einfach an ihnen vorbei. Plötzliche schlingt sich ein Arm um mich, was mich erschrocken aufzucken lässt. Mein Körper schmerzt noch von heute Morgen. Kurz darauf haben sich Max, Daniel, Tim und die anderen um mich versammelt. Was wollen sie diesmal?? Geld habe ich jedenfalls nicht dabei.
"Hey Amalia, mal wieder im Altkleider Container shoppen gegangen?" Max lacht spöttisch,während er an meinem schwarzen Hoodie zieht. "Haha ja ganz bestimmt! Verdient ihre Assi Schwester überhaupt über dem Mindestlohn?" Daniel grinst frech in die Runde. "Und ihr Psycho Freund erst! Wie oft habt ihr schon gefickt, hm? Sagt er eigentlich deinen Namen oder denn deiner Schwester, wenn er kommt?"
Ich werfe Tim einen finsteren Blick zu und spüre die Tränen in meinen Augen aufsteigen. "Ohhhh Bruder Volltreffer!!" "Was, willst du es uns nicht erzählen Amalia? Schreibst deine Geheimnisse bestimmt in dein süßes Tagebuch, hm? Dann kannst du vor dem Grab deiner Eltern vorlesen wie beschissen dein Leben ist haha!" Ein paar Tränen lößen sich von meinen Augen. Wieso sind sie nur so fies?? "Lasst mich in Ruhe!" Schreie ich beinahe in einem zu lauten Ton und ziehe die Blicke der anderen Schüler auf mich. "Ohhh komm, jetzt weint sie! Mami und Papi sind bestimmt stolz! Von wegen! Die sind froh das sie dich und deine Schwester loshaben!" "Lasst mich alle in Ruhe verdammt!", schreihe ich aufgewühlt.
Weinend renne ich vom Pausenhof. Ich stürme in die Mädchentoilette und schließe mich dort in einer Kabine ein. Schluchzend setze ich mich auf die verschlossene Klobrille. Ich hasse sie alle! Ich will einfach nur ein ganz normales Leben! Ist das etwa zu viel verlangt?
Ich hasse mein Leben so! Wird das alles denn nie ein Ende haben? Jeden Tag, jede Schulstunde und jede verdammte Pause ist es das Gleiche. Und Zuhause ist es auch nicht wirklich besser. Ich liebe Tamara, aber an Jason werde ich irgendwann noch komplett zerbrechen.
Zuhause angekommen drehe ich die Schlüssel im Schloß um und hoffe auf einen normalen Mittag mit meiner Schwester. Als ich unser Haus betrete und meine Sachen ablege kann ich Tamara erstmal nicht sehen und hören. Ich schaue aus dem Fenster, ihr Auto ist nicht da. Naja sie wird bald kommen. Somit mache ich mich also auf den Weg nach oben und gehe in mein Zimmer. Ich lasse die Tür offen und schlüpfe erstmal aus meinen Klamotten. Eine warme Dusche ist jetzt das einzig, wonach ich mich sehne. Als ich nur noch in Unterwäsche bin nehme ich mir meine Bürste und kämme meine Haare durch. Plötzlich werden meine Haare von hinten in einen festen Griff gezogen und ich spüre Jason's Lippen an meiner Halsbeuge.
Ich ziehe die Luft scharf ein und erstarre. "Was machst du hier? Geh aus meinem Zimmer! Sofort!", sage ich etwas lauter versuche dabei meine Angst zu verstecken. Leider kennt Jason mich schon gut genug um zu wissen, wie er mich einschüchtern kann. "Was ich mache? Hmmm..du bist hier in Unterwäsche, ich bin hier, wir sind alleine. Du kannst dir denken was wir gleich machen." Er raunt diese Worte so heißer in mein Ohr, das ich vor Angst eine Gänsehaut bekomme. Als ich seine feuchte Zunge an meinem Ohr spüre dränge ich ihn von mir und gehe einen Schritt zur Seite. "Ah ah, Süße! Komm sei nicht so schüchtern!" Er dreht mich mit einer schnellen Drehung um, nimmt mein Kinn zwischen seine Finger und zieht mich zu sich. Ich muss schlucken, kurz darauf spüre ich seine wiederlieben Lippen auf meinen und Stämme meine Hände mit all meiner Kraft gegen seine Schultern, um ihn wegzuschieben.
Egal wie sehr ich ihn wegpressen will, Jason ist viel stärker und ergreift Besitz über mich. Er legt seine Hände an meine Hüfte und schiebt mich auf mein Bett. Ich quietsche ängstlich auf und schiebe mich ganz nach hinten, bis mein Rücken gegen den harten Metallrahmen prallt. Jason kniet sich vor mich, öffnet seine Gürtelschlaufe und streift seine Hose ab. Darunter kommt eine große Beule zum Vorschein, die sich durch seine Boxershorts drückt. Ich will ihn wegdrücken, doch er packt meine Beine und schiebt sie vor sich auseinander. "Hör auf dich zu wehren verdammt!", zischt er und kurz darauf spüre ich seine Faust in meinem Gesicht. Sofort wird mir schwarz vor Augen, dann bekomme ich nicht mehr mit was passiert.
Als ich wieder aufwache habe ich starke Kopfschmerzen. Ich fasse mir an den Kopf und beiße meine Zähne vor Schmerzen aufeinander. Meine Nase pocht. Getrocknetes Blut klebt in meinem Gesicht. Ich sehe an mir herunter. Unverhüllt liege ich auf dem Bett. Mein Körper ist übersäht von blauen und roten Flecken. Meine Brüste sind rot und brennen wie Feuer. Mein eigener Anblick lässt meinen Mageninhalt umdrehen. Ich ekele mich vor mir selbst. Ich will das nicht sehen!! Schnell decke ich mich zu und beginne zu schluchzen. Was hat er nur mit mir angerichtet? Ich fühle mich dreckig, wie ein Stück Abfall, nutzlos..Wieder hat er es getan und er wird es wieder tun! Ich wische mir die Tränen weg, stehe auf und wickle mir ein Handtuch um. Ich gehe ins Badezimmer und dusche dort erstmal.
Am nächsten Morgen wache ich mit Schmerzen am ganzen Körper auf. Ich stehe auf und mache mich für die Schule fertig. Ich gehe ins Badezimmer, mache aber sofort wieder einen Schritt zurück als ich Jason darin sehe. "Komm ruhig rein..", bittet er mich und schaut mich mit einem breiten Grinsen an. Ich habe keine Zeit um zu warten also betrete ich mit einem mulmigen Gefühl das Badezimmer. Ich schnappe mir meine Zahnbürste und beginne meine Zähne zu putzen. Jason mustert mich durch den Spiegel und lacht. "Gut geschlafen, Süße?", fragt er nun. Dieses Arschloch!! Wenn ich könnte würde ich ihm jetzt am liebsten eine reinhauen!
"Halt deinen Mund!", fauche ich und spucke die Zahnpasta aus. Daraufhin werde ich von Jason gepackt und gegen die kalten Badezimmerfliesen gedrückt. Ich keuche erschrocken auf und schaue ihn verängstigt an. "Pass auf was du sagst, Miststück!! Wenn es sein muss nehme ich dich hier und jetzt durch, gar kein Problem für mich" Seine dunklen Augen funkeln mich böse an und jagen mir damit eine scheiß Angst ein. Er umfasst mein Kinn mit einem festen Griff, als Tamaras Stimme ihn erschrocken zurückweichen lässt.
"Baby!" Ruft Tamara fröhlich durch den Gang. Ich atme durch, gehe wieder zum Waschbecken und Jason stylt seine Haare weiter. Mit zittriger Hand öffne ich den Wasserhahn und spüle meinen Mund aus. Ich stelle die Zahnbürste zurück und betrachte mich im Spiegel. Im gleichen Moment stößt Tamara zu uns. "Guten Morgen meine zwei Lieblingsmenschen!" Sie mustert mich skeptisch "Ohje Süße, du siehst fertig aus. Soll ich dich für heute krank melden?", fragt sie liebevoll und streicht mir dabei durch die Haare. Ich schüttle mit dem Kopf und Lächeln sie dankend an.
"Sie sieht wirklich nicht gut aus! Meiner Meinung nach gehört sie ins Bett. Ich kann ja auf sie aufpassen!" Mir stockt der Atem, Jason setzt sein Großer-Bruder-Lächeln auf und legt seine Hand auf meinen Rücken. Dabei schaut er zwischen mir und Tamara hin und her. Los Amalia sag schon was! "N-nein...ich...wir schreiben heute eine wichtige Klausur..ich gehe rein und ziehs durch.", antworte ich knapp und setze wieder ein Lächeln auf. Ich würde alles tun um mir mal für einen Tag meine Mitschüler vom Hals halten zu können aber wenn Jason der Preis dafür ist verzichte ich liebend gern. "Aber danke..Jason", füge ich hinzu, lächle ihn kurz gezwungenermaßen dankend an und verlasse dann das Badezimmer. Ich ertrage Jason keine weitere Sekunde! Ich muss hier raus!
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useless.
Romansa》Ich fühlte mich nutzlos. Ertrunken in der Angst, in Scham und Selbsthass. Dann kam er und zog mich aus dem Wasser obwohl er selbst zu ertrinken drohte.《 Manchmal müssen wir Kompromisse eingehen aber welchen Preis sind wir bereit zu zahlen, um die L...
