Die Zeit verging wie im Flug und heute ist endlich der Tag der Tage. Es ist Weihnachten und zum allerersten Mal seit Jahren freue ich mich auf diesen Tag. Warum? Weil ich ihn mit Luke verbringen werde und mich auf nichts sehnlicher freue als mit ihm den Tag aller Tage zu verbringen.
Gut gelaunt laufe ich runter in den Flur und ziehe mir meine Schuhe an. Tamara und Alexander sind gerade nicht Zuhause. Sie sind schon früh aus dem Haus, damit Tamara noch die letzten Weihnachtsgeschenke kaufen kann. Luke's Vater ist über die Feiertage mit seiner neuen Freundin in den Skiurlaub gefahren. Da Luke nicht mitwollte und er von Anfang an gesagt hat, das er Weihnachten mit mir verbringen möchte hole ich ihn nun von Zuhause ab.
Fünfzehn Minuten später laufe ich die Straße hoch und sehe Luke schon vor seinem Haus. Dabei ist er nicht alleine, denn vor ihm stehen zwei in schwarz gekleidete Junge Männer. Ich schlucke und beobachte von der Ferne wie sie mit Luke reden und sie wirken nicht, als ob sie auf Frieden aus sind.
Luke
„Wo bleibt die Kohle, verdammt??" „Ich bin dran, ich habe das Geld bald zusammen! Ihr habt doch gesagt bis Silvester habe ich Zeit!" erkläre ich den beiden Geldeintreibern meines ehemaligen Bosses. „Tja, unser Boss wird aber langsam ungeduldig und wir werden es auch!"
Scheiße, von den verlangten 10.000€ habe ich gerade mal 6 Tausend beisammen und seit einer Woche läuft das Geschäft nur noch mies. Kleinere Aufträge rentieren sich nicht mehr, das ist zu riskant. Ich warte lieber weiter, ein großer Auftrag würde schon genügen, um mich aus der Scheiße zu holen!
„Tja dann sagt ihm das ich dran bin! Ihr wisst beide das ich imstande bin die Kohle aufzutreiben!", fauche ich die beiden an, die in meinen schlechtesten Zeiten einmal meine Kollegen waren.
„Werden wir, aber du weißt genau was passiert wenn du nicht rechtzeitig zahlst!", knurrt der große, schwarzhaarige und macht ein paar Schritte auf mich zu. Plötzlich schnellt sein Kopf rüber zur anderen Straßenseite. Ich folge seinem Blick und sehe dort Amalia, die gerade ungünstiger nicht hätte auftauchen können, fuck!
„Ist das deine Kleine da drüben? Die, die uns mit ihren großen Augen anschaut?", will er grinsend wissen. Als ich sehe, wie er sie anschaut kocht Wut in mir hoch. „Wenn ihr sie auch nur anfasst seit ihr Tod, alle beide!!", raune ich und schubse meinen Vordermann kräftig zurück.
„Wir? Nein, keine Sorge. Wir fassen sie schon nicht an. Aber wenn ich du wäre würde ich deine kleine Prinzessin hier nicht alleine durch die Straßen laufen lassen. Nicht das noch jemand auf die Idee kommt sie zu entführen" entgegnet er finster, dann steigen beide in das schwarze Auto. Der Motor heult auf und die Fensterscheibe geht runter. „Wir sehen uns noch!", ruft er noch einmal, ehe er mit durchgedrücktem Gas davon fährt.
Seufzend raufe ich mir durch die Haare und sehe, wie Amalia besorgt die Straße überquert und die letzten Meter zu mir rennt. „Geht es dir gut? Bist du okay?", frage ich aufgewühlt und nehme ihr Gesicht in meine Hände, um sie zu mustern. „Ich? Klar mir geht's gut. Aber das sollte ich eher dich fragen! Was war das gerade?!", will sie wissen und verengt besorgt die Augen.
„Sie haben mir nichts erzählt, was ich nicht schon weiß. Mein Boss will das Geld so schnell wie möglich", erkläre ich knapp. Eigentlich möchte ich mit Amalia nicht darüber reden, sie auch nicht in die Sache mit reinziehen. Aber ich habe mir geschworen sie nicht wieder anzulügen. „Und jetzt? Denkst du, du schaffst es rechtzeitig?" „Keine Ahnung, ich denke schon", entgegne ich, dabei bin ich mir im Moment ziemlich sicher das ich es nicht schaffe. Denn wenn mein Geschäft weiterhin so schlecht läuft, werde ich es definitiv nicht rechtzeitig schaffen. Und ich will nicht wissen was dann passiert. Was mache ich dann überhaupt? Und wie kann ich verhindern das meinem Vater und Amalia nichts passiert? Es darf nicht noch ein zweites Mal passieren. Am liebsten würde ich Amalia mitnehmen und mit ihr in ein anderes Land abhauen, aber so einfach geht das auch nicht.
DU LIEST GERADE
useless.
Romance》Ich fühlte mich nutzlos. Ertrunken in der Angst, in Scham und Selbsthass. Dann kam er und zog mich aus dem Wasser obwohl er selbst zu ertrinken drohte.《 Manchmal müssen wir Kompromisse eingehen aber welchen Preis sind wir bereit zu zahlen, um die L...
