"Sie hat dich ernsthaft gefragt, ob du sie gehen lässt?"
Ich bekam kein Auge zu, mein Magen hielt mich davon ab.
"Ist mir ehrlich gesagt lieber, als sie einfangen zu müssen. Trotzdem ziemlich erbärmlich."
Die Stimmung war gut, jetzt wo Michaels Kreislauf wieder mitspielte. Trotzdem vergaß er scheinbar, dass ich ihn laut und deutlich hören konnte.
"Gott ist die dämlich." Simon schien ihn wirklich nicht glauben zu können.
Ja sie machten sich über mich lustig, sprachen auch über Dinge, die nicht legal waren und trotzdem... ich stand auf, schlafen konnte ich sowieso nicht. Ich setzte mich zu Michaels Füßen auf den Boden.
Mein Kopf half mir nicht. Er war ein komplettes durcheinander. Ich horchte, suchte eine Lücke im Gespräch.
"Herr?" Fragte ich leise, als eine kleine kam.
"Sei still." Unterbrach er mich sofort.
Wahrscheinlich würde ich sowieso nichts zu essen bekommen, selbst wenn ich fragen würde. Selbst wenn ich dem Gespräch nicht folgte, so merkte man, dass die Stimmung entspannt war, locker, wie unter alten Freunden.
"Herr?" Unterbrach sie Monik.
"Mach was zu essen. Sayo wird dir helfen." Ich stand auf und ging zu der Frau.
Sie nickte nur und wand sich der Küche wieder zu. Es war Still. Was sollte man auch schon groß sagen. Sie steckte ebenso in der Scheiße wie ich.
"Du bist neu bei ihn oder?" Unterbrach sie das unangenehme Schweigen.
"Was?" Ich sah sie verwirrt an, wärend sie anfing irgendwelche Zutaten rauszustellen.
"Schäl und schneid bitte die Zwiebeln. Wie lange bist du schon bei deinen Herren?"
Ich nahm mir ein Messer. Ihr schien es nicht unangenehm zu sein, dass ich nichts an hatte, wobei ich mich eher unsicher fühlte, wenn ich so emblöst war.
"Zwei Monate...." Antwortete ich unsicher.
"Keine Sorge, man gewöhnt sich schnell an neue Herren. Sie haben zwar alle ihre Eigenart, aber an sich wollen alle das gleiche." Sie lächelte leicht aufmunternd.
Anders als wenn sie bei Simon war, zeigte sie Emotionen. Echte. Das hier war nicht gestellt.
"Ich denke nicht, dass ich mich je daran gewöhnen kann."
Sie sah mich nachdenklich an, das erste mal checkte sie meinen Körper komplett an, betrachtete sie Wunden, Schrammen und Blutergüsse.
"Oh....Er ist dein erster..." Stellte sie fest.
Ich nickte nur. Sie lächelte aufmunternd. Die folgende Stille war noch unangenehmer als zuvor.
"Darf ich dich was fragen?" Es war eine halbe Stunde vergangen. Das Schweigen brachte mich fast um. Von dieser beschissenen Stille hatte ich in letzter Zeit genug.
"Ja klar." Monik sah mich an.
"Vermisst du was?" Wollt ich wissen.
Sie sah mich an, plötzlich wirkte sie bedrückt.
"D-du musst nicht antworten." Stotterte ich sofort, als ich die Veränderung sah.
"Ist schon ok. Naja ich....vermisse die Musik. Früher habe ich immer Klavier gespielt, wenn ich nicht mit meinen Medizinstudium beschäftigt war. Sie fehlt mir. Der Herr ist keiner der viel Musik hört und wenn hat er Kopfhörer auf. Radios gibt es bei uns keine. Manchmal singen wir uns untereinander was vor, aber....naja das ist selten." Sie lächelte leicht, aber traurig.
Musik. Sie war ständig da. Frühs wenn ich mich fertig gemacht hatte, bis spät in die Nacht hinein. Es gab wenige Dinge, die ich tat ohne Musik zu hören.
"Verstehe ich vollkommen. Michael scheint auch nicht der Musikmensch zu sein." Sogar beim Autofahren. Wer stellt sein Radio bitte so ein, dass es nur anging, wenn Nachichten kamen?
"Nenne deinen Herren nie bei seinen Namen." Zischte sie leise.
Ich zuckte zusammen, bei ihren Ton.
"Tut mir leid."
"Bei mir brauchst du dich nicht zu entschuldigen. Ist nur ein gut gemeinter Rat." Sie atmete tief ein und aus. "Wenn dein Herr andere Sklaven hätten, wäre es einfacher."
"Wie meinst du das?"
"Wir sind 30 Sklaven, wir schlafen alle in einen Raum, arbeiten zusammen, wenn auch unterschiedliches und verstehen einander, können helfen und Neulinge besser belehren. Du bekommst alles von deinen Herren ab. Das muss nicht leicht sein." Ist es auch nicht.
"Wird schon." Murrte ich.
Ich will hier raus.
"Vielleicht redest du mit ihn, dass er dir irgendwas gibt, was es dir leichter macht." Versuchte sie mich aufzumuntern.
"Das einzige, was ich brauche ist...das was wir beide nicht haben. Und vielleicht Musik. Die meiste Zeit war ich im Keller...ich glaube, wenn ich nicht vor mich hergesummt hätte, hätte ich meinen kompletten Verstand verloren."
"Musik macht frei, wenn auch nur den Kopf. Kannst du tanzen?" Fragte sie.
"Nur etwas. Also klar im Zimmer wenn man alleine ist, kann jeder tanzen, aber bei Paartanz kenne ich nur die Grundlagen aus der Tanzschule in der Schule. Hätte es gerne öfter gemacht, aber mir fehlte immer der Partner." Die Stimmung war lockerer, doch zeitgleich tat sie weh.
Es tat weh darüber zu reden wie es war. Ich vermisste die Musik, doch bis zu diesen Moment war mir gar nicht aufgefallen wie sehr ich sie vermisste. Als wir den Tisch für zwei Personen deckten, änderte sich die Stimmung wieder und als die beiden Männer sich setzten, war davon nichts mehr zu spüren. Monik stellte sich hinter Simon und sah auf den Boden. Ich sah sie an, die Haltung kannte ich, Michael hatte sie mir beigebracht. Bevor ich sie nachahmen konnte, hob Michael seine Hand und ich setzte mich daraufhin zu seinen Füßen. Alle Herren wollen das Selbe, nur auf andere Art und Weise. War diese Situation hier das, was sie gemeint hatte? Beide wollten in Ruhe essen, doch ließen sie ihre Sklaven eine andere Position einnehmen.
Als die beiden mit den essen fertig waren, standen sie ohne weiteres auf. Mein Magen knurrte die ganze Zeit, doch ignorierte es jeder gekonnt. Wir beiden Frauen fingen an den Aufwasch zu machen, Michael würde sich hinlegen, doch was Simon machte, wusste ich nicht.
Meine Gedanken striffen immer wieder ab, als wir fertig waren, setzte sich Monik auf den Boden zum Kücheneingang. Ich sah sie verwirrt an, doch sie schien mit den Gedanken wo anders zu sein. Allgemein waren unsere beider Gedanken wärend des sauber machen wo anders gewesen. Meine Beine führten mich ins Wohnzimmer, wo Simon auf seinen Handy rumdaddelte.
"Herr Simon?" Sprach ich ihn an.
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No escape
AcakNeugier war eine Eigenschaft, die man bei Intelligenten Menschen wieder finden konnte. Ein Zeichen für Intelligenz. Doch meine Neugier hat mich ins Verderben gezogen. Aber war es wirklich Neugier? Ich konnte mich noch an meine zitternden Beine und a...
