Meine Haare verdeckten seit Jahren meine Brust, sie verdeckten meine Nippel. Ich hatte nie gemerkt, dass Michael ein Auge darauf hatte, merkte nicht, wie es ihn störte, dass sie mich verdeckten. Also schnitt er sie ab. Keine krasse Kurzhaarfrisur, doch statt über der Brust zu liegen, gingen sie nur noch bis zum Schlüsselbein. Ich hatte nicht in den Spiegel gesehen, auch nicht, als er mir die Haare geföhnt hatte. Ich wollte mich nicht sehen, wollte nicht sehen, wie er mich immer mehr so formte, wie er es wollte. Ich war froh, meinen Rücken nicht sehen zu können. Als das Haar trocken war, kümmerte er sich um meinen Rücken, damit die alten Wunden gut heilen würden. Der Grind war großteils ab, aber die Narben sollten so wenig wie möglich bleiben.
Er drückte mein Kinn nach oben, damit ich mich im Spiegel ansah. Das Haar war braun, hatte einen dunklen rotstich. Meine blauen Augen stachen durch das dunkle hervor und meine Haut sah blass aus, aber nicht krank. Es war komisch, dass die Haare so kurz waren, man sah mir an, dass es mir nicht gefiel, auch wenn es nicht schlecht aussah. Michael machte das Bad sauber, sammelte die Haare vom Boden auf und schmiss sie in einen Beutel und den dann in die Reisetasche um es später irgendwo zu entsorgen.
Ich trat aus den Bad. Das Zimmer war weder hochmodern, noch alt. Es war irgendwas dazwischen. Es stand ein Ehebett im Raum, ein kleiner Fernseher an der Wand gegenüber und darunter ein kleiner Tisch und zwei Stühle.
"Herr?"
"Was?"
"Wo soll ich schlafen?" Wollt ich wissen.
"Im Bett."
Ok. Ist wahrscheinlich auch gut so, auch wenn es hieß, dass wir zusammen darin schlafen würden. Ich setzte mich auf die Bettkante, traute mich nicht, mich hinzulegen. Als er fertig aus den Badezimmer kam, hatte er nur eine Boxershort an. Ich sah sofort weg, hörte, wie er etwas in der Tasche suchte.
Er setzte sich neben mich, als die Handschelle ums Handgelenk klickte, sah ich drauf und dann zu ihn. Ich ließ mich von ihn aufs Bett ziehen und meinen Hand ans Bett festmachen. Es war gut, dass er die zweite Seite ums Gitter legte, sondern mir eine Hand frei ließ. Er machte die Nachtischlampe aus. Da es nur eine Decke gab, lagen wir recht nah beieinander, doch hatten keinen großen Kontakt. Ich spürte seine Nähe, seine Anwesenheit direkt neben mir. Die Decke staute zusätzlich die Wärme. Es war das erste mal seit langem, dass ich nicht fror, wenn ich einschlief. Es war ungewohnt und durch seine Nähe war ich total verspannt.
An Schlaf war nicht zu denken. Ich versuchte es zu unterdrücken, war zu verspannt um ruhig zu bleiben, doch es kam alles hoch. Die Angst, die Unwissenheit der Zukunft und die Verzweiflung. Ich fühlte mich so verloren in dieser kriminellen Welt. So gut ich ging versuchte ich ein Schluchzen zu unterdrücken, versuchte ihn nicht zu wecken.
Die Decke schien mich erdrückend zu wollen, sie war dick und schwer. Ich hatte Probleme mit dem Atem. Ein Schluchzen entkam mir. Ich hielt mir meine freie Hand vor dem Mund, doch ich konnte es nicht unterdrücken. Ich fühlte mich nicht fähig zu Atmen und mein Schluchzen wurde zur Schnappatmung, bis ich gar nicht mehr atmen konnte.
"Hör auf zu heulen." Murrte der Mann genervt, wärend seine Hand mir die Luft abschnürrte.
Ich versuchte seine Hand wegzudrücken, mich aus seinen Griff zu befreien, doch er drückte nur weiter zu.
"Pscht." Versuchte er mich zu beruhigen.
Ich wollte meine zweite Hand zur Hilfe nehmen, doch diese war ja gefesselt. Verzweifelt wollte ich Flehen, doch ich bekam keinen Ton raus.
"Pscht. Bleib ruhig, Sayo."
Flecken tanzen vor meinen Augen, mein Kopf tat weh, meine Augen schienen aus den Augenhöhe hervorzuquelen, zumindest fühlte es sich so an. Meine Glieder wurden immer schwächer und ich ließ seine Hand los. Mein Bewusstsein versuchte wach zu bleiben, ich versuchte so gut es ging, hier zu bleiben. Der Kampf fühlte sich wie ohne halbe Ewigkeit an. Er lockerte seine Hand, sodass ich leicht Luft bekam, aber immernoch viel zu wenig. Er wollte mich nicht töten, er wollte mich nur ruhig bekommen und wenn ich dafür das Bewusstsein verlieren musste. Bei den dünnen Wänden des Motels konnte er es sich nicht leisten, mich heulen zu lassen. Man hörte schließlich auch das Stöhnen unserer Zimmernachbarn. Meine Augen fielen immer wieder zu, bis alles wegen Sauerstoffmangel schwarz wurde.
Man würde vielleicht denken, dass man Bewusstlosigkeit mit schlaf gleichsetzen konnte. Es solle doch erholsam sein, wenn man ja sowieso irgendwie schläft. Doch es fühlte sich nicht erholsam an. Leise konnte ich den Regen hören, welcher eigentlich die Dusche war, langsam nahm ich um mich herum wieder alles war, erkannte, dass das Geräusch kein Regen war, der brutal gegen das Fenster schlug. Meine Sicht schien am Anfang verschwommen, mein Hals kratze und mein ganzer Körper schien von Muskelkater betroffen zu sein. Murrend schloss ich meine Augen wieder, das Wasser hörte fast zeitgleich mit den gebrassel auf. Es vergingen ein paar Minuten, in denen ich vor mich hin döste.
"Aufstehen." Ertönte eine raue Morgenstimme, ich spürte wie die Handschellen abgemacht wurden.
Ein leiser Ton entwich mir und ich richtete mich mit schweren Gliedern auf. Der Mann war schon angezogen, seine Haare noch feucht. Er legte mir meine Kleidung raus, bestehend auf meiner Leggins und einen von seinen Pollovern. Was war mit Unterwäsche? Gestern war es schon komisch, keine gehabt zu haben. Heute wieder das gleiche Spiel? Ich beschwerte mich nicht, richtete mich auf um mich anzuziehen, doch als ich saß, tanzen Punkte vor meinen Augen. Er sah mich an, holte was auf den Rucksack und kam zu mir. Er hielt mir die Wasserflasche vor dem Mund. Die kühle Flüssigkeit tat gut, mein Kreislauf machte langsam wieder mit. Er nahm die Flasche ab, schraubte sie zu und wand sich ab. Ich stand auf und zog mir die Anziehsachen an, sein Blick lag prüfend auf mir. Als ich den Pollover über den Kopf zog, der mir viel zu groß war, kam er zu mir und drückte mein Kinn nach oben.
"War wohl zu doll." Murrte er eher zu sich selbst.
Seine Hände gingen zum Halsband. Es war komisch, als sich das Leder lockerte. Mein Hals fühlte sich dadurch besser an, weniger bedrückt und trotzdem war dieses Gefühl sehr ungewohnt. Krass wie schnell man sich an solche Dinge gewöhnen konnte. Er sah unzufrieden aus, als er sich meinen Hals ansah.
"Herr?" Unsicher sah ich zu ihn auf.
"Kopf in den Nacken." Forderte er.
Verwirrt tat ich es, konnte mir nicht wirklich erklären, was er jetzt wollte. Als er sich runterbeugte und seine Lippen auf die gereizten Haut trafen, zuckte ich zurück, doch er zog mich wieder an sich an. Was soll das jetzt! Er kann doch nicht einfach... als wäre er ein Teenager, der zeigen wollte, was ihn gehörte, fing er an. Das Gefühl war komisch, zwickte leicht, als er an der gereizten Haut saugte und sanft auf der Stelle knappterte. Mit zusammengekniffenen Augen stand ich komplett versteift da. Mein Unterleib krippelte und Gänsehaut breite sich auf meinen unteren Rücken aus. Das konnte jetzt nicht wirklich sein ernst sein oder?!
Er löste sich endlich, wischte seinen Speichel weg und sah sich meinen Hals nochmal an. Schnell löste ich mich von ihn und ging ins Bad, wo ich die Tür hinter mir schloss. Ich sah in den Spiegel und meinen Hals an. Leichte Würgemale waren zu sehen und der Knutschfleck, den er mir verpasst hatte. Doch durch den dunkelroten Fleck, fielen die anderen leicht gelbliche Ergüsse gar nicht auf. Dieses Arschloch! Er war doch selbst schuld, wenn ich Würgemale hatte, aber dieser scheiß Knutschfleck musste nicht sein.
Das schlimmste war aber, das mein Körper auf dieses leicht sexuelle reagiert hatte.
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No escape
RandomNeugier war eine Eigenschaft, die man bei Intelligenten Menschen wieder finden konnte. Ein Zeichen für Intelligenz. Doch meine Neugier hat mich ins Verderben gezogen. Aber war es wirklich Neugier? Ich konnte mich noch an meine zitternden Beine und a...
